Grünkohl-Kartoffel-Auflauf mit Roter Bete, Sonnenblumenkernen und Erdnussguss

„Das gruselige Ding steht ja immer noch hier rum.“ Bruce schnappt sich den Halloween-Kürbis und trägt ihn aus dem Vereinsheim. Rapunzel, meine Gartennachbarin Frau B. und ich folgen ihm neugierig.

„Das ist nur, damit das neue Jahr genauso furchtbar anfängt, wie das alte aufgehört hat“, kommentiert Frau B. und schaut grimmig drein.

„Das neue Jahr soll NICHT genauso furchtbar anfangen, deshalb steht der Kürbis noch hier“, korrigiert Rapunzel.

„Euer altes Jahr war furchtbar?“ Bruce nimmt die Kerzenreste aus dem Kürbis und stellt ihn auf einen Stubben zwischen wilden Rosen. Dann schüttet er aus einem Eimer Vogelfutter hinein.

„Naja, erst der Hagelschaden im Frühjahr, dann die ewige Hitze, die Kartoffelkäferinvasion und dann ist auch noch Kojak gestorben“ sagt Rapunzel mit Trauermiene.

„Unser Kojak?“ Frau B. guckt ungläubig. Der wohnt doch bei uns nebenan.

„Wohnte“, sagt Bruce und nickt betrübt.

„Sein Auto steht noch an der Straße“, Hans-Georg B. blickt Hilfe suchend zu seiner Frau.

„Der war doch noch gar nicht so alt.“

„Knapp über 70“, bestätigt Bruce und fügt hinzu: „Ist schon beerdigt, alles im kleinen Kreis.“

Rapunzel stochert mit dem Fuß im Gebüsch unter dem Kürbis. „Iiiih – das hier müssen wir auch beerdigen.“ Sie schiebt mit der Fußspitze einen kleinen Kadaver aus der Grasnabe.

„Ist das eine tote Ratte?“

Bruce bückt sich.

„Nee, ein toter Maulwurf.“

Frau B. lädt uns ins Vereinsheim. „Lasst uns ein letztes Mal auf Kojak anstoßen.“
Sie füllt die Gläser mit alkoholfreiem Sekt. „Was anderes ist nicht da.“

„Da muss doch noch“, Bruce kramt im Schrank hinter der Theke. Er fördert einige Packungen Sonnenblumenkerne und gesalzene Erdnüsse zutage. „Mindestens haltbar bis Juli 2015“, liest er vor, „wann haben wir hier eigentlich zum letzten Mal Inventur gemacht?“

„Die sind bestimmt noch gut“, sage ich und öffne eine Tüte Erdnüsse.

„Lebensmittel sind wertvoll“, grinst Frau B.

Ich könnte einen Leichenschmaus richten“, schlage ich vor.

„Für den Maulwurf?“, fragt Rapunzel.

„Unsinn für Kojak.“

Ich hole aus meinem Garten Kartoffeln, Grünkohl und Rote Beete.
Nach 20 Minuten sind 600 Gramm Pellkartoffeln fertig. Unterdessen putzte ich 800 Gramm Grünkohl und schälte 200 Gramm Rote Bete und schnitt alles in Scheiben und mundgerechte Happen. Ich fette eine große Auflaufform. Die gepellten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln werden nun abwechselnd mit Grünkohl und Roter Bete eingeschichtet. Zu guter Letzt streue ich 5 Esslöffel Sonnenblumenkerne drüber und mixe gesalzene Erdnüsse mit Sonnenblumenöl und Wasser zu einem Guss, den ich über das Gemüse träufele. Muskat und Pfeffer aus der Mühle darüber streuen und bei 200 Grad Celsius Umluft für 20 Minuten in den Backofen schieben.

Wir essen.

Rapunzel sieht aus dem Fenster. Vor dem Vereinsheim versammeln sich Rabenkrähen.
„Ich glaube, immer wenn einer gestorben ist, dann kommen die Krähen“ sinnt Rapunzel.

„Quatsch“, Frau B. schüttelt ihren Kopf.

Wir sind alle ans Fenster getreten. Eine Krähe schnappt sich den Maulwurfkadaver und hüpft davon.

„Beerdigen.“ Bruce winkt ab.

14 Gedanken zu “Grünkohl-Kartoffel-Auflauf mit Roter Bete, Sonnenblumenkernen und Erdnussguss

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