Spinat-Rucola-Rührtofu-Wrap

„Ach ist das schön grün“, quäkt es aus meinem Smartphone.
„Bei mir auch.“
„Bei mir auch.“
„Bei mir – upps Entschuldigung, das war keine Absicht“, höre ich mein Fräulein Tochter. Das satte Blattgrün schwindet kurz von meinem Display. Ich sehe Jasmins Handfläche und höre sie sagen: „Ich habe nämlich hier“, sie schwenkt die Kamera zu einem kleinen Holzgestell auf ihrer Küchenarbeitsfläche, „eine Staffelei für mein Telefon gebastelt, die offenbar nicht stabil genug ist. Ihr solltet eigentlich mich und die Arbeitsplatte sehen und nicht den Inhalt der Spinatschüssel.“
Mein Fräulein Tochter hatte vor ein paar Tagen angeboten, via Konferenz-App mit uns gemeinsam zu kochen. Dazu stellte sie die Anmeldedaten und die Zutatenliste auf unsere Vereinswebseite und nun waren außer mir und meiner Tochter auch Rapunzel, meine Gartennachbarin Frau B. und zwei weitere Gärtnerinnen angemeldet.
Jede von uns hatte bereits vor unserer Konferenz 125 Milliliter lauwarmes Wasser, einen Esslöffel Olivenöl und je einen Teelöffel Zucker, Trockenhefe und Salz gemischt und vorsichtig 250 Gramm Mehl (Type 405) dazu gerührt, den Teig kurz geknetet, eine Stunde zugedeckt ruhen gelassen, dann dünn ausgerollt und in einer großen, beschichteten Pfanne ohne Fett zu Fladen ausgebacken. Die Fladen sind fertig, wenn auf beiden Seiten leichte hellbraune Flecken entstanden sind und werden in der Backröhre warm gehalten.
Nun schälen wir je eine kleine Zwiebel und eine Knoblauchzehe. „Die Zwiebel in feine Würfel schneiden und mit zwei Teelöffeln Margarine anrösten. Dazu 120 Gramm frischen Spinat leicht zusammenfallen lassen, den gepressten Knoblauch zugeben und mit 1 Esslöffel Hafersahne andicken lassen“, ordnet das Fräulein Tochter an.
Eine weitere Zwiebel wird geschält und gewürfelt. Dann eine große Tomate und eine halbe Blockpaprika waschen, putzen und hacken. „Jetzt müsst ihr 3 Esslöffel Rapsöl stark erhitzen und 250 Gramm mit einer Gabel zerdrückten Tofu darin goldbraun anrösten“, höre ich das Fräulein Tochter, die immer die nebenbei Zutaten in die Kamera hält. „Nun geben wir den gehackten Paprika, einen Teelöffel Kurkuma und zwei Teelöffel Currypulver dazu, braten kurz weiter, löschen mit zwei Esslöffel Sojasoße ab, fügen die Tomatenwürfel und 2 Esslöffel Hafersahne hinzu und schmecken mit Pfeffer und Kala-Namak-Salz ab. Einkochen lassen dann runter vom Feuer, zwei Esslöffel Schnittlauchröllchen unterrühren und warm stellen. Wenn ihr das habt, werden 50 Gramm Rucola gewaschen und trocken geschleudert. Danach auf den Fladen Spinat verstreichen, in der Mitte Rührtofu verteilen und etwas Rucola darauf legen, die Fladen links, rechts und unten umklappen, leicht andrücken und aufrollen. Die Teigrolle mit frischem Rucola anrichten, guten Appetit.“
„Ich denke, du magst gar keinen Tofu“, motzt Frau B. aus dem Off und schwenkt anklagend ihre Kamera auf ihren Gatten, der den Rührtofu aus der Pfanne löffelt. „Schmeckt wie Rührei“, kommentiert dieser und hält anerkennend den abgeschleckten Löffel hoch.

4 Gedanken zu “Spinat-Rucola-Rührtofu-Wrap

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