Blind Date # 4

Was kommt dabei heraus, wenn sich 14 BloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen?

Unter dem Motto „Peaches“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von The Presidents of the United States of America geschrieben.

Wir wissen nicht was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind:

Hauptstadtgarten,

Beetkultur,

Der kleine Horrorgarten,

Cardamonchai,

Milli Bloom,

Rienmakäfer,

Garteneuphorie,

Grüne Liebe,

Garteninspektor,

Faun & Farn,

Mrs. Greenhouse,

Buddenbohm & Söhne

Gartenbaukunst

und meinereine.

Viel Spaß beim Lesen!

Fotos: Sandra Geeck

Pfirsich_Insta

Geerdete Romantik

Ich sitze im Schaukelstuhl, ziehe die Decke fester um meine Beine und blinzele in die Frühlingssonne. Meine Gartennachbarin Frau B. und ihr Mann Hans-Georg sind mit ihrem Pfirsichbäumchen beschäftigt. Es ist höchste Zeit ein Fungizid gegen die Kräuselkrankheit zu spritzen, denn die Blätter haben das Mausohrstadium schon fast hinter sich gelassen. Während Hans-Georg mit der Sprühflasche hantiert, sucht Frau B. die Pflanzen unter dem kleinen Baum so gut es geht mit einem Vlies zu schützen.

Die beiden haben mich offenbar noch nicht entdeckt.

Hans-Georg peilt am rosigen Gesicht seiner Gattin vorbei Richtung Sonne und säuselt: „Wenn ich so am Flaum deiner Wange entlang sehe, ist mir, als würden schon Pfirsiche in den Zweigen hängen.“

„Och hör bloß auf, du alte Schmalzbacke“, wehrt Frau B. die Avancen ihres Gatten ab, fährt sich mit den Fingern durch ihr dauergewelltes Haar und fügt verschmitzt hinzu: „Wenn du mal ein wenig höher guckst, dann siehst du die Kräuselkrankheit, ich muss dringend mal wieder zum Frisör.“

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Ragout fin vom Baumhuhn

Ein Wort Voraus:

Die folgende Geschichte wurde inspiriert durch einen Beitrag der Bloggerin Iris Blitz auf ihrem wunderbaren Blog: Durantis

Vielen herzlichen Dank, liebe Iris, auch für die zahlreichen anderen Anregungen.

Meine Gartennachbarin Frau B. steht mit ihrem Mann Hans-Georg und Bruce an meinem Zaun. „Sag mal“, Frau B. stupst Bruce an, „als Vorstandsmitglied kennst du dich doch jetzt aus. Ist Kleintierhaltung auf den Parzellen nun erlaubt, oder nicht?“

„Wie kommst du darauf?“ Brunce runzelt seine Brauen.

„Na“, fährt Frau B. fort, „der Pierre hat doch jetzt ein Baumhuhn.“

„Aber das ist doch gar kein ri…“, versucht Hans-Georg einzuwenden, wird aber von seiner Frau unterbrochen: „Lass doch Bruce mal erzählen, Hans-Georg.“

„Wo hat Pierre denn das Baumhuhn?“

„Na an dem alten Stubben.“

„Am Aprikosenstubben? Den sollte er doch längst rausmachen.“

„Pierre sagt, das macht das Baumhuhn für ihn.“

„Ein Huhn das Stubben rodet?“ Bruce kratzt sich ungläubig am Hinterkopf. „Und das ist nur ein Huhn?“

„Soweit ich weiß“, grinst Frau B. listig.

„Eigentlich dürfen keine Tiere auf der Parzelle gehalten werden.“ Stellt Bruce ernst fest.

„Ich möchte auch so ein Huhn.“ Frau B. sieht Bruce verschmitzt an.

„Das ist es eben. Mit einem Huhn fängt es an und zuletzt hat einer ein Pony auf der Wiese stehen.“ Bruce gibt sich unversöhnlich.

„Ein Huhn?“, Hans-Georg schüttelt seinen Kopf. „Wir haben ja nicht mal Stubben und überhaupt, ein einzelnes Huhn, das ist doch gar nicht artgerecht. Karo-Tina was sagst du?“

„Hühner fühlen sich nur in Gruppen wohl.“ Obwohl mir die Sache seltsam vorkommt, spiele ich mit.

„Und sie brauchen einen Hahn“, fügt Frau B. hinzu.

„Wenn die Hühner Stubben roden, was macht dann der Hahn? Ortbeton raushacken, vielleicht“, sinniert Hans-Georg.

Allmählich dämmert Bruce, dass Familie B. ihn auf den Holzweg führen will. „Ihr bindet mir doch einen Bären auf“, schnaubt er.

„Nein, ein Baumhuhn“ prustet Hans-Georg los. „An Pierres Aprikosenstubben wächst ein Schwefelporling und dieser essbare Pilz wird Baumhuhn genannt, weil er angeblich wie Huhn schmeckt.“

„Dann ist es ja gut“, Bruce wirkt erleichtert und fragt mich: „Hast du sowas schon mal zubereitet?“

„Das käme auf einen Versuch an.“

Ich werde Pierre 500 g Baumhuhn abschwatzen, vorzugsweise die jüngsten Randpartien denn die älteren Pilzteile sind angeblich ungeniessbar. Dann nehme ich eine geschälte Zwiebel pinne mit drei Nelken ein großes Lorbeerblatt daran fest und koche sie in einem Liter Wasser zusammen mit den Pilzstücken und 8 Pefferkörnern. Nach zirka 15 Minuten fische ich die Pilzstücken zum Abkühlen heraus und gieße einen 3/4 Liter der Brühe durch ein Sieb. In 50 g Margarine schwitze ich 50 g Mehl an und rühre mit dem Schneebesen zunächst die Brühe und dann 200 ml Sojasahne ein. Die Sauce schmecke ich mit Zucker, Pfeffer, Salz, Weißwein, Zitronensaft und Worcestershiresauce ab. Dann brate ich 200 g in Scheiben geschnittene Champignons zusammen mit zwei geschälten und gewürfelten Schalotten in wenig Rapsöl an. Die Schwefelporlingstücke werden nun auch in kleine Würfel geschnitten und zusammen mit den Champignons unter die Sauce gehoben. Zu guter Letzt wird das Ragout in Blätterteigpasteten gefüllt und im Ofen bei 175 °C Umluft gebacken.

Eine Rumpelkisten-Award-Fusion

Ich schiebe schon eine Weile, genauer seit dem 29.12.2017, eine Recognition-Award-Nominierung vor mir her. Erhalten habe ich diese von Michaela alias ElaLettrice. 

Vielen Dank dafür.

Der Recognition-Award ist bei mehrfacher Nominierung ein wenig problematisch, denn wie das am Anfang mit der Bloggerei so war, kann ja eigentlich nur einmal erzählt werden.

Ich tat es zum Beispiel hier.

Auch die geforderten zwei Ratschläge für Blogger-Neulinge können mit der Zeit zum Problem werden, wenn nicht immer wieder die selben zwei Ratschläge wiederholt werden sollen.

Und Ratschläge wie:

Du musst regelmäßig Beiträge veröffentlichen, um Deine Leser bei Laune zu halten!

Oder:

Um von Suchmaschinen gut gefunden zu werden, sollten Deine Beiträge mindestens 10000 Zeichen lang sein!

Oder:

Wichtig sind Überschriften mit besonderen Schlüsselwörtern!

Solche Ratschläge will ja kein Mensch mehr geben ähm hören. Oder?

Ein Ratschlag, der mir heute quasi aus der Kommentarspalte fiel, wäre:

Haltet immer schön Ordnung bei Award-Nominierungen die ihr im Laufe der Zeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erhalten werdet.

Die liebe Dr. Nessy alias Dr. med. Agnes Wagner von Salutarystyle hat nämlich vor geraumer Zeit, also vor noch geraumerer Zeit als Michaela von ElaLettrice, genauer am 13.09.2017, einen Nominierungskniff angewendet, in dem sie unter einen Beitrag zur Nominierung für den Unique-Blogger-Award schrieb:

„Allerdings nominiere ich nicht 15 Blogger, sonder A L L E, die diesen Artikel tatsächlich durchlesen! Denn Ihr habt natürlich einen sehr guten Geschmack!“

Da hatte Dr. Nessy mich natürlich erwischt. Wenn ich die Nominierung jetzt nicht angenommen hätte, wäre womöglich noch der Eindruck entstanden, ich würde Beiträge nicht richtig lesen. Den „Gefällt mir“-Knopf hatte ich leichtfertiger Weise schon gedrückt. Also flugs den Link zum Nominierungsbeitrag in den Ordner mit dem Titel: „Awarde und Gedöns“ kopiert und dann …

Ja dann hab ich doch vergessen einen Beitrag zu schreiben.

Und wann fiel es auf?

Als ich heute von Dr. Nessy die Nominierung zum TMI-Award erhielt. Aber dazu später mehr.

Heute will ich erstmal den Unique-Blogger-Award und den Recognition-Award aus dem Rumpelkisten-Ordner befreien und fusionieren.

Zur Unique-Blogger-Award-Nominierung gehören drei Fragen von Dr. Nessy.

1. Was sollte ein Blog unbedingt haben, damit er für Euch interessant ist?

Da fällt mir vor allem ein, was er möglichst nicht haben sollte: Diverse Pop-up-Fenster, die mich zum Folgen animieren oder in soziale Netzwerke locken sollen. Ich bin zwar selbst auch auf Facebook und Twitter unterwegs, aber die Links zu den Netzwerken sollten nicht den Blog dominieren.

2. Was wollt Ihr selbst mit Eurem Block bezwecken und was unternehmt Ihr dafür?

In allererster Linie ist Karotinasblog für die Gartengeschichten entstanden, die sonst nur den Lesern der Zeitung „Gartenfreund“ im Freistaat Sachsen vorbehalten geblieben wären.

3. Wieviel Zeit verbringt Ihr pro Woche auf (Euren und anderen) Blogs?

Zirka fünf bis zehn Stunden.

So, ich danke noch einmal Michaela und Dr. Nessy für die Nominierungen und damit ich die Sache mit dem TMI-Award (TooMuchInformation) nicht vergesse, mache ich mir noch schnell einen Knoten in mein Laptop.

Und das mit den Nominierungsregeln, naja, wer das hier alles gelesen hat, der sei nominiert – hehehehe.  😀

Unsortierte Grüße aus dem Garten  🙂

Achtmillionster „Liebster Award“

Früher, schreibe ich und komme mir alt und weise vor, früher so vor fünfzehn oder fünfundzwanzig Monaten, da lernte ich den „Liebster Award“ als ein Vernetzungsspielzeug kennen, das Bloggern mit weniger als dreihundert Followern dazu dienen sollte, in Bloggersdorf auf sich aufmerksam zu machen.

Aber das war früher. Nach zahlreichen anderen Award-Versionen ist nun wieder eine Nominierung zum „Liebster Award“ ins Haus Aldente geflattert und zwar vom achtmillionsten Mamablog.

Nicht das jemand denkt, ich könnte Alexandra nicht leiden. Nein! Die Bezeichnung „Der achtmillionste Mamablog“ hat sich Alexandra, selbstironisch wie sie ist, ganz allein ausgesucht. Und in der URL steht dann auch noch: Mamastehtkopfblog, was die Blogbeschreibung auf das Angenehmste abrundet. Schaut doch mal bei ihr vorbei.

Vielen Dank für die Nominierung kopfstehende Alexandra, es ist mir eine Ehre.

Natürlich ignoriere ich das Regelwerk und beantworte nur die Fragen.

Hätte man Dir früher gesagt, dass Du mal bloggen wirst, was hättest Du geantwortet?

Hä? Bloggen? Issndas?

Wann findest Du die Zeit zum Schreiben?

Zu selten.

Fünfhundert Euro und einen Tag frei. Was machst Du?

Ich kaufe mir noch einen freien Tag oder zwei.

Familienhotel oder Campingplatz wo finde ich Dich?

Wenn nur diese beiden zur Auswahl stünden, dann wohl Campingplatz.

Bald ist Fasching! Muffel oder Jeck? Und warum?

Ich habe zu derlei Veranstaltungen ein eher distanziertes Verhältnis. Muffel würde ich jetzt aber auch nicht grad – ok ich geh als Muffel.

Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, in welchem Jahr würdest Du landen?

Ich würde nicht in die Vergangenheit wollen. Das war mir alles zu gruselig.

Was ist Dein ganz persönlicher Inbegriff von Glück?

Wenn ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

Welche Filme gehen für Dich im Kino gar nicht?

Splatterhorror.

Salat oder Steak? Bier oder Wein?

Salat und Ingwertee.

Dein Leben in zehn Jahren. Wie sieht das aus?

Na super!

Ich sitze im Garten am Computer und beantworte die Fragen der achtmillionsten Liebster-Award-Nominierung.

Gefüllte Chicorée-Schiffchen

Von den Jahreszeiten sind mir Frühling und Herbst die liebsten. Auf die letzten warmen Herbsttage sollte unmittelbar ein angenehmer Frühling folgen.

Doch wenn ich mich nur zwischen Sommer und Winter entscheiden könnte, hätte ich ein Problem. Denn obgleich ich Kälte nicht mag, ist der Umgang mit ihr irgendwie einfacher, als mit Hitze. Im Winter einen zusätzlichen Pullover überstreifen kann jeder, bei 38 Grad Celsius im Schatten ist mit Kleidung ablegen irgendwann Ende im Gelände. Außerdem kann ich auch mit mehreren warmen Kleidungsstücken übereinander gezogen noch Gartenarbeiten verrichten, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten. Alles eine Sache des textiltechnischen Feintunings.

Als universelles Kleidungsstück hat sich meine Latzhose erwiesen. Im Sommer schlabbert sie mir angenehm um die Beine und lässt jeden Windhauch passieren und im Winter kann ich sie gewissermaßen als Oberpelle über Strumpfhose und Jogginghose verwenden.

So präpariert, können mich selbst tiefste Temperaturen nicht schrecken. Auch viel Bewegung macht mir dabei nichts aus, außer, wenn ich am Morgen eine Strumpfhose mit ausgeleiertem Gummibund aus dem Schrank gefischt und angezogen habe. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich kehre noch einmal zum Schrank zurück und verändere die Kleidungsordnung oder ich fasse alle paar Minuten mit den Händen seitlich vom Hosenlatz nach der Kordel von der Trainingshose, zupfe diese auf, greife den Bund der Strumpfhose, ziehe diesen unter Zuhilfenahme rhythmischer Bein- und Hüftbewegungen nach oben und fummele schließlich wieder eine Schleife in die Sporthosenhalteleine. Sinnvollerweise sollte die Prozedur begonnen werden, bevor die Strumpfhose den Schlüpfer mit auf Expedition zur Südhalbkugel genommen hat.
Diese Verrichtung nimmt natürlich eine Menge Aufmerksamkeit in Anspruch. Schließlich soll ja nicht zu viel Kaltluft zwischen die Kleidungsstücke geraten.

„Hrm, hrm!“ Ich höre hinter mir ein Räuspern. Ich zurre die Kordel fest, rücke meine Pudelmütze grade und drehe mich um. Am Zaun steht Lutz, der wegen seiner Ähnlichkeit mit dem französischen Schauspieler Pierre Richard von allen nur Pierre genannt wird.

„Du hast mich erschreckt. Wie lange stehst du schon da?“ frage ich.

„Och, noch nicht so lange. Sah interessant aus. Was treibst Du da?“

„Strumpfhose rutscht“, gebe ich mürrisch zurück.

„Willst du Chicorée?“

„Ja!“ Meine Laune bessert sich augenblicklich.

Pierre reicht mir einige Zichorienknospen.

„Was wirst du daraus machen?“, fragt er überm Gehen.

„Och, vermutlich was Kaltes. Von den sechs Chicorée löse ich zirka 20 bis 25 Blätter ab. Den Rest gebe ich mit 50 Gramm eingeweichten Cashewkernen, je 50 Gramm geputztem und kleingehacktem Knollen- und Staudensellerie, je einem Teelöffel edelsüßem Paprikapulver, Zitronen- und Rote-Bete-Saft, je einem Esslöffel Olivenöl und Sojasauce und einer großen Gemüsepaprika und einem Stängel Petersilie in den Mixer. Die Creme auf die Chicorée-Schiffchen streichen – fertig.“

„Kannst du mir das aufschreiben?“

„Mach ich und schönen Dank nochmal.“

Zaubernussecken

In unserem Verein feiern wir seit einigen Jahren im Januar einen Neujahrsempfang. Der Vorstand lädt alle neuen Vereinsmitglieder zusammen mit den Ehrenmitgliedern und den Mitgliedern ein, die im vergangenen Jahr besonders viele Stunden ehrenamtlich Arbeit geleistet haben.

Der Vorstandsvorsitzende nutzt diese Gelegenheit zu einem kleinen Jahresrückblick, abseits eines förmlichen Geschäftsberichtes und gibt eine kurze Vorschau auf die künftigen Arbeitseinsätze und natürlich auf die geplanten Vereinsfeste. Auch einen Vereinsausflug soll es wieder geben.

Zu lange darf sich der Vorstand allerdings nicht bei der Vorrede aufhalten, denn der Kaffee ist schon ausgeschenkt. Der Glühwein duftet verführerisch aus dem elektrisch beheizten Kessel und die ersten Gartenfreunde haben schon den einen oder anderen Keks verputzt. Endlich hebt der Vorsitzende sein Sektglas und nach dem gemeinsamen Prosit auf das neue Gartenjahr hebt ein geschäftiges Klappern und Schwatzen an.
Erst als die Gartenfachberaterin die Fragebögen für ein Gartenquiz verteilt, wird es etwas ruhiger. Jeder, der weiß, in welchem Abstand zur Parzellengrenze eine Süßkirsche mindestens gepflanzt werden muss oder ob sich Kartoffeln und Erdbeeren in einem Beet vertragen, kann nun kleine Preise gewinnen.

Fester Bestandteil des Neujahrsempfangs ist auch der Auftritt unseres Zauberkünstlers. Er verblüfft die Kleingärtner gern mit Kartenkunststücken, magischen Ringen und Seilen. Nur Unkraut kann er leider nicht verschwinden lassen.
In diesem Jahr hat er mich gebeten, Nussecken zu backen.

Ich mischte 300 Gramm Weizenmehl, 600 Gramm Vollkorndinkelmehl, 360 Gramm Rohrohrzucker, den Inhalt von zwei Päckchen Vanillezucker und einem Päckchen Backpulver, schmolz 400 Gramm Margarine in einem Topf und gab sie zusammen mit zwei pürierten Äpfeln und acht Esslöffeln Wasser zu der Mehlmischung. Nach und nach verrührte ich mit einem Löffel alles zu einem Teig. Den Teigballen bestäubte ich mit Mehl und knetete ihn mit den Händen auf zwei gefettete und bemehlte Backbleche.
Anschließend strich ich acht Esslöffel Aprikosenkonfitüre auf dem Teig.

Für den Belag zerließ ich weitere 340 Gramm Margarine in einem Topf und rührte 280 Gramm Kristallzucker und 16 Gramm Vanillezucker (zwei Päckchen) hinein. Nach kurzem Aufkochen gab ich 400 Gramm gemahlene und 200 Gramm gehackte Haselnüsse sowie acht Esslöffel Wasser hinzu, verrührte alles und verteilte die Masse gleichmäßig auf dem Teig.

Dann wurde bei 175 Grad Umluft 25 Minuten im vorgeheizten Backofen gebacken und nach kurzem Abkühlen die Ecken geschnitten.

Zwei Tafeln Zartbitterschokolade ließ ich im Wasserbad schmelzen und träufelte sie mit einem Löffel über die Nussecken.

Vor der Veranstaltung überreichte ich mein Backwerk dem Magier.

Der holt sich jetzt eine Junggärtnerin als Assistentin auf die Bühne und lässt sich von ihr aus einem Hamameliszweig einen neuen Zauberstab schnitzen. Mit dem verwandelte er dann unter dem Beifall der Gartenfreunde Zaubernussblüten in Nussecken.

Mystery Award # 3

Kurz vor Jahresende möchte ich noch schnell eine Awardnominierung abarbeiten. Denn Nominierungsschulden sind Ehrenschulden und schon die Oma sagte: Geh nicht mit Schulden in ein neues Jahr.
Der Orlfork hat mich für den Mystery-Blogger-Award nominiert. Vielen Dank dafür. Beim Olfork geht es um Spiele. Schaut doch mal bei ihm vorbei.
Da ich zu diesem Award schon hier und hier etwas geschrieben habe, spare ich mir die Regellitanei und Logo und okoto und so weiter und so fort.

Zu den Fragen vom Olfork:

1. Wenn Du ein Spiel wärst, welches wäre es und warum?
Ganz klar „Ran ans Beet“, warum dürfte klar sein.

2. Kannst Du verlieren?
Immer gewinnen wäre vermutlich auch irgendwann langweilig.

3. Welches Buch/Hörbuch liest/hörst Du gerade?
„Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari

4. Küste oder Berge? Und warum?
Ein Berg am Meer, da bin ich unkompliziert.

5. Welches ist der schlechteste Witz, den Du kennst?
Wählt ein Volk einen Milliardär zum Präsidenten …

Erzähle den Lesern drei Dinge über Dich!

Ich bin nicht abergläubisch.
Mein Garten ist immer zu klein.
Ich liebe Lauben mit Gründach.

So, und jetzt wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen beschaulichen Silvestertag und ein guten Start ins neue Jahr.

PS: Beinahe hätte ich das mit den „erfolgreichsten Beiträgen“ vergessen. Nachdem ich bei der Mystery-Blogger-Award-Nominierung 1 schon die am häufigsten und bei der Mystery-Blogger-Award-Nominierung 2 die am wenigsten beachteten Gartengeschichten verlinkt habe, möchte ich heute mal auf die Gärtner-Blind-Dates verweisen, an denen ich bisher teilnahm.

Blind-Date Edition #2 “Summer Wine”

Blind Date # 3 „I like Birds“

Fröhliche Grüße aus dem Garten

Zahlenmystik und ein Weihnachtsmann mit Hacke

Liebe Leserinnen und Leser,

an welchem Weihnachtsfeiertag die Geschenke übergeben werden, ist ja nicht eindeutig festgelegt.

Puristen werden sogleich aufstöhnen und anmerken, dass es zum Weihnachtsfest gar nicht um Geschenke geht. Zumindest was die Geschenkpalette  jenseits von Gold, Weihrauch und Myrrhe angeht.

Aber seitdem der rot gekleidete Limonadenverkäufer das Regiment vom Bischof Nikolaus von Myra übernommen hat, geht es eben doch um Geschenke. Ob diese nun am 24.12. oder am 25.12. übergeben werden oder gar erst am 26.12. ist sehr verschieden.

Ich gehöre zu den Ungeduldigen. Einerseits stehe ich der ganzen Schenkerei und dem damit unweigerlich verbundenen Konsumzwang skeptisch gegenüber; Andererseits kann es mir, wenn es denn schon sein muss, gar nicht schnell genug gehen mit der Bescherung. Deshalb ist am frühen Nachmittag des 24.12. auspacken angesagt.

Ich bekam eine schicke Wiedehopfhacke. Die Tierschützer kann ich beruhigen. Ich zerhacke auch zukünftig keine Wiedehopfe. Die Hacke sieht nur wie ein Wiedehopf aus.

Wiedehopfhacke_klein

Außerdem bekam ich am 25.12. von Verena  das 1337 Like auf dem Mitmachblog, wie WordPress promt vermeldete.

Herzlichen Dank dafür.

Also vor allem natürlich herzlichen Dank an Verena für das „Mögen“ meiner kleinen Treppenhausgeschichte aber auch herzlichen Dank an die Programmierer von WordPress, die die Algorithmen so zusammen geklöppelt haben, dass ich mich jetzt auch beim auf den Mitmachblog zur Elite zählen darf.

likeable-blog-1337-2x (1)

Wenn diese magische Zahl nicht in Bezug auf die Likes sondern in Bezug auf die Anzahl der veröffentlichten Beiträge gesetzt worden wäre, müsste ich mich (weiterhin zirka zwanzig Beiträge für den Mitmachblog jährlich vorausgesetzt) noch bis zum Jahr 2082 gedulden.

Der Dank gebührt natürlich nicht allein Verena, sondern auch den anderen Leserinnen und Lesern, die zuvor 1336 mal den Like-Button für meine Beiträge  betätigten.

So war 2017 für mich auch ein Jahr der Zahlen. Hundertster Beitrag und tausendster Follower auf Karotinasblog, 1000 Likes und 1337 Likes auf dem Mitmachblog.

Ich danke Euch allen für Euer Interesse und hoffe Euch auch weiterhin hier begrüßen zu dürfen.

Ich gehe jetzt mal meine neue Hacke ausprobieren und wünsche einen angenehmen zweiten Feiertag.

Festliche Grüße aus dem Garten  🙂

Mythologie im Treppenhaus

Liebe LeserInnen,

heute traf ich im Treppenhaus meinen Nachbarn vom Planeten Dings. Irgendwie fühle ich mich immer gleich schuldig, wenn ich ihm begegne, weil ich so lange nicht mehr für den Mitmachblog geschrieben habe.

Er hockte auf dem Treppenabsatz und hörte mit seinem Kopfhörer so laut Rag ’n‘ Bone Man, dass ich „Human“ hätte mitsingen können.
Was ich natürlich nicht tat. Stattdessen überlegte ich kurz, ob ich mich vorbeischleiche, denn mein Nachbar vom Planeten Dings hatte seine Augen geschlossen.
Doch in dem Moment, in dem ich mich vorbeimogeln wollte, blinzelt er und ich wünschte pflichtschuldig angenehme Festtage.

„Pfft!“ Machte mein Nachbar und zog den Kopfhörer auf seine Schultern. Aus den Muscheln dröhnte: „When my skin grows old, when my breath runs cold …“
„Da wo ich herkomme, feiern wir andere Feste“, polterte er.

„Oh, ich wollte Dich nicht beleidigen,“ versuchte ich ihn zu besänftigen.

„Das nun auch nicht grade! So hat halt jeder seine Mythen. Ob nun ein Gottessohn, der jahreszeitenmäßig grad gut in den Kalender einer Agrargesellschaft passt, oder eine Tiergestalt, die fürs komplette neue Jahr zuständig ist, wichtig ist doch nur, dass genug Leute dran glauben.“

„Und du feierst Deinen Mythos im Treppenhaus mit Rag ’n‘ Bone Man?“

„Nee, ich hab mich nur ausgesperrt und warte auf den Schlüsseldienst.“

„Oh, das tut mir leid.“

„Das muss dir nicht leid tun. Ich hoffe er kommt bald.“

„Du willst also nicht auf einen Tee mit reinkommen?“

„Ein Tee? Da sag ich nicht nein. Der Schlossknacker hat ja meine Telefonnummer.“

Nach zirka drei Stunden kam dann ein Mann im Overall, dem wir beim Öffnen der Tür nicht zusehen durften.

Mein Nachbar vom Planeten Dings ist jetzt zweihundert Euro ärmer und ich glaube er bereut, dass er nicht schon früher einen Notfallschlüssel bei mir deponiert hat.

Nachbarschaftliche Grüße vom Blog nebenan