Dreidimensionalität

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

ich muss mich bei meinem Nachbarn vom Planeten Dings bedanken. Er hat meinen Garten sehr gut gegossen. Ich nehme einen selbst gebackenen Kuchen und klingele an seiner Wohnungstür.

Es dauert eine Weile, aber die Geräusche aus dem Innern der Nachbarwohnung werden lauter. Nach zirka drei Minuten rumpeln und poltern wird die Tür aufgerissen.

„Ah, die Frau Aldente.“ Mein Nachbar tritt einen Schritt zurück und taxiert mich.

„Vielen Dank fürs Gießen.“ Ich halte ihm den Kuchen mit ausgestreckten Armen hin.

„Oh, für mich? Das wäre doch nicht … das war doch alles ganz einfach. Ich habe jeden Tag gegossen und dann kam ja auch schon das Gewitter.“

„Ja, die Fässer sind jetzt wieder voll und die Kirschen hat der Sturm auch vom Baum gefegt.“

„Hm, teilweise mitsamt den Ästen. Ich hab es im Fernseher gesehen. Apropos – ich hab jetzt 3D.“ Mein Nachbar winkt mich herein.

Ich folge ihm…

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Das Gießdienstangebot

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

vielleicht ist es Ihnen ja schon aufgefallen, ich habe zur Zeit ein Zeitproblem. Also eigentlich habe ich …

Moment, ich fang nochmal von vorn an.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich nur sehr schlecht NEIN sagen kann?

Ja, ältere LeserInnen werden sich erinnern, ich kann nur schlecht NEIN sagen.

Als GärtnerIn war es in den vergangenen Tagen und Wochen sowieso schon schwer genug. Es war viel zu trocken. Also wird gegossen und gegossen und gegossen.

Und weil ich bisher gut gegossen habe, wächst und gedeiht alles prächtig.
Und weil alles prächtig gedeiht, muss geerntet werden.

Gerade werden die Süßkirschen reif.

Mit dem Ernten der Maibeeren bin ich zum Glück fast durch.

Die ersten Himbeeren und Erdbeeren müssen gepflückt werden, bevor sich die Insekten darauf stürzen.

Die schwarzen Johannisbeeren brauchen vielleicht noch zwei Wochen.

Die ersten roten Johannisbeeren blitzen auch schon durch das Blattgrün.

Und sei das alles…

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Bitte und Danke

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

ausgerechnet nachdem ich beim Mitmachblog zwei Wochen ausgesetzt habe, es möge mir bitte verziehen sein, denn im richtigen Leben war viel zu viel zu viel zu tun, verpasst mir Rosemarysbabys mit dem 45 Like für „Ich sündige“ das insgesamt 1000 Like auf dem Mitmachblog.

So ist es wiedermal an mir, Danke zu sagen.

Danke für Eure Kommentare.

Danke für Eure Likes.

Ihr seid die Besten.     🙂   😀

Smoothiezutaten

Überschäumende Grüße aus dem Garten   🙂   😀

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Ackerbohnen mit Oliven und Zitrone

„Himmel Kruzitürken Sakrament!“  Lautes Fluchen schallt über unseren Gartenweg. Ich spähe zu Bruce hinüber. Auch meine Gartennachbarin Frau B. vermutet offenbar die Quelle des Geschreis in der Parzelle, die meiner gegenüberliegt. Wir recken unsere Hälse, doch es ist nichts zu sehen. Ich rufe: „Bruce? Was ist los?“ Es folgt ein weiterer Fluch und metallisches Scheppern. Frau B. ruft: „Holger? Können wir helfen?“

Plötzlich taucht Holgers verschwitzter Oberkörper auf. Mit seinem dreckverschmierten Gesicht sieht er einmal mehr aus wie Bruce Willis.

„Wisst ihr, was Kurtchen hier alles vergraben hat?“  Opa Kurt war Holgers Vorpächter. Ohne eine Antwort abzuwarten, klettert Bruce aus der Grube, zieht einen Metallrahmen herauf und kommt damit auf uns zu. „Ich wollte nur die Rasenkante neu setzen“, beginnt Bruce zu berichten. „Aber schon bei einem halben Spaten Tiefe kam ich nicht mehr weiter. Da hab ich den ganzen Krempel gefunden.“ Bruce deutet auf einen Haufen alte Eisenteile. „Und jetzt auch noch das hier.“ Bruce stellt den rostigen Metallrahmen vor uns ab und kratzt mit dem Spatenblatt daran herum.

Frau B. sagt: „Sieht aus wie ein Klapptischgestell.“

„Jupp.“ Bruce drückt mit Mühe die Bügel auseinander.

Der Lärm hat auch Rapunzel und Kojak angelockt.

„Bruce hat den Klapptisch ausgegraben“, informiert Frau B. die Neuankömmlinge.

„Solange es nicht der Klappstuhl ist“, kichert Kojak.

„Das könnte sogar noch taugen. Da geh ich mit der Drahtbürste drüber. Dann wird das wieder wie neu.“ Bruce klappt das Gestell zusammen.

„Sind das da hinten Ackerbohnen?“, lenkt Rapunzel unsere Aufmerksamkeit auf das Beet hinter der Ausgrabungsstätte.

„Ackerbohnen, Favabohnen, Puffbohnen, Viehbohnen, wie du willst“, bestätigt Bruce.

„Sind die schon reif?“, forscht Rapunzel weiter.

„Müssten. Ich hab die schon Ende Februar gesteckt.“

„Was machst Du damit?“

„Essen!“

„Ich meine, wie du sie zubereitest.“

„Ich? Gar nicht. Aber ich hab einen türkischen Kollegen, der macht da immer ein verdammt leckeres Essen draus.“

„Und könntest du mir das Rezept besorgen?“

Bruce grinst und kramt einen zerfledderten Zettel aus seiner Geldbörse. Rapunzel faltet das Papier mit spitzen Fingern auseinander und liest vor: „Für vier Personen zwei Gemüsezwiebeln und zwei Knoblauchzehen fein würfeln und in zwei Esslöffeln Olivenöl anschwitzen. Dann 600 Gramm Favabohnen unterrühren und mit einem Viertelliter Gemüsebrühe auffüllen. Ein Lorbeerblatt, einen Zweig Thymian, einen Zweig Rosmarin, Apfeldicksaft, Pfeffer und Salz dazugeben und zirka eine halbe Stunde bei mäßiger Hitze köcheln lassen. Währenddessen eine Zitrone schälen und in Würfel schneiden und ein halbes Bund glatte Petersilie fein hacken.
Danach die Kräuter und das Lorbeerblatt herausnehmen und die Bohnen gut abtropfen lassen. Olivenöl darüber träufeln, nochmals salzen und pfeffern, die Zitronenwürfel, die Petersilie und 170 g schwarze Oliven unter die Bohnen heben und warm servieren.“

„Mist“, sagt Bruce, “jetzt hab ich Hunger und muss die Saubohnen erst noch ernten.“

100 Dinge, die wir meistens nicht über andere Leute wissen wollen – oder doch?

Es ist eine Ehre, an dieser Stelle so anschaulich porträtiert worden zu sein.
Dankbare Grüße aus dem Garten 🙂

Blogspione

Schild "Ww are in the garden"

Ich klatsche nicht gerne. Habe ich nie gemacht und hat mich nicht interessiert. Beifall dagegen gibt es von mir schon. Wenn etwas gut ist. Für Künstler zum Beispiel. Ist aber etwas anderes.

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Perspektiven

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

im Hof des Hauses, in dem ich lebe, steht eine Teppichklopfstange. Es gibt dort keine neumodischen Wäschespinnen, sondern zwei Rohrkonstruktionen mit angeschweißten Haken, zwischen denen die Wäscheleinen gespannt sind und es gibt die Teppichklopfstange, die auf zwei senkrechten Rohren befestigt ist. Selten wird dort tatsächlich ein Teppich gereinigt. Viel häufiger turnen die Kinder der Nachbarschaft daran herum.

Heute, es ist schon nach 22:00 Uhr und die Schwüle des Tages staut sich zwischen den Häusern, hängt an der Teppichklopfstange mein Nachbar vom Planeten Dings.
Er hat sich irgendwie hinaufgezogen und seine Knie über die Stange gehakt. Nun baumelt er kopfüber und schlenkert mit den Armen.

„Ach, die Frau Aldente“, sagt er, als er mich bemerkt.

Ich gucke ihm in die Nasenlöcher und erschrecke, denn er kann aus seiner Position ja auch in meine Nasenlöcher sehen. Ich drehe mich unwillkürlich weg und suche nach einem Papiertaschentuch.

„Na, alles Paletti?“, fragt…

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Das Gähnen

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

morgen ist Mittwoch, hat mein Nachbar vom Planeten Dings heute zu mir gesagt.

Ich merke gerade, dass es ein gewagtes Unterfangen ist, mit dieser Information schon zu Beginn des Textes herauszurücken. Denn so muss ich den Beitrag heute noch abschließen. Sonst stehe ich morgen da und ändere heute in gestern.

Oder ich streiche ganze Sätze.

„Morgen ist Mittwoch“, sagte mein Nachbar vom Planeten Dings heute. Er machte große, erwartungsvolle Augen.

Nach einer Weile starren fragte er: „Und?“

„Was und?“

„Und Mitmachblog?“

„Nix Mitmachblog!“

Mein Nachbar gähnte.

Ich spürte auch in mir ein Gähnen aufsteigen. Ich versuchte es zu unterdrücken. Es gelang nicht. Ich gähnte.

„Mhm“, kommentierte mein Nachbar, „ein Psychophat bist du jedenfalls nicht.“

„Psychophatin, ich bin keine Psychophatin. Aber woran willst du das jetzt erkannt haben?“

„Ganz einfach, Psychophaten lassen sich von Gähnen nicht anstecken.“ Mein Nachbar zuckte mit seinen Schultern und fuhr fort: „Schreibst du heute noch…

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Das Wochenende

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

mein Nachbar vom Planeten Dings nimmt den Mitmachblog sehr ernst. Er macht zwar kaum mit, dafür achtet er aber sehr genau darauf, ob ich mitmache.

Seiner etwas einseitigen Abmachung zufolge, schreiben wir nämlich für den Mitmachblog, was am Ende mit schöner Regelmäßigkeit darauf hinausläuft, das ich etwas schreibe und er mehr oder weniger zufrieden damit ist.

„Du hast in dieser Woche überhaupt nichts geschrieben.“ Mein Nachbar vom Planeten Dings schaut mich vorwurfsvoll an.

„Wieso? Es ist ja noch Wochenende. Da habe ich noch bis heute Abend Zeit.“

„Von wegen! Gestern Abend war das Wochenende vorbei. Heute ist Feiertag!“

„Hoppla. Das ist mir jetzt glatt – was war denn das Thema?“

„Es lebt.“

„Wie jetzt? Es lebt? Was lebt?“

„Was weiß denn ich? Das Ding unter der Kellertreppe. Die Woche ist ja jetzt eh vorüber, sogar der Monat.“

„Ich könnte ja trotzdem noch was schreiben. Welches Ding unter der…

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Stockbrot – herzhaft oder süß

Einige Gartennachbarn nehmen jede Gelegenheit wahr, größere Feuer zu entfachen. Osterfeuer, Sommersonnenwende, Martinsfeuer, Wintersonnenwende, es vergeht kaum ein Monat, an dem nicht irgendein zündender Anlass gefunden wird. Auf dem Zettel an der Tür zum Vereinsheim steht: Heute Walpurgisfeuer.

Die Kinder tragen schon seit einigen Tagen jedes Holzstück, dessen sie habhaft werden können, zur Festwiese. An einigen Zäunen lichtet sich die Lattung und die Kleingärtnerschaft sieht dem kommenden Ereignis durchaus mit gemischten Gefühlen entgegen.

Zunächst wird der zur Verbrennung vorgesehene Haufen noch einmal durchwühlt. Einerseits, um etwaige Untermieter, wie zum Beispiel Igel aufzuscheuchen und andererseits, um noch intakte Zaunlatten wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuzuführen. Nach vollzogener Inspektion wird das Brennmaterial in der anderthalb Meter großen Feuerschale aufgeschichtet.

Ich wurde überredet, Teig für Stockbrote anzusetzen. Dazu fertigte ich zunächst aus 200 Gramm Kokosfett, fünfzig Millilitern Sonnenblumenöl, einem Apfel, einer mittelgroßen Zwiebel, zwei Knoblauchzehen, einem Esslöffel frischem Thymian, einem halben Teelöffel Salz und einer Prise frisch gemahlenem Pfeffer ein Glas voll Zwiebelschmalz. Dazu würfelte ich die Zwiebel, den Apfel und die Knoblauchzehen fein und hackte den Thymian. Ich zerließ fünfzig Gramm Kokosfett mit den fünfzig Milliliter Öl und schwitzte darin alle Zutaten an. Später gab ich das restliche Kokosfett dazu, bis alles ganz zerlassen war, salzte, pfefferte und füllte ein großes Bügelglas.

Für einen herzhaften Teig würfelte ich zwei weitere Zwiebeln und dünstete diese in vier Esslöffeln meines Apfelschmalzes an. Dann löste ich einen Würfel Hefe in einem Gemisch aus 240 Millilitern Wasser und zwei Teelöffeln Apfeldicksaft auf. Ich vermengte 400 Gramm Dinkelmehl (Typ 630) mit 100 Gramm Kastanienmehl und einem Teelöffel Salz, rührte die Hefe und das flüssige Zwiebelschmalz dazu und knetete einen geschmeidigen Teig, den ich zugedeckt in einer Schüssel gehen ließ.

Einen weiteren Teig knetete ich aus einem Würfel Hefe, 500 Gramm Dinkelmehl (Typ 630), 100 Gramm getrockneten Cranberrys und einer Prise Salz. Zuvor hatte ich den Würfel Hefe in 260 Millilitern lauwarmer Hafermilch mit drei Esslöffeln Apfeldicksaft gelöst. Auch diesem Teig gab ich zirka anderthalb Stunden Zeit zum Gehen.

Als ich meine Teigschüsseln Richtung Feuerstelle trage, werde ich dort schon erwartet. Die Männer schnitzen ihren Sprösslingen Backstöcke oder starren in die Flammen und führen bedächtig Bierflaschen zum Munde.

Die Frauen hocken unter dem Vordach des Vereinsheimes um einen Tisch, auf dem eine Kanne mit selbst angesetztem Kräutertrank steht. In einer Ecke lehnen Besen.

Wir bestücken Backstöcke und nippen vom Gebräu. Hin und wieder darf einer der Knirpse eine Handvoll getrockneten weißen Salbei auf die Glut werfen. Die Rauchschwaden winden sich durchs Geäst des Walnussbaumes und wehen dann hexengleich davon.

Okraschoten fürs Volk

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

„Ich freue mich über jeden, der einen Platz im Leben gefunden hat“, sagt mein Nachbar vom Planeten Dings. „Nehmen wir zum Beispiel dich“, fährt er fort, „du bist in deinem Garten, in deinem Gartenverein, in deiner schönen kleinen Welt.“

Ich überlege, ob ich darauf antworte.

Aber ich mag nicht antworten.

Mein Nachbar vom Planeten Dings mag keine Antworten.

Er erwartet keine Antworten. Er erwartet Bestätigung.

„Da wo ich herkomme,“ sagt er, „haben die Herrschenden den Armen auch kleine Gärten für kleines Geld überlassen. Da können die Armen Gemüse und Obst für den Eigenbedarf anbauen. So sind sie schön beschäftigt und kommen gar nicht auf die Idee, die herrschenden Verhältnisse in Frage zu stellen.“

Wieder schaut er mich erwartungsvoll an.

„Was soll ich jetzt dazu sagen?“, frage ich nach einer Weile.

„Weiß nicht, Viva la Revolution vielleicht?“

„Du guckst schon wie: Viva la Revolution.“

„Wie wäre es mit Okraschoten…

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