Geräucherte Kartoffeln mit Auberginendip

Mein Fräulein Tochter Jasmin und ich bereiten eine Sesampaste, die auch Tahini oder Tahin genannt  wird. Wir rösten 500 Gramm Sesamkörner in einer Pfanne ohne Fett goldgelb an und lassen sie wieder abkühlen. Dann geben wir den Inhalt der Pfanne zusammen zwei Gramm Salz in einen Mixer und fügen nach und nach sechs Esslöffel Rapsöl hinzu, bis eine cremige Masse entstanden ist.

Dann heizen wir den Backofen auf 220 °C vor. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech platzieren wir sechs Auberginen (zirka 1,3 kg), die wir zuvor gewaschen und mit einer Gabel eingestochen haben. Auf mittlerer Schiene backen die Eierfrüchte nun eine knappe halbe Stunde lang, bis die äußere Haut stellenweise verbrannt ist.

Währenddessen schälen wir sechs Knoblauchzehen und bereiten 125 Milliliter frisch gepressten Zitronensaft. Dann verrühren wir 200 Gramm Sojajoghurt mit 250 Gramm unserer Sesampaste, den zerquetschten Knoblauchzehen und dem Zitronensaft.

Von den abgekühlten Auberginen entfernen wir die verbrannte Schale und die Strünke. Das Innere der Eierfrüchte zerdrücken wir mit einer Gabel und heben die Gemüsemasse unter die Joghurt-Tahin-Mischung. Wir schmecken mit Salz ab und machen uns mit unserem Dip auf den Weg in unsere Gartenanlage.

Im Garten meiner Tochter herrscht reges Treiben. Einige junge Leute haben sich um einen Edelstahltrog versammelt. Der Freund meiner Tochter begrüßt uns. Sein Männerdutt ist ausgefranst und schwarze Striemen zieren sein Gesicht.

„Na mein Pflanzenkohle-Held,“ begrüßt das Fräulein Tochter ihren Philosophiestudenten und wir nicken in die Runde.

„Eine Ladung haben wir schon fertig,“ strahlt der Hobbyköhler und deutet auf einen Haufen Holzkohlestücke. „Die müssen nur noch zerkleinert und aufgeladen werden.“

„Aufgeladen?“

„Na zum Beispiel mit Urin oder einer Lösung mit effektiven Mikroorganismen“, erklärt einer. „Oder wir streuen das Kohlepulver nur in den Kompost“, wirft ein anderer ein.

Die Runde diskutiert über die jüngsten Erfahrungen. Begriffe wie Kontiki, Kohlendioxidspeicherung, Terra Preta, Biodiversität und Urgesteinsmehl schwirren hin und her.

Ich sehe mir den Stahlbottich genauer an. Am unteren Ende ist an einem Ventil ein Wasserschlauch angeschlossen. Im Inneren befindet sich eine tricherförmige Vertiefung in der gleichmäßig aufgeschichtete Holzstücke glimmen. Hin und wieder züngelt eine Flamme.

„Ich glaube wir können die nächste Lage einschichtet, beschließt das Fräulein Tochter und beginnt ungefähr gleich große Holzstücke in den Trichter zu legen.

„Wir können damit nachher noch grillen und wir haben Kartoffeln im Smoker.“

Wir inspizieren den Räucherofen. Die jungen Leute hatten vor einer Stunde das Gerät auf 130 °C vorgeheizt, mittelgroße Kartoffeln ringsum zehnmal mit einer Gabel eingestochen und mit einer Mischung aus Rapsöl, Salz und Pfeffer eingepinselt. Dann gaben sie eingeweichte Erlenholzschnitzel in den Einschub des Gerätes und die Erdäpfel in die Räucherkammer.

„Pack mal unsern Dip aus,“ weise ich Jasmin an, “ich glaube die sind gleich gar.“

Ein Gedanke zu “Geräucherte Kartoffeln mit Auberginendip

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s