Geklonte Cousinen

Liebe LeserInnen,

es gibt Themen beim Mitmachblog, da komme ich einfach nicht dran vorbei. Vor allem wenn der Planet Dings eine Rolle spielt, dann muss ich einfach meinen Senf dazu geben.
Mein Nachbar vom Planeten Dings war in den vergangenen Wochen offenbar auf Reisen, jedenfalls begegnete ich ihm nicht.

Ich muss also zu ihm gehen, denn mir laufen zwar ständig Leute vom Planeten Dings über den Weg, aber das sind meist Situationen, die nicht dazu angetan sind, nach verwandtschaftlichen Verhältnissen zu fragen.

Ich nehme ein Glas Marmelade mit und ein paar Quitten. An der Wohnungstür meines Nachbarn klingele ich und warte. Es passiert nichts. Ich klinge abermals.
Welche Wartezeit ist zwischen dem ersten und dem zweiten Klingeln eigentlich angemessen, denke ich. Ich zähle … neunundzwanzig, dreißig. Ich drücke den Klingelknopf ein drittes Mal.

Ich höre ein Rumoren in der Wohnung meines Nachbarn. Dann klappern Schlüssel und die Tür wird einen Spalt breit geöffnet. Ich sehe die zerzausten Haare meines Nachbarn. Er kratzt sich am Kinn und fragt: „Was willst Du?“

„Ich wünsche Dir einen guten Tag. Entschuldige bitte, das ich störe, aber ich hätte da mal eine Frage.“

Mein Nachbar dreht sich um und bedeutet mir, zu folgen.

In seiner Küche angekommen, stelle ich das Marmeladenglas und die Tüte Quitten auf den Tisch.

„Oh vielen Dank.“ Mein Nachbar nimmt eine Quitte und riecht daran.

„Und was willst Du wissen?

Ich druckse herum. „Hast Du das aktuelle Thema beim Mitmachblog nicht gelesen?“

„Ach der Mitmachblog, den lese ich kaum noch. Du schreibst da ja auch nichts mehr.“

„Ich habe eben wenig Zeit. Aber die Beiträge der anderen lese ich schon noch.“

„Wie lautet denn das Thema?“

„Die Cousine vom Planeten Dings.“

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

„Und? Hast Du eine?“

„Cousine? Nein.“

„Waren deine Eltern Einzelkinder?“

„Wo ich herkomme, hat niemand eine Cousine.“

„Niemand?“

„Niemand. Jedenfalls keine echte, so als Tochter von den Geschwistern der Eltern. Denn die Eltern haben keine Geschwister.“

„Wirklich niemand? Das ist ja unglaublich. Aber unechte Cousinen gibt es schon?“

„Nun ja, es gibt da dieses Klon-Programm. Da wird neben dem Modell Tante auch das Modell Cousine angeboten.“

„Komm, du veralberst mich doch.“

Mein Nachbar vom Planeten Dings, zuckt mit seinen Schultern. „Glaub was du willst.“

„Ich gehe dann erstmal in meinen Garten, um zu sehen, ob der Sturm Schäden angerichtet hat. Vielen Dank für deine Auskunft.“

„Bitte sehr, gern geschehen.“

Geklonte Cousinen, denke ich, während ich abgebrochene Äste aufhebe, der hat mir bestimmt einen Bären aufgebunden.

Skeptische Grüße aus dem Garten

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