Leidenschaftslose Pirouette

Liebe LeserInnen,

auch in dieser Woche gehöre ich mit meinem Votum für „Leidenschaft“ wieder zur Minderheit und wende mich also pflichtschuldig dem mehrheitlich gewählten Thema: „Immer diese Technik“ zu.

*grummel*

Als leidenschaftliche Gärtnerin und Köchin fallen mir dazu natürlich zuerst die Kulturtechniken ein.

Freilich ist es mit Landwirtschaft sowie Feuer machen und Speisen zubereiten noch nicht getan, denn zu den Kulturtechniken zählen ja bekannterweise auch die Fähigkeiten sich anhand von Landkarten zu orientieren, Kalender zu verwenden oder Kunstwerke zu gestalten, um nur drei weitere zu nennen.

Auch kollaboratives Schreiben zählt als Kulturtechnik und mithin dieser MitmachBlog. Auch wenn hier nicht alle AutorInnen an einem Text sondern „nur“ zu einem Thema schreiben.

Demnach wäre es quasi vollkommen schnurz, über welches Thema heute hier von mir geschrieben wird, wenn doch schon der Rahmen beziehungsweise das Gefäß (also der Blog) für Technik steht, dann muss der Inhalt (also der Text) nicht zwingend von Technik handeln.

Ich könnte mich also dem Thema Leidenschaft zuwenden, wenn ich nicht Mehrheitsentscheidungsgeschädigt wäre und befürchten müsste, dass schon in wenigen Wochen das Thema Leidenschaft wieder auf der Agenda steht und ich eventuell mit allzu vorschneller und glühender Abhandlung, mein Pulver zu früh verschieße.

Apropos Pulver verschießen, auch Krieg führen wird von manchen Menschen zu den Kulturtechniken gezählt. Eine fragwürdige Weltsicht, ebenso fragwürdig wie das Wort Kriegskunst.

Überhaupt Worte, nehmen wir zum Beispiel das Wort Entspannungstechniken. Von Autogenem Training über Meditation bis Yoga fällt dazu vermutlich jedem was anderes ein.

Gut, es mag auch Menschen geben, die das alles für ausgemachten Mumpitz halten und die ihrerseits auf ein gut gezapftes Bier, eine solid gebaute Tüte oder eine schöne, bunte Pille setzen.

Ich habe an anderer Stelle schon einmal zugegeben, dass ich bei Yoga über die Figur des kümmernden Radieschens nicht hinaus komme.

Aber zu Entspannungstechnik fällt mir ja auch immer als erstes jener frühe Festival-Morgen ein, als kurz nachdem das letzte Gitarrenriff verklungen war, Kumpel Paul mit drei unregelmäßig gedrehten Pirouetten rund um unser kleines Zelt alle Schnüre entspannte und hernach mit einem abschließenden Grunzer in ein dreieinhalbstündiges Caipirinihakoma auf die entstandene Campingruine fiel.

Relaxte Grüße aus dem Garten

PS: Was mir mit der Rebloggerei beim MitmachBlog noch nicht ganz klar ist: Sollen nur die eigenen Texte auf dem eigenen Blog rebloggt werden oder die Texte aller MitmachBlog-Autoren?