Buchteln mit Ölweidenbeerenmarmelade

Auf dem Weg vor dem Garten meiner Tochter Jasmin stehen meine Gartennachbarin Frau B., deren Mann Hans-Georg und unser Gartenfachberater Pierre. Ich geselle mich dazu. Auf der anderen Seite des Zaunes sind meine Tochter und ihr Freund mit dem Rückschnitt von Sträuchern beschäftigt.

Frau B fragt: „Was sind das für Sträucher?“

Mein zukünftiger Schwiegersohn ergreift die Chance und hält einen kleinen Vortrag.

„Das sind Ölweiden. Sie gehören zu den Pioniergehölzen und trotzen nicht nur Hitze, Trockenheit und Wind. Sie gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden und ernähren dabei sogar Nachbarpflanzen. Sie leben mit der Bakterien-Art Frankia alni in Symbiose. Die Bakterien helfen der Pflanze, den Stickstoff aus der Luft umzuwandeln und in den knöllchenartigen Gebilden an der Wurzel zu binden. Auf diese Weise gelingt den Ölweiden die Besiedlung stickstoffarmer Böden, auf denen sie ohne die Bakterien vermutlich keine Chance hätten.“

„Außerdem blühen die Ölweiden sehr schön und liefern Insekten damit reichlich Nahrung und für uns reifen vitaminhaltige Beeren. Diese Beeren sind je nach Ölweidensorte rot oder gelb“, ergänzt Jasmin.

„Ich seh schon.“ Frau B. zeigt auf eine dichte Traube johannisbeergroßer Früchte.

„Ein paar haben wir für die Vögel drangelassen. Die zwei Sträucher trugen über zehn Kilogramm Früchte“, erklärt Jasmin stolz.

„Macht ihr da Saft draus?“

„Saft und Marmelade,“ strahlt das Fräulein Tochter, streift ein paar Beeren ab und hält sie über den Zaun.

Wir naschen die gelben Früchte. Während Frau B. sich mit spitzen Fingern bedienen will, wurstelt sich ein junger Ohrenkneifer unter den Beeren hervor.

„Dich essen wir aber nicht mit.“ Jasmin füllt die Beeren von der einen in die andere Hand und schüttelt das Insekt dabei zu Boden.

„Schmeckt gut. Nicht zu süß, nicht zu sauer.“ Frau B. greift zur nächsten Beere.

„Ich habe auch Buchteln mit Ölweidenbeerenmarmelade mit.“ Jasmin läuft zum Gartenhaus und kehrt wenig später mit einer Papiertüte zurück. Für die Buchteln hatte mein Fräulein Tochter 30 Gramm frische Hefe in 250 Milliliter lauwarmer Hafermilch aufgelöst und mit 500 Gramm Dinkelmehl, 70 Gramm Puderzucker und zwei Prisen Salz zu einem geschmeidigen Hefeteig verknetet und diesen zugedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen. Dann teilte sie den Hefeteig in sechs gleichmäßige Stücke auf. Die Teigstücke füllte sie Marmelade und formte sie rund. Dann gab sie die Buchteln mit der Verschlussseite nach unten in eine mit zerlassener Margarine bestrichenen Form und bepinselte auch die Oberseite mit der zerlassenen Margarine. Dann lies sie die Teigstücken in der Form zugedeckt an einem warmen Ort abermals ca. 20 Minuten gehen.

Im auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen Backofen auf der mittleren Schiene wurde das Ganze in ca. 25 Minuten fertig gebacken und mit Puderzucker bestäubt.

Für die Marmelade kochte sie die Ölweidenbeeren in wenig Wasser und strich den entstehenden Fruchtbrei durch ein Sieb. Dieser Brei wurde nochmals mit Gelierzucker, Zimt, Ingwer und Orangenöl aufgekocht und in Gläser gefüllt.

Werbung

4 Gedanken zu “Buchteln mit Ölweidenbeerenmarmelade

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s