Rhabarberkuchen und Kartoffelchip

Eines meiner Lieblingsgemüse im Frühjahr ist der Rhabarber.
Ich entferne die Blätter und ziehe die Fasern entlang der Stange ab. Wenn ich ein halbes Kilogramm Rhabarberstangen beisammen habe, schneide ich zirka einen Zentimeter lange Stücke, streue 125 Gramm Rohrohrzucker zum Saft ziehen darüber und stelle die Schüssel beiseite.
Aus einem halben Kilogramm Mehl und einer Packung Trockenhefe knete ich mit 50 Gramm Rohrohrzucker, 80 Gramm Margarine, 125 Gramm Hafermilch und einer Prise Salz einen geschmeidigen Teig, der dann abgedeckt an einem warmen Ort auf die doppelte Größe gehen kann.
Den durch das Einzuckern gewonnenen Rhabarbersaft fülle ich mit Hafermilch auf einen halben Liter auf. Von dem Gemisch nehme ich fünf Esslöffel ab und rühre damit ein Päckchen Vanillepuddingpulver und 40 Gramm Zucker an. Die restliche Saft-Hafermilchmischung koche ich auf, nehme den Topf von der Platte, rühre das Puddingpulvergemisch unter und koche das Ganze noch einmal kurz auf. Dann hebe ich die Rhabarberstückchen unter.
Nun knete ich nur noch schnell 100 Gramm Rohrohrzucker, 150 Gramm Margarine und 200 Gramm gemahlene Haselnüsse für die Streusel und würze mit einer kräftigen Prise Zimtpulver und einer Messerspitze Salz.
Nun drücke ich den Hefeteig auf ein gefettetes Backblech, verteile das Rhabarber-Pudding-Gemisch darauf und darüber krümele ich die Streusel. Zum Schluss gebe ich das Blech auf die mittlere Schiene bei 180°C Ober- und Unterhitze für zirka eine halbe Stunde in den Backofen.
Ich packe eine Thermoskanne Kaffee und den Rhabarberkuchen ein und mache mich auf den Weg in die Kleingartenanlage. Bin gespannt wie weit mein Fräulein Tochter und ihr Freund mit ihrer Parzelle gekommen sind.
Doch erstmal gehe ich in meinen eigenen Garten. Meine Gartennachbarin Frau B. und ihr Mann Hans-Georg sind mit der Frühjahrsbestellung beschäftigt. Genauer, Hans-Georg bereitet im Hintergrund Beete vor und Frau B. kommt zu mir herüber, als sie mich meine Gartenpforte öffnen sieht.
„Na?“, fragt sie mit herausfordernder Geste, „Was sagst du zu meinem Elitegärtner?“
„Du meinst, weil er dort alles so schön auf Kante harkt? Sozusagen Saatbeet deluxe?“
„Nee“, prustet Frau B. los, „weil er alle elf Minuten eine Kartoffel aus dem vergangenen Jahr findet.“
„Alle elf Minuten? War das nicht die andere Truppe? Nicht Elitegärtner sondern Par- ähm Gärtnership?“
„Dann schon besser Kartoffelchip, hähähä.“
„Lacht ihr über mich?“ Hans-Georg hat seine Harke weggestellt und kommt zu uns herüber.
„Nöö“, wimmeln wir ab.
Ich hebe meinen Picknickkorb hoch. „Schau, ich habe hier Rhabarberkuchen und du weißt doch, sauer macht lustig.“
„Außerdem hast du doch mich.“ Frau B. tätschelt ihrem Gatten beruhigend den Hals.
Der beißt in ein Stück Kuchen und mümmelt: „Ich versteh Bahnhof. So sauer ist der doch gar nicht.“
„Ich hätte da hinten auch noch Rhabarber, brauchst du noch welchen?“, bietet Frau B. an.
Bevor ich abwehren kann, macht sich Hans-Georg auf den Weg. „Ich hol schnell welchen.“
Frau B. lacht und zwinkert mir zu.

6 Gedanken zu “Rhabarberkuchen und Kartoffelchip

  1. Uns läuft das Wasser in der Schnauze zusammen.
    Ähm…
    Darf ich einmal etwas anmerken bitte? Hier bei uns wohnen ein paar „Tiere“, und manchmal finden es wildfremde Leute toll, sie zu füttern. Eines der schlimmsten Sachen sind Rhabarber-Reste. Die sind nämlich giftig und wenn ein „Tier“ so ganz tüchtig Appetit hat, merkt es das zu spät.
    Alle anderen Leute machen sowas natürlich nicht!
    Mit besten Grüßen
    Bruno

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  2. Also, ich hab ein Rührteigrezept mit Rhabarber – natürlich nicht vegan, ist halt schon ein älteres Rezept. Hefeteig und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr …

    Eigentlich hab ich sogar zwei – eines mit Baiser (kann man den „Eischnee“ aus der Kichererbsenflüssigkeit eigentlich auch zum Baiser machen?)

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      1. Du wirst dich jetzt fragen, was ich bekennende Omnivorin mit Aquafaba-Baiser will. Na, Rhabarberkuchen ermöglichen. Es ist immer gut zu wissen, was möglich ist für Veganer, sollte sich mal einer in meine Bekanntschaft verirren, die ich bebacke und bekoche.

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    1. Xanthan ist ein natürlich vorkommendes Polysaccharid. Es wird mit Hilfe von Bakterien der Gattung Xanthomonas aus zuckerhaltigen Substraten gewonnen und wird als Lebensmittelzusatzstoff mit der E-Nummer E 415 als Verdickungs- und Geliermittel eingesetzt. Xanthan ist für Öko-Lebensmittel zugelassen. Das für die, die wie ich nicht wissen, was im veganen Baiserrezept mit Xanthan gemeint ist.

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