Zucchinisuppe mit Belugalinsen

Meine Gartennachbarin Frau B. und ich werkeln in unseren Beeten. Auf der anderen Seite des Gartenweges klopft jemand auf Holz herum. Hin und wieder heult eine Flex auf, quietscht ein Akkuschrauber. Ich strecke mein Kreuz durch, spähe hinüber und frage: „Was lärmt Bruce denn da drüben herum?“

Auf dem Gartenweg kommen zwei Jungen auf einem Tretroller gesaust.

„Jetzt macht mal langsam“, ruft Frau B. ihnen zu und wendet sich zu mir. „Hans-Georg ist auch schon den halben Vormittag drüben und hier bleibt die Arbeit liegen.“

„Was bauen die denn?“

„Ach“, Frau B. winkt ab, „irgendwas an der Hütte mit Streben und Sparren.

Auf dem Gartenweg saust der Tretroller mit den beiden Jungen abermals vorbei.

„Was hab ich euch gesagt“, schreit Frau B. hinterher und über den Gartenweg: „Hans-Georg, kommst du?“

„Gleich“, ruft Hans-Georg zurück, „Ich muss nur eben noch das Kopfband halten.“

„Essen ist gleich fertig“, setzt Frau B. erneut an und etwas leiser: „Kopfband, der soll mal aufpassen, dass er keinen Kopfverband kriegt. Ich hab gebratene Zucchini gemacht mit Plockwurst. Was gibt es bei dir?“

„Ich geh zu Jasmin, die macht auch was mit Zucchini.“

„Dann bring mir mal das Rezept mit. Für Zucchini hat man ja nie genug.“

Der Tretroller knallt gegen die Gartentür, die Hans-Georg soeben geöffnet hat. Die Jungen schluchzen und streiten. „Ich war das nicht, da musst du eben besser aufpassen, du – du  – Kackfrosch.“

Hans-Georg und Bruce grinsen und heben den Roller wieder auf. Doch keiner der Jungen will weiter damit fahren.

Frau B. schilt: „Das hab ich euch doch gesagt. Das immer erst was passieren muss. Na wartet mal.“ Frau B. holt aus ihrer Gartenschürze eine Tüte mit Gummitieren. „Seht ihr, ich hab hier auch einen Frosch für euch. Aber nur wenn ihr nicht wieder so schnell fahrt und aufhört zu heulen.“

Unterdessen hat Bruce auf seinem Smartphone etwas gesucht und zeigt uns das Display. „Ich hab hier auch einen Frosch und der ist ein richtiger Kackfrosch.“ Zu sehen ist ein Frosch, der eine verblüffend große Wurst ausscheidet.

„Da war das neulich vielleicht gar nicht vom Igel“, überlegt Hans-Georg.

„Ich geh jetzt zu Jasmin und wünsche Euch einen guten Appetit“, verabschiede ich mich. Frau B. winkt Bruce zur Zucchinipfanne.

Mein Fräulein Tochter hat 150 Gramm Belugalinsen in einem halben Liter Wasser gegart. Sie hackte zwei Knoblauchzehen, briet sie mit etwas Öl in einem Tiegel an. Dann fügte eine sehr kleine gehackte Chilischote, einen Teelöffel Kurkuma und einen halben Teelöffel abgeriebene Zitronenschale dazu, rührte etwas und gab schließlich etwa ein Kilogramm geschälte und in dicke Scheiben geschnittene Zucchini in den Tiegel. Nach einer Viertelstunde köcheln, füllte sie einen Viertelliter Gemüsebrühe auf und lies zugedeckt köcheln bis die Zucchini sehr weich sind. Dann gab sie zwei Esslöffel Zitronensaft dazu und pürierte alles mit dem Stabmixer. Sie fing die gekochten Linsen in einem Sieb, würzte mit Pfeffer und Salz und gab auf jeden Teller zwei Esslöffel Linsen und einen Esslöffel gehackte Petersilie.

4 Gedanken zu “Zucchinisuppe mit Belugalinsen

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