18, 20, weg

Liebe LeserInnen,

eben tobte da draußen vor dem Fenster noch Sturm mit Blitz und Donner. So schlimm, dass das Arte-Abendprogramm ganz pixelig wurde.

Sting sang Anfang April 2017 im Pariser Olympia.

Im August sendet Arte einen Mitschnitt. Das ist genau meine Aktualitätsspanne. Als ich Sting zum ersten Male hörte, so mit 18, 20 da hatte er noch die Polizei dabei.

Irgendwann, später erlebte ich ihn live. Da war ich gerade dabei herauszufinden, dass größere Menschenmengen immer Unheil bedeuten. Immer. Egal aus welchem Anlass sich Menschenmengen versammeln. Es kommt nie etwas wirklich Vernünftiges dabei heraus. Bestenfalls kommen alle unverletzt nach Hause und sagen: Das war aber ein schönes Konzert heute.

Und jetzt, wieder ein paar Jährchen später, sitze ich vorm Fernsehschirm und Sting singt: I’ll be watching you.

Dann schwenkt die Kamera ins Publikum und erfasst ein paar Französinnen, vielleicht sind es sogar Pariserinnen. Sie zücken ihre Smartphones, halten ein Plakat hoch. Darauf steht: Danke, du machst mein Leben besser. Also das steht da jetzt nicht in deutscher Sprache, sondern auf Englisch. Soll er ja lesen können, der Sting.

Mein Leben hat er auch schon besser gemacht. Na gut, vielleicht nicht besser. Aber erträglicher, immerhin. Das können auch nicht viele von sich behaupten, dass sie mein Leben erträglicher gemacht hätten.

Ich schenke mir ein Glas alkoholfreien Sekt ein. Das Gewitter hat ein wenig Abkühlung gebracht.

Morgen kommt PJ Harvey.

Also jetzt nicht zu mir. Im Fernsehprogramm ist PJ Harvey angekündigt. Das wird bestimmt wieder aufregend. Dank des Fernsehapparates nehme ich teil, an Veranstaltungen mit vielen Menschen.

Da lasse ich sogar Liam Gallagher an mich ran. Der singt nämlich grade auf einem anderen Fernsehsender. Der Sting hat die Gitarre eingepackt, bevor ich mit diesem Text fertig war.

Jetzt singt Adele. Auch schön.

Ich kann nicht schlafen.

Adele hat den Vorteil, dass sie recht aktuell ist. Also ich meine jetzt so jahrzehntemäßig betrachtet. Da ist der Sting schon eine ganz andere Nummer. Da schweifen die Gedanken in ganz anderen Bögen. Nicht das dort Momente wären, die ich gern zurück hätte. Aber es ist so ein eigenwilliges Schaudern.

Eben kam mir der Gedanke, wann wohl Wham mit „Last Christmas“ kommt.

Was stimmt mit mir nicht, dass ich solche Gedanken im August habe?

Wie bitte was? Im November kommt Wham? Da wäre ich sicher auch noch drauf gekommen.

Morgen kommt erstmal PJ Harvey. Moment – korrigiere – heute kommt PJ Harvey.

Aber da bin ich bestimmt zu müde. Ich war ja schließlich bis zum frühen Morgen wach.

Versonnene Grüße aus dem Fernsehsessel

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14 Gedanken zu “18, 20, weg

  1. Versah mein Mann vor kurzem auch mit einem Fragezeichen und dem Zusatz: Wer braucht das? Nun ja, Sekt benutzt man häufig zum gemeinsamen Anstoßen auf ein schönes oder freudiges Ereignis, es ist also eine Art Gemeinschaftserlebnis. Wer wäre ohne alkoholfreien Sekt davon ausgeschlossen, wenn er/sie nicht nur Wasser im Glas haben will? Schwangere, trockene Alkoholiker, Allergiker (ich hab so eine Freundin), alle, die noch Auto fahren müssen. Das sind unter Umständen ganz schön viele.

    Gefällt 2 Personen

  2. Lustig – Genau wie Du habe ich mir Menschenansammlungen auch schon in jungen Jahren abgewöhnt und schalte für Konzerte lieber den Fernseher an.

    Und an Sting und seinen wunderschönen Song „fields of gold“ habe ich die allerromantischsten Erinnerungen. Meine Güte, ist das lange her! Aber schön war’s. 😍

    Liebe Grüße, Martina

    Gefällt 1 Person

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