Fenchel-Aprikosen-Gemüse mit Kichererbsenreis

Der Freund meiner Tochter Jasmin hockt im Garten vor einem großen Stein und hält in der Hand einen kleineren Stein.
„Klopf, klopf“, rufe ich über den Zaun. „Was treibst du da?“
„Ich versuche Aprikosensteine zu knacken, um an die Kerne zu gelangen.“
„Wie in der Steinzeit?“
„Hm, experimentelle Archäologie gewissermaßen.“
„Unfug“, ruft das Fräulein Tochter unter dem Vordach der Laube hervor, „der Nussknacker ist zu groß für die kleinen Dinger. Wir brauchen nur sechs Esslöffel Aprikosenkerne“, beschwichtigt Jasmin und winkt mich zu sich.
„Ein Glück, dass wir kein Persipan machen wollen“, stellt der experimentierende Archäologe fest.
„Persipan?“, frage ich.
„Das ist das Marzipan der armen Leute. Wenn keine Mandeln zur Verfügung standen, wurden als Ersatz Aprikosen- oder Pfirsichkerne verarbeitet. Dabei dürfen nur Kultursorten verwendet werden, denn die Kerne der Wildsorten enthalten zu viel Blausäure und schmecken bitter.“
„Wir haben ja eine Kultursorte“, sagt Jasmin und winkt erneut.
Unter dem Vordach zeigt sie mir einen Zettel mit einem Rezept.
60 Gramm Kichererbsen in kaltem Wasser einweichen und am nächsten Tag mit ungesalzenem Wasser gar kochen. 150 Gramm Reis in Gemüsebrühe kochen und dann mit je einem Teelöffel Kurkuma- und Korianderpulver mischen. Zwei Esslöffel Olivenöl erhitzen und darin eine geschälte und gehackte Zwiebel glasig dünsten. Die Zwiebel mit 20 Gramm gehackter, glatter Petersilie und je fünf Gramm gehacktem Koriandergrün und Minze zusammen den Kichererbsen und dem Saft einer Zitrone ebenfalls unter den Reis heben.
500 Gramm Knollenfenchel längs halbieren und in feine Streifen hobeln und in sechs Esslöffel Rapsöl mit zwei Teelöffel Kümmel für 30 Minuten marinieren. Bei acht Aprikosen das Fruchtfleisch vom Stein lösen. Die Steine knacken und die Kerne herauslösen und mit weiteren sechs Esslöffel Aprikosenkernen in einer Pfanne ohne Fett rösten. Sechs Esslöffel Zucker in einem Topf schmelzen lassen, die geviertelten Aprikosen und fünf Esslöffel Wasser hinzugeben kurz schwenken mit einem Teelöffel Kreuzkümmel, einer kleinen getrockneten Chilischote und je einer Prise Nelkenpulver, Anis, Zimt, schwarzem Pfeffer und Muskat würzen und zur Seite stellen. Pfanne abermals erhitzen und Fenchel mit der Marinade goldbraun anbraten.
Mit Salz abschmecken, Fenchel mit den Aprikosen und den Aprikosenkernen mischen und auf dem Reis anrichten.
„Da krieg ich ja beim Lesen Appetit.“
„Ja, nicht wahr?“ Das Fräulein Tochter strahlt. „Die Aprikosen haben wir übrigens von Bruce bekommen. Sein alter Baum trägt ganz gut. Unserer dagegen sieht eher traurig aus.“ Jasmin deutet auf einen jungen Aprikosenbaum, der einige verdorrte Äste hat. Irgendwas machen wir falsch.“
„Das könnte Apoplexie sein. Die trifft oft Bäume zwischen dem dritten und dem siebenten Standjahr. Erste Anzeichen sind, wenn nach anfänglichem Austrieb die Blätter und Triebspitzen welken. Unterhalb der welken Partien tritt oft Gummifluss auf, weil die Leitungsbahnen verstopft sind. Fragt mal Pierre was zu tun ist. Der ist schließlich unser Gartenfachberater. Aber der Baum ist vermutlich hin.“

Pak Choi-Karottenpfanne mit Teriyaki-Soße

Auf dem Weg zwischen meinem Garten und der Parzelle unseres stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Holger, den alle nur Bruce nennen, weil er dem jungen Bruce Willis ähnlich sieht, steht seit ein paar Wochen eine Gartenbank.
Seitdem es die Kontaktbeschränkungen gibt, blieben immer häufiger Gärtnerinnen und Gärtner auf dem Weg stehen, um ein Schwätzchen mit Bruce oder mir oder Bruce und mir zu halten. Da haben wir es ein wenig bequemer gestaltet und auch Klappstühle in unseren Parzellen bereitgestellt, um den Abstand wahren zu können.
Auf der Bank sitzt heute Rapunzel. Als sie mich sieht, setzt sie schnell eine FFP2-Maske auf.
„Moin Karo“, nuschelt Rapunzel.
„Moin!“
Kaum bin ich vorbei, zieht Rapunzel ihre Maske wieder herunter.
Mein Fräulein Tochter schenkte mir ein Stimmungsset. Mund-Nasen-Bedeckungen für jede Gemütslage. Heute wäre eigentlich „Lächeln“ dran gewesen, denn schließlich habe ich einen Gartentag geplant. Aber diese Maske war in der Wäsche und so ist es doch die mit dem gefletschten Raubtiergebiss geworden.
„Uiuiui, du siehst aber gefährlich aus“, kommentiert Rapunzel. Ich ziehe meine Maske herunter und frage: „Wartest du auf mich oder auf Bruce?“
„Auf dich. Ich hab das da geerntet“, Rapunzel deutet auf ein Körbchen mit Blattgemüse, „und wollte dich fragen, was du da draus machen würdest.“
„Was hast du denn da?“
„Frisch getriebene Mangoldblättchen und Pak Choi.“
„Pak Choi, mhm was ganz Feines. Da sag noch Einer, aus China kämen nur Viren und Schutzmasken.“
„Ich würde gern irgendwas Kurzgebratenes oder Gedünstetes damit machen.“
„Dann versuch es doch mal mit Möhren, Zwiebeln, Reis und Teriyaki-Soße.“
„Teriwas?“
„Teriyaki. Das ist eine japanische Soße. Die kannst du entweder fertig kaufen oder du mischst Sojasoße, Zucker und Reiswein zu ungefähr gleichen Teilen und kochst das Ganze kurz auf und reduzierst bei schwacher Hitze, bis du die gewünschte Konsistenz hast. Manche nehmen auch Knoblauch und Ingwer dazu.“
„Ich glaube, ich schau mal nach der fertigen Soße. Reiswein und Sojasoße hab ich auch nicht vorrätig. Und das Gemüse einfach kurz anbraten?“
„Zunächst schneidest du aus zwei großen Zwiebelhälften Streifen. Dann zwei große Möhren schälen und in kleine Stifte teilen. Einen Esslöffel Rapsöl erhitzen. Darin die Karottenstifte und Zwiebelringe mit einer Prise Zucker anbraten. Von 500 Gramm Pak Choi zunächst die Blattrippen heraustrennen, in mundgerechte Stücke teilen und ebenfalls in die Pfanne geben und kurz scharf anbraten. Nun 3 Messerspitzen schwarzer Pfeffer, je zwei Messerspitzen Nelkenpulver und Fenchelpulver, je eine Messerspitze Anispulver und Zimtpulver sowie 5 Esslöffel Teriyaki-Soße und das in Streifen geschnittene Blattgemüse hinzufügen. Wenn vorhanden, gibst du noch einen Esslöffel Sesam hinein. Diese schnelle Gemüsepfanne schmeckt zu Reis oder auch Nudeln.“
„Donnerwetter, das hast du einfach so im Kopf?“
„Na ja, ich habe grad am Wochenende Chinakohl auf diese Art zubereitet. Nächste Woche hätte ich auch wieder nachschlagen müssen.“

Tote Oma versus toter Waschbär

Wenn junge Menschen, wie zum Beispiel meine Tochter Jasmin, sich sehr früh für eine vegane Lebensweise entscheiden, dann kennen sie oft Gerichte wie Eisbein oder Kassler mit Sauerkraut gar nicht. Ein weiteres Sauerkrautgericht meiner Kindheit war Grützwurst auch kurz und herzlos „Tote Oma“ genannt.
Nun leuchten mir die vielen Gründe für tierleidfreie Ernährung ja durchaus ein. Andererseits sind da diese Gerüche und Geschmäcker der Kindheit. Wer kennt ihn nicht, den Heißhunger, der sich überfallartig einstellt, wenn bestimmte Gerüche aus einem geöffneten Küchenfenster dringen.
Bei Grützwurst mit Sauerkraut und Salzkartoffeln habe ich mir ein eigenes Rezept gebastelt, das ohne Schweinebauch und Schweineblut auskommt.
Ich schneide 250 Gramm Räuchertofu in feine Würfel und röste diese in zwei Esslöffeln Rapsöl zusammen mit 100 Gramm Zwiebelwürfeln an. Ich koche Kidneybohnen, Bulgur und Belugalinsen.
250 Gramm Kidneybohnen und 100 Gramm geschälte und gekochte rote Bete werden dann mit 10 Gramm Salz, 2 Gramm gemahlenem schwarzen Pfeffer, 1 Gramm gemahlenem Kümmel, 2 Gramm frischem Majoran, 2 Gramm gemahlenem Piment und einer kräftigen Prise Zimt im Mixer püriert. Unter die entstandene Masse werden dann 125 Gramm Belugalinsen, 125 Gramm Bulgur und die gebratenen Tofu- und Zwiebelwürfel gehoben.
Das Fräulein Tochter assistiert mir in der Küche. Wohl auch, weil sie ein Glas voll als Brotaufstrich abgreifen will. Demonstrativ versieht sie das Etikett mit dem Wort GrützVurst.
Auch aufgewärmt schmeckt die Masse hervorragend. Doch wir bereiten Sauerkraut mit Apfel und Salzkartoffeln zum Sofortverzehr.
Nach dem Essen fragt das Fräulein Tochter: „Und das habt ihr echt „Tote Oma“ genannt?“
Ich nicke stumm.
Unser Verdauungsspaziergang führt in Richtung Garten. Mein Garten liegt nur eine viertel Stunde zu Fuß von meiner Wohnung entfernt.
Auf halbem Weg begegnen wir Bruce.
„Gehst du schon nach Hause?“, fragt das Fräulein Tochter kess und fügt hinzu: „Ich habe heute meine erste tote Oma gekocht und gegessen.“
„Schön für dich“, antwortet Bruce zerstreut.
„Tote Oma? Verstehst du?“
„Besser tote Oma als toter Waschbär“, antwortet Bruce ernst und fügt nach kurzer Pause hinzu: „Mir ist schlecht. Den Gestank könnt ihr euch nicht vorstellen.“
„Ein toter Waschbär in unserer Kleingartenanlage?“
„Heute früh bat mich Pierre in seinen Garten. Schon am Eingang seiner Parzelle stank es ganz gewaltig. Erst dachten wir an einen Fuchs oder Marder, der sein Revier markiert hat. Aber dann haben wir unter Pierres Holzterrasse den Kadaver eines Waschbären gefunden. Der muss da schon eine Weile gelegen haben, denn es ringelten sich schon die Maden aus den Augenhöhlen. Das war wie in einem Horrorfilm.“
Bruce schüttelt sich.
„Und wo ist der jetzt?“
„Pierre?“
„Unsinn, der Waschbär.“
„Pierre hat ihn einen Müllsack gesteckt und beim Tierschutz angerufen.“
„Tierschutz? Ist das nicht ein bisschen spät?“
Meine Tochter reicht Bruce das Glas GrützVurst und fragt mitleidig: „Tote Oma?“
„Nein Danke. Kein Appetit heute.“

Grünkohl-Kartoffel-Auflauf mit Roter Bete, Sonnenblumenkernen und Erdnussguss

„Das gruselige Ding steht ja immer noch hier rum.“ Bruce schnappt sich den Halloween-Kürbis und trägt ihn aus dem Vereinsheim. Rapunzel, meine Gartennachbarin Frau B. und ich folgen ihm neugierig.

„Das ist nur, damit das neue Jahr genauso furchtbar anfängt, wie das alte aufgehört hat“, kommentiert Frau B. und schaut grimmig drein.

„Das neue Jahr soll NICHT genauso furchtbar anfangen, deshalb steht der Kürbis noch hier“, korrigiert Rapunzel.

„Euer altes Jahr war furchtbar?“ Bruce nimmt die Kerzenreste aus dem Kürbis und stellt ihn auf einen Stubben zwischen wilden Rosen. Dann schüttet er aus einem Eimer Vogelfutter hinein.

„Naja, erst der Hagelschaden im Frühjahr, dann die ewige Hitze, die Kartoffelkäferinvasion und dann ist auch noch Kojak gestorben“ sagt Rapunzel mit Trauermiene.

„Unser Kojak?“ Frau B. guckt ungläubig. Der wohnt doch bei uns nebenan.

„Wohnte“, sagt Bruce und nickt betrübt.

„Sein Auto steht noch an der Straße“, Hans-Georg B. blickt Hilfe suchend zu seiner Frau.

„Der war doch noch gar nicht so alt.“

„Knapp über 70“, bestätigt Bruce und fügt hinzu: „Ist schon beerdigt, alles im kleinen Kreis.“

Rapunzel stochert mit dem Fuß im Gebüsch unter dem Kürbis. „Iiiih – das hier müssen wir auch beerdigen.“ Sie schiebt mit der Fußspitze einen kleinen Kadaver aus der Grasnabe.

„Ist das eine tote Ratte?“

Bruce bückt sich.

„Nee, ein toter Maulwurf.“

Frau B. lädt uns ins Vereinsheim. „Lasst uns ein letztes Mal auf Kojak anstoßen.“
Sie füllt die Gläser mit alkoholfreiem Sekt. „Was anderes ist nicht da.“

„Da muss doch noch“, Bruce kramt im Schrank hinter der Theke. Er fördert einige Packungen Sonnenblumenkerne und gesalzene Erdnüsse zutage. „Mindestens haltbar bis Juli 2015“, liest er vor, „wann haben wir hier eigentlich zum letzten Mal Inventur gemacht?“

„Die sind bestimmt noch gut“, sage ich und öffne eine Tüte Erdnüsse.

„Lebensmittel sind wertvoll“, grinst Frau B.

Ich könnte einen Leichenschmaus richten“, schlage ich vor.

„Für den Maulwurf?“, fragt Rapunzel.

„Unsinn für Kojak.“

Ich hole aus meinem Garten Kartoffeln, Grünkohl und Rote Beete.
Nach 20 Minuten sind 600 Gramm Pellkartoffeln fertig. Unterdessen putzte ich 800 Gramm Grünkohl und schälte 200 Gramm Rote Bete und schnitt alles in Scheiben und mundgerechte Happen. Ich fette eine große Auflaufform. Die gepellten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln werden nun abwechselnd mit Grünkohl und Roter Bete eingeschichtet. Zu guter Letzt streue ich 5 Esslöffel Sonnenblumenkerne drüber und mixe gesalzene Erdnüsse mit Sonnenblumenöl und Wasser zu einem Guss, den ich über das Gemüse träufele. Muskat und Pfeffer aus der Mühle darüber streuen und bei 200 Grad Celsius Umluft für 20 Minuten in den Backofen schieben.

Wir essen.

Rapunzel sieht aus dem Fenster. Vor dem Vereinsheim versammeln sich Rabenkrähen.
„Ich glaube, immer wenn einer gestorben ist, dann kommen die Krähen“ sinnt Rapunzel.

„Quatsch“, Frau B. schüttelt ihren Kopf.

Wir sind alle ans Fenster getreten. Eine Krähe schnappt sich den Maulwurfkadaver und hüpft davon.

„Beerdigen.“ Bruce winkt ab.

Quiche mit grünem Spargel

Ich sitze vor unserem Vereinsheim und schlürfe einen Kaffee. Mein Gartennachbar Holger, den alle nur Bruce nennen, weil er ein bisschen wie Bruce Willis aussieht, kommt mit einem Plakat vorbei.

Darauf steht: „Nächstes Wochenende großer Frühjahrsputz!“

Ich frage: „Bist du damit nicht etwas spät dran?“

„Unsinn, das habe ich grade da hinten abgemacht.“ Bruce zeigt auf das andere Ende unserer Gartenanlage, an dem sich eine zweite Informationstafel befindet. Dann macht er sich daran das schwarze Brett am Vereinsheim neu zu bestücken. Er rückt einen Stuhl an die Tafel heran, schnappt sich die Plakatrolle, klettert auf den Stuhl zieht einen Tacker aus der Hosentasche und befestigt eine Ecke des Posters.

„Mist!“, höre ich ihn fluchen.
Bruce tänzelt auf dem Stuhl. Der Wind frischt auf und legt das Plakat um Bruce.
„Mist! Mist! Karo?“

„Ja?“ Ich schlendere hinüber.

„Kannst du das hier mal halten?“

Ich streiche das Plakat glatt und drücke es mit beiden Händen ans schwarze Brett. Bruce betrachtet seinen Tacker.

„Das Ding ist verstopft.“ Bruce nestelt am Hosenlatz und zieht einen Phasenprüfer heraus und fummelt damit die verkeilten Drahtklammern aus dem Gerät.

„Großes Sommerfest!“ Lese ich derweil auf dem neuen Aushang. Bruce befestigt alle Ecken, setzt dann den Tacker am Foto unseres Vorsitzenden an und schießt eine Klammer kurz über dessen Scheitel.

„Zur Sicherheit“, grinst er.

Meine Gartennachbarin Frau B. und ihr Mann Hans-Georg gesellten sich zu uns.

„Oha, sauber getackerter Scheitel“ attestiert Hans-Georg.

„Habt ihr Streit?“ Frau B. sieht Bruce argwöhnisch an.

„Ach der alte Bollerkopp, ewig am Nörgeln. Nix kann man dem recht machen“, bricht es aus Bruce heraus.

„Du bist aber auch nicht der geborene Diplomat“, erinnere ich Bruce.

Hans Georg B. ergreift Partei. „Zur nächsten Wahl lasse ich mich auch in den Vorstand wählen. Dann helfe ich dir.“

„Du im Vorstand?“ Frau B. verdreht ihre Augen. „Soweit kommt‘s noch. Für drei Elefanten ist unser Porzellanladen nun wirklich zu klein.“

„Ich gebe jedem ein Stück Spargelquiche aus“, lenke ich ab.

„Spargel? Ist das nicht ein wenig spät?“ Frau B. beäugt mein Tortenblech.

„Nö, grüner Spargel – Anfang Juni, passt schon noch.“ Ich reiche das Backwerk herum.
Ein Teig aus 300 Gramm Weizenmehl verknetet mit 150 Gramm Margarine, 5 Esslöffel Wasser und einem halben Teelöffel Salz ruhte vorab 1,5 Stunden im Kühlschrank.

Ich schälte 600 Gramm grünen Spargel und kochte ihn zirka 5 Minuten, derweil eine gehäutete und gewürfelte Zwiebel in etwas Öl goldbraun briet.

Im auf 200 g vorgeheizten Backofen buk der in die Tortenform gedrückte und mit Backlinsen bedeckte Teig für 10 Minuten vor. Dann entfernte ich die Linsen und gab den Spargel, die Zwiebelwürfel sowie 100 Gramm halbierte Cocktailtomaten auf den Teig und übergoss das Gemüse mit einem Mix aus je 4 Esslöffeln Kichererbsenmehl und Weizenmehl, 60 Gramm Cashewkernen, 500 Millilitern Sojasahne, 2 Teelöffeln Senf, 2 Knoblauchzehen und einer Prise Muskat. Nach weiteren 30 Minuten im Backofen würzte ich den Quiche mit frisch gemahlenem Salz und Pfeffer.

Fräulein Tochters Cevapcici mit Frühlingssalat

Mein Fräulein Tochter hat sich zum Gartenbesuch angekündigt. „Mama, ich bringe Cevapcici mit“, sprach sie durchs Telefon. „Machst du einen Salat?“

Meine Jasmin ernährt sich vegan und fertigt Cevapcici aus Kidneybohnen, Champignons, Kartoffeln, Walnusskernen und Kichererbsen.

Zunächst gart sie 250 Gramm fein gewürfelte, festkochende Kartoffeln. Nebenher putzt sie 300 Gramm Champignons, schneidet sie in kleine Stücke und brät diese mit zwei gehackten Schalotten in einer Pfanne mit 2 Esslöffel Olivenöl, bis die Flüssigkeit verdampft ist. 230 Gramm Kichererbsen und 255 Gramm Kidneybohnen aus der Dose werden abgegossen und mit einer zerquetschten Knoblauchzehe und den Kartoffelstücken in einer Pfanne erhitzt. Dann werden alle Zutaten mit einer Gabel grob zerdrückt. 100 Gramm Walnusskerne mit einem Mixer zu einer feinen Masse zerkleinern und mit 120 Gramm Paniermehl und einen halben Teelöffel Kreuzkümmel zum Kartoffel-Bohnen-Pilz-Gemisch rühren. Mit Pfeffer aus der Mühle und Rauchsalz abschmecken, zirka drei Zentimeter dicke und acht bis zehn Zentimeter lange Röllchen formen und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Vor dem Grillen werden die Röllchen mit Olivenöl eingepinselt.

Auf dem Weg zu meinem Garten sehe ich Rapunzel inmitten einer Hundemeute. Seit sich herumgesprochen hat, dass Rapunzel Hunde hütet, hat sich ihr Rudel stetig vergrößert. Heute sind ein Rehpinscher, ein Yorkshire Terrier, Bruno, der Promenadenmischling der Schwester meiner Gartennachbarin Frau B. und der Basset Hound unseres alten Vorsitzenden in ihrer Obhut. Die kleinen Hunde springen wechselseitig im Halbkreis umeinander herum und der Basset hockt zu Rapunzels Füßen.

„Hunde sind in der gesamten Kleingartenanlage an der Leine zu führen“, äffe ich mit gespielter Strenge unseren alten Vorsitzenden nach.

Rapunzel winkt ab. „Bei dem da“, sagt sie und nickt in Richtung des Basset, „wäre das ja auch kein Problem, die anderen drei machen nur Fitz.“

„War ja auch nur Spaß“, lache ich.

„Wenn ich weiter gehe, lege ich sie wieder in Ketten“, fügt Rapunzel entschlossen hinzu.
Die Hunde buhlen um meine Aufmerksamkeit. Nur der Basset verfolgt das Treiben scheinbar emotionslos. Erst als Bruno nur zwei Meter vor ihm ein Bein hebt, rappelt er sich auf, tappert zu der Stelle, die Bruno markiert hat und hebt nun seinerseits einen Hinterlauf. Doch genau in dem Moment, als er seinen Herrschaftsanspruch wieder herstellen will, springt ihm der Zwergpinscher in die Seite. Der Basset verliert sein Gleichwicht und plumpst auf den Hintern.

Wir lachen. Mein Fräulein Tochter gesellt sich zu uns. Von Hunden umringt hebt sie die mitgebrachte Schüssel über ihren Kopf.

„Was hast du denn da?“ Rapunzel reckt sich neugierig.

Jasmin hält die Schüssel Rapunzel hin, lüpft den Deckel und sagt: “Rate mal.“

„Hm“, rätselt Rapunzel, „sieht ein bisschen aus wie das hier.“ Sie hält ein oben verknotetes, schwarzes Beutelchen hoch.

„Du bist doof“, schmollt Jasmin und fragt mich: „Was gibt es für Salat?“

„Feldsalat, junge Löwenzahnblätter mit Gänseblümchen- und Veilchenblüten, Essig und Öl.“

Gebratener Kopfsalat mit Sonnenblumenkernen und Pflaumen

Es geht doch nichts über Nachbarschaftshilfe. Meine Gartennachbarin Frau B. hält meine Leiter, die unter meinem Pflaumenbaum steht, mit beiden Händen fest umklammert. Vom Mann meiner Nachbarin, Hans-Georg B., sind nur die karierten Socken in den ausgelatschten Sandalen, die Stachelbeerwaden und die Ränder der Hosenbeine von ehemals olivgrünen Cargoshorts zu sehen.

Ich habe Unterstützung bei der Pflaumenernte. Eben reicht Hans-Georg B. einen vollen Korb nach unten und stößt dabei gegen mein Vogelfutterhaus, das sich daraufhin aus seiner angestammten Astgabel löst und zu Boden kracht. Das Vogelfutter liegt in einem Meter Umkreis verstreut. „Hoppla!“, hören wir Hans-Georgs Stimme, “Was ist passiert da unten?“

„Du willst mich wohl erschlagen?“, rohrspatzt meine Gartennachbarin die Leiter hinauf.

„Jetzt hast du Karos Futterhäuschen kaputtgemacht. Das musst du aber gleich wieder reparieren!“

Zu mir gewendet fährt sie in versöhnlichem Tonfall fort: „Der Hans-Georg füttert ja jetzt auch das ganze Jahr über.“

Immer mehr Gartenfreunde füllen in den Sommermonaten Vogelfutter nach. Der Erfolg gibt ihnen Recht. In unserer Gartenanlage sind neben den allgegenwärtigen Meisen, Spatzen, Rotschwänzchen und Amseln auch Grünfinken, Rotkehlchen, Gimpel, Stieglitze, Drosseln und Buchfinken regelmäßig zu sehen.

Mein Gartennachbar steigt ächzend von der Leiter und bückt sich nach den Resten meiner Vogelfutterstelle. Unbeholfen dreht er die einzelnen Bretter hin und her. Dabei murmelt er: „Das kriegen wir schon irgendwie wieder hin.“

Wir lassen uns im Schatten meines Vordachs nieder. Hans-Georg hat zuvor seinen Werkzeugkasten geholt und beginnt mit der Restaurierung.

Auf meinem Kompost landet eine Elster. „Na?“, begrüßt meine Gartennachbarin den Rabenvogel, „Da guckste, was?“ Die Elster hält ihren Kopf schräg, als würde sie Frau B. verstehen.

Unterdessen zieht das verstreute Vogelfutter weitere Gäste an. Die Spatzen zanken laut tschilpend um die besten Bissen. Plötzlich segelt ein Schatten heran. Mit einem sanften Plop landet ein größerer Vogel auf meinem Vordach. Nach ein paar klackenden Trippelschritten, die sich anhören wie die ersten großen Regentropfen eines aufziehenden Gewitters, schiebt eine Ringeltaube ihren Kopf neugierig über die Dachkante. Wenig später flattert auch sie hinab zum Fuße des Pflaumenbaumes.

„Kochen wir dann gemeinsam Pflaumenmus?“, fragt meine Gartennachbarin.

„Später gerne, jetzt habe ich erst mal Hunger, ich brate uns schnell was.“

Ich mische eine fein gehackte Knoblauchzehe, je einen Teelöffel frisch geriebenen Ingwer und Zucker mit je einem Esslöffel Wasser und Tamari-Sojasoße. In der Pfanne erhitze ich einen Esslöffel Rapsöl und brate zwei geviertelte Salatköpfe mit Peffer und Salz zirka acht Minuten unter häufigem Wenden an. Dann gebe ich vier große, geviertelte Pflaumen und 40 g Sonnenblumenkerne hinein, rühre weitere vier Minuten. Zum Schluss gieße ich die Sojasoßenmischung darüber und rühre weiter zwei bis drei Minuten. Dazu reiche ich Fladenbrot.

Krautsalat mit Extras

Als in unserem Verein beschlossen wurde, eine Tauschbörse einzurichten, gingen die Meinungen weit auseinander. Einige unkten Tauschbörse sei nur ein vornehmer Begriff für Gerümpelecke. Andere fanden die Idee prima.

Wie meist im Leben, hatten alle ein bisschen recht. Mitunter liegen in der Tauschecke stumpfe Sägen, angeschlagenes Geschirr oder zerflederte Gartenzeitungen. Derlei Gaben werden diskret entsorgt. Denn auch gut funktionierende Kinderschubkarren, wunderbare weiße Dahlien und herrlich nostalgische Tischdeckenhalter fanden durch die Tauschbörse neue Besitzer.

Ich stehe vor einem Karton mit Büchern und Schallplatten und blättere in einem alten Kochbuch.

„Na“, fragt Pierre, der unbemerkt zu mir herangetreten ist, „Schätze heben?“
„Ich weiß noch nicht“, antworte ich unschlüssig.

Pierre nimmt eine Schallplatte und liest vor: „Ein Laubenpieper ist keine Kreuzung von Fliegenschnäpper und Regenpfeifer.“

„Hä?“ Ich lasse das Kochbuch sinken.

Pierre hält das Cover hoch. „Laubenpiepers Hitparade“ steht darauf.

„Die ist 32 Jahre alt, genau wie Du, Karo!“

Ich merke wie ich erröte. „Ach, Pierre, du alter Charmeur.“

„Ich habe noch einen Schallplattenspieler in meiner Laube“, fährt Pierre fort. „Wir könnten heute Abend eine kleine Party machen und Welthits wie „Schön ist so ein Gartenzwerg“ oder „Laubenpiepergartenhundefest“ anhören.

Ich nicke.

„Okay, ich sage dann mal den anderen Bescheid.“ Pierre klemmt sich die Schallplatte unter den Arm.

Ich rette zwei kleine Rotkohlköpfe durch vorzeitige Ernte vor gefräßigen Raupen. Zirka 120 g Sellerie schneide ich in feine Streifen, 400 g Rotkohl und 200 g Möhren werden fein geraspelt und vier Salatköpfe in mundgerechte Stücke geteilt.

Für das Dressing weiche ich 200 g ungeröstete Cashewkerne in 350 ml heißem Wasser für eine halbe Stunde im Mixbecher ein. Dann gebe ich zwei EL Senf, zwei Knoblauchzehen, eine Hand voll Dill, ein wenig Estragon, je vier EL Gewürzessig und Olivenöl hinzu, mixe alles durch und stelle das Dressing kühl.

Aus einem Zweipfundweißbrot vom Vortag schneide ich Würfel und vermenge diese mit vier EL Olivenöl, zwei EL Kräuteressig, Pfeffer, Salz und vier zerquetschten Knoblauchzehen. Wenn die Brotwürfel gut durchgezogen sind, werden sie in der Pfanne oder auf einem Backblech geröstet.

Am Abend weht von Pierres Laube „Wir sind die lustigen Holzhackerbuam“ herüber. Meine Gartennachbarin Frau B. tänzelt beschwingt den Gartenweg entlang und mahnt ihren Mann Hans-Georg, der zwei große Klappstühle schleppt, zur Eile.

Ich verdrehe die Augen, Bruce und Rapunzel kommen auch herüber und schauen mich mitleidig an. „Das kann ja heiter werden“, wispert Rapunzel und nickt in Richtung Pierres Partylaube. Von dort klingt die Melodie des Schneewalzers auf einer Ziehharmonika. Als wir eintreffen tönt es: „Wir trinken auf die Nachbarschaft, mit Erdbeerwein und Möhrensaft. Widdewiddewitt bumm bumm.“

Auch Pierre hat Krautsalat zubereitet. „Wie früher“ strahlt er, „Weißkohl, Karotten und Äpfel reiben, Pfeffer, Salz, Essig – fertig.“

 

Das Coverfoto der Amiga-Schallplatte von 1986 ist von Volker Ettelt.

Gemüselasagne

Seit ein paar Jahren haben wir in unseren Kleingartenanlage Restmülltonnen, eine Recycling-Tonne für Papier und Pappe und eine gelbe Tonne für Verpackungsmüll aus Metall und Kunststoff.

Ich komme grade dazu, als Pierre und Rapunzel einen großen Karton aus Wellpappe, der neben der blauen Tonne steht, wegschleppen wollen.

„Was soll das denn werden?“, frage ich und die zwei halten inne.

„Rapunzel will ein Lasagne-Beet bauen“, sagt Pierre und lächelt breit.

Neugierig folge ich den beiden. Sie schichten eine Lage Pappe in einen Rahmen aus Brettern. Darauf legen sie umgedrehte Rasensoden. Dann folgt eine Schicht Holzhäcksel, feine Zweige und Laub, eine Schicht Grünschnitt, darauf eine Lage grober Kompost, wieder Holzhäcksel, Grünschnitt und so weiter, bis ein zirka fünfzig Zentimeter hohes Beet entstanden ist. Auf die oberste Lage streuen Rapunzel und Pierre ein Gemisch aus Kompost und Pflanzerde.

„Jetzt werde ich das Ganze vierzehn Tage lang kräftig wässern und dann kann ich Gemüse pflanzen.“ Rapunzel hebt die Gießkanne und ein sanfter Wasserschwall rinnt aus der Brausetülle auf ihr Schichtbeet.

„Ganz schön viel Aufwand“, stelle ich fest.

„Genau wie bei richtiger Lasagne“, sagt Pierre, „hast du schon mal Lasagne gemacht, Karo?“

Ich nicke.

Ich hackte zwei Zwiebeln und vier Knoblauchzehen klein, briet sie in einem Topf mit Olivenöl glasig und gab je 200 g fein gewürfelte Karotten und Zucchini sowie eine Tasse Gemüsebrühe dazu. Als die Flüssigkeit weitestgehend verdampft war, rührte ich vier Esslöffel Tomatenmark unter. Danach schälte ich 700 Gramm Tomaten, teilte sie in kleine Stücken schüttete diese zusammen mit je zwei Teelöffel getrockneten Oregano, Basilikum und Thymian, Pfeffer und Salz in den Topf. Auf kleiner Flamme köchelte diese Gemüsesauce vor sich hin.

In der Zwischenzeit heizte ich den Ofen auf 220°C vor und begann die Béchamelsauce zuzubereiten. Ich schmolz in einem Topf vier Esslöffel Margarine, gab sieben Esslöffel Mehl hinzu und schwitzte es goldbraun an. Dabei rührte ich mit einem Schneebesen ständig um und gab nach und nach einen Liter Sojamilch hinzu. Die Sauce dickte ein. Nach zirka zehn Minuten hatte sie die gewünschte Konsistenz erreicht und ich gab drei Teelöffel geriebene Muskatnuss zu und schmeckte mit Pfeffer und Salz ab.
Zur Gemüsesauce fügte ich 200 g fein gewürfelten Gemüsepaprika, ohne diesen mit zu kochen.

Nun bedeckte ich den Boden einer großen Auflaufform dünn mit Béchamelsauce und legte die erste Schicht Lasagneplatten hinein. Dann eine Schicht Gemüsesauce, gefolgt von einer weiteren Schicht Hartweizengrießplatten. Wieder Bécamelsauce und so fort, bis alle Zutaten aufgebraucht waren. Für die angegebenen Mengen Sauce benötigte ich eine 500 g – Packung vegane Lasagneplatten. Die letzte Schicht war Béchamelsauce. Darüber verteilte ich 400 g veganen Streukäse.

Die Lasagne buk ich bei 220°C auf mittlerer Schiene etwa eine dreiviertel Stunde lang im Ofen, bis der Käse schön goldbraun geworden war und „pflanzte“ Basilikumblätter darauf.

Rosenkohlcremesuppe mit karamellisierten Walnüssen

Seit Bruce im Vorstand mitarbeitet, komme ich kaum noch an seinem Garten vorbei, ohne dass er mir Aufträge aufhalst. Mal soll ich einen Brief bei einem Gartenfreund, der in meiner Nachbarschaft wohnt, einwerfen, mal braucht Bruce Hilfestellung beim Anbringen von Zetteln im Informationskasten. Auch heute ruft er: „Karo, warte mal bitte einen Augenblick.“

Ich stelle meinen Spankorb mit Rosenkohl ab und Bruce eilt mit langen Schritten auf mich zu. Er fragt: „Hast du morgen Nachmittag schon was vor?“
Was für eine Frage? Natürlich habe ich was vor. Ich habe immer irgendwas vor. Ich schüttele meinen Kopf.

„Fein“, strahlt Bruce, „dann kannst du doch bestimmt den Baumsachverständigen zu unserem Walnussbaum am Vereinsheim führen?“

„Was ist dem mit dem Baum?“

„Da sind ziemlich zentral einige große Pilze gewachsen und ich befürchte, dass die darüber befindlichen Äste abbrechen.“

„Das wäre aber schade.“ Ich ziehe einen Flunsch.

„Viel schlimmer wäre, wenn wir deshalb den ganzen Baum fällen müssen.“ Bruce reicht mir einen Beutel mit Walnüssen. „Hier – es sind vielleicht die letzten.“

„Wann kommt der Baumsachverständige?“ frage ich.

„Gegen vierzehn Uhr. Wenn du nicht dagegen hast, sende ich ihm deine Telefonnummer.“

„Ok!“ Ich lege die Walnüsse zu meinen Kohlröschen.

Zu Hause putze ich ein halbes Kilo Rosenkohl und halbiere die Röschen. Dann schäle und würfele ich dreihundert Gramm mehlig kochende Kartoffeln. Außerdem schäle und hacke ich zwei Schalotten und schwitze sie in heißem Rapsöl an. Später gebe ich den Rosenkohl und die Kartoffeln zu den Schalotten und gieße 500 Milliliter Gemüsebrühe an. Nach zirka zwanzig Minuten ist das Gemüse gar und ich püriere es mit dem Zauberstab. Während des Pürierens gieße ich 350 Milliliter Sojamilch dazu. Drei kräftige Prisen Muskatnuss und zwei Esslöffel Weißweinessig werden untergerührt, die Suppe kurz aufkochen, dann die Hitze reduzieren und ungefähr vier Minuten sachte köcheln lassen.

Währenddessen erhitze ich einen Esslöffel Rapsöl in einem kleinen Tiegel. Darin bringe ich zwei Esslöffel Rohrohrzucker zum Schmelzen. Jeweils einen Esslöffel Wasser und Balsamicoessig rühre ich hinein, bis der Zucker anfängt zu karamellisieren. Dann gebe ich 80 Gramm grob gehackte Walnusskerne dazu und würze mit Salz und Pfeffer.

Dann nehme ich die Suppe vom Herd, rühre fünf Esslöffel Sojasahne hinein, schmecke mit Salz und Pfeffer ab und streue vier Esslöffel gehackte, krause Petersilie darüber.

Es geht nichts über frische Walnusskerne. Jedes Jahr gibt es ein wunderbares Schauspiel, wenn die Nüsse reif sind und die Gartenfreunde schon in aller Frühe im Laub unterm Baum herumsuchen. Jeder tut so, als sei er rein zufällig vorbei gekommen und habe just im Augenblick die Idee gehabt ein paar Nüsse aufzuklauben. Manchmal jedoch fallen die Masken und der Futterneid tritt offen zu Tage. Bruce kam einmal dazu, wie zwei Kleingärtner mit Holzstangen, die sie zum Abschlagen von Nüssen verwendet hatten, aufeinander losgingen. Er hatte damals Mühe die Streithähne zu trennen.