Kürbisburger

Neulich las ich bei einem Facebookfreund den Aufruf: „Bürger! Haltet Eure Küchentüren fest verschlossen! Bald werden Euch Gartenbesitzer wieder Kürbisse schenken wollen.“

Er erntete neben dem üblichen Kalauer von der Bowle mit den ganzen Früchten viel Widerspruch. Von: „Liebe Gartenbesitzer! Ich will Kürbisse!“ über „Her damit!“ bis: „Kann denn ein Kürbis lügen? Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Kürbisse.“

Mein Fräulein Tochter und ich verschenken zwar auch hin und wieder einen Kürbis, aber nur auf Nachfrage. Ansonsten verarbeiten wie unsere Ernte selbst.

Einen Würfel Hefe lösen wir in 300 Milliliter lauwarmem Wasser auf und kneten damit ein Gemisch aus 600 Gramm Dinkelmehl (Type 630) und zwei Teelöffeln Salz zu einem Teig, den wir 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Danach formen wir mit bemehlten Händen 14 Portionen und backen im auf 200 °C vorgeheizten Ofen in zirka 20 Minuten Brötchen.

Während unsere Burger-Brötchen backen und abkühlen, schälen und kochen wir acht mittelgroße Kartoffeln. Auch einen Butternutkürbis wird geschält und entkernt. Dann raspele ich 600 Gramm Kürbisfleisch in eine Schüssel. Darüber werden 20 Milliliter Gemüsebrühe gegossen und sechs Esslöffel Maismehl sowie 60 Gramm Dinkelflocken gestreut. Wir rühren die zerquetschten Kartoffeln dazu und schmecken mit Muskatnuss, Pfeffer und Salz ab. Aus zwei Zwiebeln werden feine Ringe und aus vier Tomaten Scheiben geschnitten. Zwei kleine Lollo-Rosso-Salatköpfe zupfen wir vorsichtig zu einzelnen Blättern.

Die Kürbismasse formen wir zu 14 flachen Patties und braten diese bei mittlerer Hitze in etwas Öl auf beiden Seiten an.

Wir schneiden die abgekühlten Brötchen in Hälften, verteilen auf den Böden Zwiebelringe, Tomatenscheiben und Salatblätter. Darauf setzen wir die Kürbisbratlinge, geben etwas Ketchup und Steaksauce darüber und setzen die Deckel auf.

Weil diese Kürbisburger warm am besten schmecken, verpacken wir sie rasch in einer Isoliertasche und machen uns auf den Weg in unsere Gartenanlage, wo wir schon erwartet werden.

Der Vorstand und einigen Gartenfreunde und Gartenfreundinnen sitzen mit gebührendem Abstand in einem Stuhlkreis vor dem Vereinsheim um eine Feuerschale herum. Unser alter Vorsitzende, will die Amtsgeschäfte an Bruce übergeben, aber noch will niemand aus der Runde, das Amt des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Bruce übernehmen. Just als wir eintreffen, meldet sich der Freund vom Fräulein Tochter und fragt: „Was wäre denn alles zu machen als Stellvertreter?“ Bruce brummt. „Alles.“

„Nana, nana“, mischt sich der alte Vorsitzende ein, „so schlimm ist das auch wieder nicht. Der Vorsitzende vertritt den Verein nach außen, also gegenüber Verband, Stadtverwaltung, Dienstleistungsfirmen und so weiter und der stellvertretende Vorsitzende kümmert sich um die Belange der Mitglieder, also Pachtverträge, Arbeitseinsätze, Gartenordnung und sowas alles.“

„Und sowas ALLES, sag ich doch“, knurrt Bruce.

„Ich kann‘s ja mal versuchen“, sagt mein Schwiegersohn in spe.

Ein Aufatmen geht durch die Runde, und die Kürbisburger schmecken gleich nochmal so gut.

Gegrillte Weinblätter

Mein Fräulein Tochter Jasmin und ihr Philosophiestudent haben zur Grillparty in die gemeinsame Kleingartenparzelle geladen.
Ich bereitet zunächst eine Mischung aus einem halben Teelöffel Anis, je einem Teelöffel Zimt, Galgant, Muskatblüte und Kardamomsamen, je zwei Teelöffel Kurkuma, schwarzer Pfeffer, gemahlener Ingwer, Kubebenpfeffer, geriebene Muskatnuss, zwei Esslöffel Koriandersamen, drei Esslöffel Kreuzkümmel, zwei getrockneten Chilischoten, vier Pimentkörnern, acht Nelken und zwei Gramm Safranfäden. Wer nicht alle diese Gewürze zur Hand hat, kann beim Gewürzdealer seines Vertrauens auch nach der Mischung „Ras el Hanout“ fragen.
Von meinem Traubenwein Solaris hatte ich 30 große Weinblätter gepflückt und die Stiele entfernt.
Aus drei Esslöffeln Salz und anderthalb Litern Wasser koche ich eine Lake, füge einen Esslöffel Zucker und den Saft einer halben Zitrone hinzu, lege die gewaschenen Weinblätter in eine Glasschüssel und übergieße sie mit dem heißen Sud und stelle die Schüssel beiseite.
Dann koche ich 150 Gramm Quinoa mit einem Teelöffel Salz in 300 Milliliter Wasser.
Ich schäle eine mittelgroße Zwiebel, schneide feine Würfel und dünste diese in wenig Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig. Dann hacke ich eine Tomate, zwei Knoblauchzehen und zwei Esslöffel Rosinen grob und gebe sie zur Zwiebel in die Pfanne. Ich schmecke mit zwei Teelöffel meiner Gewürzmischung und Salz ab, ziehe die Pfanne vom Herd, füge eine Hand voll gehackte, glatte Petersilie hinzu und verrühre alles mit dem gegarten Quinoa.
Dann fische ich die Weinblätter aus dem Sud und tupfe sie trocken.
Nun gebe ich auf jedes Weinblatt ein bis zwei Esslöffel von der Füllung, schlage die kurzen Seiten nach innen und rolle das Ganze auf und bepinsele die Rollen mit Olivenöl.
Als Dip verrühre ich 200 Gramm veganen Joghurt mit drei Esslöffel Tahin, je einem Esslöffel Zitronensaft und Olivenöl und einem Teelöffel Salz.
So gerüstet mache ich mich auf den Weg.
Vor der Parzelle meiner Tochter lungert Bruce herum.
„Du traust dich wohl nicht rein?“, frage ich.
„Die grillen doch nur Pflanzen“, nuschelt Bruce und äugt misstrauisch über den Zaun.
„Ja und?“
„Nein, ich mach nur Spaß. Ich warte nur noch auf Rapunzel und Pierre“, grinst Bruce.
„Was bringt ihr mit?“
„Rapunzel hat Babykarotten! Und ich Pilssuppe.“ Bruce stößt mit dem Fuß an einen Kasten Bier zu seinen Füßen.
„Und Pierre?“
„Zucchini, glaub ich.“
Meine Gartennachbarin Frau B. und ihr Mann Hans-Georg nähern sich.
„Ich höre die jungen Leute feiern?“ Frau B. hält eine Flasche Sekt hoch.
„Verspätete Parzelleneinweihung. Ging ja nicht eher, wegen der Seuche“, nicke ich.
„Apropos – haben wir Verluste zu beklagen?“, wendet sich Frau B. an Bruce.
Bruce Miene verfinstert sich. „Das darf ich dir gar nicht sagen, wegen Datenschutz.“
Frau B. zeigt sich unbeeindruckt. „Ich habe gehört, dass dein Vorpächter an Corona gestorben ist.“
„Kurtchen? Das war schon bei der ersten Welle im Altenheim.“
„Sonst niemand?“ Frau B. lässt nicht locker.
„Es gab schon einige Infektionen. Aber es sind alle wieder genesen, soweit ich weiß.“
„Na wir sind jedenfalls geimpft“, triumphiert Frau B. und schreitet Richtung Grill.

Spinat-Rucola-Rührtofu-Wrap

„Ach ist das schön grün“, quäkt es aus meinem Smartphone.
„Bei mir auch.“
„Bei mir auch.“
„Bei mir – upps Entschuldigung, das war keine Absicht“, höre ich mein Fräulein Tochter. Das satte Blattgrün schwindet kurz von meinem Display. Ich sehe Jasmins Handfläche und höre sie sagen: „Ich habe nämlich hier“, sie schwenkt die Kamera zu einem kleinen Holzgestell auf ihrer Küchenarbeitsfläche, „eine Staffelei für mein Telefon gebastelt, die offenbar nicht stabil genug ist. Ihr solltet eigentlich mich und die Arbeitsplatte sehen und nicht den Inhalt der Spinatschüssel.“
Mein Fräulein Tochter hatte vor ein paar Tagen angeboten, via Konferenz-App mit uns gemeinsam zu kochen. Dazu stellte sie die Anmeldedaten und die Zutatenliste auf unsere Vereinswebseite und nun waren außer mir und meiner Tochter auch Rapunzel, meine Gartennachbarin Frau B. und zwei weitere Gärtnerinnen angemeldet.
Jede von uns hatte bereits vor unserer Konferenz 125 Milliliter lauwarmes Wasser, einen Esslöffel Olivenöl und je einen Teelöffel Zucker, Trockenhefe und Salz gemischt und vorsichtig 250 Gramm Mehl (Type 405) dazu gerührt, den Teig kurz geknetet, eine Stunde zugedeckt ruhen gelassen, dann dünn ausgerollt und in einer großen, beschichteten Pfanne ohne Fett zu Fladen ausgebacken. Die Fladen sind fertig, wenn auf beiden Seiten leichte hellbraune Flecken entstanden sind und werden in der Backröhre warm gehalten.
Nun schälen wir je eine kleine Zwiebel und eine Knoblauchzehe. „Die Zwiebel in feine Würfel schneiden und mit zwei Teelöffeln Margarine anrösten. Dazu 120 Gramm frischen Spinat leicht zusammenfallen lassen, den gepressten Knoblauch zugeben und mit 1 Esslöffel Hafersahne andicken lassen“, ordnet das Fräulein Tochter an.
Eine weitere Zwiebel wird geschält und gewürfelt. Dann eine große Tomate und eine halbe Blockpaprika waschen, putzen und hacken. „Jetzt müsst ihr 3 Esslöffel Rapsöl stark erhitzen und 250 Gramm mit einer Gabel zerdrückten Tofu darin goldbraun anrösten“, höre ich das Fräulein Tochter, die immer die nebenbei Zutaten in die Kamera hält. „Nun geben wir den gehackten Paprika, einen Teelöffel Kurkuma und zwei Teelöffel Currypulver dazu, braten kurz weiter, löschen mit zwei Esslöffel Sojasoße ab, fügen die Tomatenwürfel und 2 Esslöffel Hafersahne hinzu und schmecken mit Pfeffer und Kala-Namak-Salz ab. Einkochen lassen dann runter vom Feuer, zwei Esslöffel Schnittlauchröllchen unterrühren und warm stellen. Wenn ihr das habt, werden 50 Gramm Rucola gewaschen und trocken geschleudert. Danach auf den Fladen Spinat verstreichen, in der Mitte Rührtofu verteilen und etwas Rucola darauf legen, die Fladen links, rechts und unten umklappen, leicht andrücken und aufrollen. Die Teigrolle mit frischem Rucola anrichten, guten Appetit.“
„Ich denke, du magst gar keinen Tofu“, motzt Frau B. aus dem Off und schwenkt anklagend ihre Kamera auf ihren Gatten, der den Rührtofu aus der Pfanne löffelt. „Schmeckt wie Rührei“, kommentiert dieser und hält anerkennend den abgeschleckten Löffel hoch.

Rhabarberkuchen und Kartoffelchip

Eines meiner Lieblingsgemüse im Frühjahr ist der Rhabarber.
Ich entferne die Blätter und ziehe die Fasern entlang der Stange ab. Wenn ich ein halbes Kilogramm Rhabarberstangen beisammen habe, schneide ich zirka einen Zentimeter lange Stücke, streue 125 Gramm Rohrohrzucker zum Saft ziehen darüber und stelle die Schüssel beiseite.
Aus einem halben Kilogramm Mehl und einer Packung Trockenhefe knete ich mit 50 Gramm Rohrohrzucker, 80 Gramm Margarine, 125 Gramm Hafermilch und einer Prise Salz einen geschmeidigen Teig, der dann abgedeckt an einem warmen Ort auf die doppelte Größe gehen kann.
Den durch das Einzuckern gewonnenen Rhabarbersaft fülle ich mit Hafermilch auf einen halben Liter auf. Von dem Gemisch nehme ich fünf Esslöffel ab und rühre damit ein Päckchen Vanillepuddingpulver und 40 Gramm Zucker an. Die restliche Saft-Hafermilchmischung koche ich auf, nehme den Topf von der Platte, rühre das Puddingpulvergemisch unter und koche das Ganze noch einmal kurz auf. Dann hebe ich die Rhabarberstückchen unter.
Nun knete ich nur noch schnell 100 Gramm Rohrohrzucker, 150 Gramm Margarine und 200 Gramm gemahlene Haselnüsse für die Streusel und würze mit einer kräftigen Prise Zimtpulver und einer Messerspitze Salz.
Nun drücke ich den Hefeteig auf ein gefettetes Backblech, verteile das Rhabarber-Pudding-Gemisch darauf und darüber krümele ich die Streusel. Zum Schluss gebe ich das Blech auf die mittlere Schiene bei 180°C Ober- und Unterhitze für zirka eine halbe Stunde in den Backofen.
Ich packe eine Thermoskanne Kaffee und den Rhabarberkuchen ein und mache mich auf den Weg in die Kleingartenanlage. Bin gespannt wie weit mein Fräulein Tochter und ihr Freund mit ihrer Parzelle gekommen sind.
Doch erstmal gehe ich in meinen eigenen Garten. Meine Gartennachbarin Frau B. und ihr Mann Hans-Georg sind mit der Frühjahrsbestellung beschäftigt. Genauer, Hans-Georg bereitet im Hintergrund Beete vor und Frau B. kommt zu mir herüber, als sie mich meine Gartenpforte öffnen sieht.
„Na?“, fragt sie mit herausfordernder Geste, „Was sagst du zu meinem Elitegärtner?“
„Du meinst, weil er dort alles so schön auf Kante harkt? Sozusagen Saatbeet deluxe?“
„Nee“, prustet Frau B. los, „weil er alle elf Minuten eine Kartoffel aus dem vergangenen Jahr findet.“
„Alle elf Minuten? War das nicht die andere Truppe? Nicht Elitegärtner sondern Par- ähm Gärtnership?“
„Dann schon besser Kartoffelchip, hähähä.“
„Lacht ihr über mich?“ Hans-Georg hat seine Harke weggestellt und kommt zu uns herüber.
„Nöö“, wimmeln wir ab.
Ich hebe meinen Picknickkorb hoch. „Schau, ich habe hier Rhabarberkuchen und du weißt doch, sauer macht lustig.“
„Außerdem hast du doch mich.“ Frau B. tätschelt ihrem Gatten beruhigend den Hals.
Der beißt in ein Stück Kuchen und mümmelt: „Ich versteh Bahnhof. So sauer ist der doch gar nicht.“
„Ich hätte da hinten auch noch Rhabarber, brauchst du noch welchen?“, bietet Frau B. an.
Bevor ich abwehren kann, macht sich Hans-Georg auf den Weg. „Ich hol schnell welchen.“
Frau B. lacht und zwinkert mir zu.

Pak Choi-Karottenpfanne mit Teriyaki-Soße

Auf dem Weg zwischen meinem Garten und der Parzelle unseres stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Holger, den alle nur Bruce nennen, weil er dem jungen Bruce Willis ähnlich sieht, steht seit ein paar Wochen eine Gartenbank.
Seitdem es die Kontaktbeschränkungen gibt, blieben immer häufiger Gärtnerinnen und Gärtner auf dem Weg stehen, um ein Schwätzchen mit Bruce oder mir oder Bruce und mir zu halten. Da haben wir es ein wenig bequemer gestaltet und auch Klappstühle in unseren Parzellen bereitgestellt, um den Abstand wahren zu können.
Auf der Bank sitzt heute Rapunzel. Als sie mich sieht, setzt sie schnell eine FFP2-Maske auf.
„Moin Karo“, nuschelt Rapunzel.
„Moin!“
Kaum bin ich vorbei, zieht Rapunzel ihre Maske wieder herunter.
Mein Fräulein Tochter schenkte mir ein Stimmungsset. Mund-Nasen-Bedeckungen für jede Gemütslage. Heute wäre eigentlich „Lächeln“ dran gewesen, denn schließlich habe ich einen Gartentag geplant. Aber diese Maske war in der Wäsche und so ist es doch die mit dem gefletschten Raubtiergebiss geworden.
„Uiuiui, du siehst aber gefährlich aus“, kommentiert Rapunzel. Ich ziehe meine Maske herunter und frage: „Wartest du auf mich oder auf Bruce?“
„Auf dich. Ich hab das da geerntet“, Rapunzel deutet auf ein Körbchen mit Blattgemüse, „und wollte dich fragen, was du da draus machen würdest.“
„Was hast du denn da?“
„Frisch getriebene Mangoldblättchen und Pak Choi.“
„Pak Choi, mhm was ganz Feines. Da sag noch Einer, aus China kämen nur Viren und Schutzmasken.“
„Ich würde gern irgendwas Kurzgebratenes oder Gedünstetes damit machen.“
„Dann versuch es doch mal mit Möhren, Zwiebeln, Reis und Teriyaki-Soße.“
„Teriwas?“
„Teriyaki. Das ist eine japanische Soße. Die kannst du entweder fertig kaufen oder du mischst Sojasoße, Zucker und Reiswein zu ungefähr gleichen Teilen und kochst das Ganze kurz auf und reduzierst bei schwacher Hitze, bis du die gewünschte Konsistenz hast. Manche nehmen auch Knoblauch und Ingwer dazu.“
„Ich glaube, ich schau mal nach der fertigen Soße. Reiswein und Sojasoße hab ich auch nicht vorrätig. Und das Gemüse einfach kurz anbraten?“
„Zunächst schneidest du aus zwei großen Zwiebelhälften Streifen. Dann zwei große Möhren schälen und in kleine Stifte teilen. Einen Esslöffel Rapsöl erhitzen. Darin die Karottenstifte und Zwiebelringe mit einer Prise Zucker anbraten. Von 500 Gramm Pak Choi zunächst die Blattrippen heraustrennen, in mundgerechte Stücke teilen und ebenfalls in die Pfanne geben und kurz scharf anbraten. Nun 3 Messerspitzen schwarzer Pfeffer, je zwei Messerspitzen Nelkenpulver und Fenchelpulver, je eine Messerspitze Anispulver und Zimtpulver sowie 5 Esslöffel Teriyaki-Soße und das in Streifen geschnittene Blattgemüse hinzufügen. Wenn vorhanden, gibst du noch einen Esslöffel Sesam hinein. Diese schnelle Gemüsepfanne schmeckt zu Reis oder auch Nudeln.“
„Donnerwetter, das hast du einfach so im Kopf?“
„Na ja, ich habe grad am Wochenende Chinakohl auf diese Art zubereitet. Nächste Woche hätte ich auch wieder nachschlagen müssen.“

Krautschnecken

„Im Garten gibt es immer was zu tun!“ Meine Gartennachbarin Frau B. nickt mir eifrig zu, als ich ihr erzähle, das mein Fräulein Tochter mit ihrem Philosophiestudenten jede freie Minute auf ihrer der jüngst erworbenen Parzelle verbringen.
Hans-Georg B. stellte schnaufend einen Klapptisch nahe am Zaun zum Gartenweg auf die Grenze zwischen unseren Parzellen.
„Was soll denn das werden?“, wendet Frau B. sich an ihren Gatten.
„Na ich schaffe die Voraussetzungen für ein gemeinsames Essen, ohne dass wir unsere privaten Bereiche verlassen müssen.“
„Ist er nicht clever? Hole doch bitte eine Plexiglasscheibe.“
„Soll ich?“
„Der macht das wirklich.“
„Wenn wir die Abstände einhalten, geht es auch ohne Trennscheibe“, schmunzele ich.
„Was gibt es denn bei euch?“
„Kartoffelsalat mit Würstchen. Wir üben schon mal für Weihnachten.“
„Bei mir Krautschnecken.“ Ich zeige meinen Picknickkorb. Seit die jungen Leute auf ihrer Parzelle werkeln, backe ich fast jeden Tag.
Aus 500 g Dinkelmehl (Type 630), 300 ml lauwarmen Wasser, einem Päckchen Trockenhefe, zwei Esslöffeln Rapsöl und einer kräftigen Prise Salz knetete ich einen Teig, der danach an einem warmen, zugfreien Ort eine halbe Stunde gehen durfte. In der Zwischenzeit schnitt ich einen mittelgroßen Weißkohl und zwei Zwiebeln in Streifen. In einem großen Topf erhitzte ich etwas Öl und briet die Gemüsestreifen an. Dann gab ich zwei Esslöffel Zucker hinzu, um den Topfinhalt zu karamellisieren. Danach löschte ich mit 50 ml Weißwein und 100 ml Gemüsebrühe ab und fügte einen Esslöffel Wacholderbeeren in einem Teesieb hinzu. Das Ganze ließ ich unter gelegentlichem Rühren köcheln, bis die Flüssigkeit verdampft war. Ich entfernte die Wacholderbeeren, drückte in einem Sieb die restliche Flüssigkeit aus dem Gemüse und verteilte es auf dem Teig, den ich zu zwei rechteckigen Fladen ausgerollt hatte. Dann würzte ich mit Pfeffer, Salz und frisch geriebener Muskatnuss. Dann rollte ich die Teigfladen jeweils von der kurzen Seite her auf und zerschnitt sie mit einem feuchten Messer in zirka 1,5 Zentimeter dicke Scheiben. Die Scheiben werden dann auf zwei mit Backpapier ausgelegten Blechen platziert und bei 180 Grad Celsius Umluft im vorgeheizten Ofen in zirka 20 Minuten goldbraun gebacken.
„Hunger“, ruft Jasmin.
„Auf dem Gartenweg müsst Ihr den Mundnasenschutz aufbehalten“, stellt Frau B. hämisch fest.
„Aber nicht, wenn wir einen Imbiss zu uns nehmen“, kontert Jasmin, macht einen langen Arm zum Picknickkorb, greift sich eine Krautschnecke und zieht sich mit der anderen Hand die Maske unters Kinn.
„Ihr könntet ja hereinkommen“, wende ich ein.
„Nein Mama! Es sind nur Besuche des eigenen Gartens gestattet!“
„Sagt bloß, ihr kennt die Coronaregeln?“ Hans-Georg B. hebt erstaunt die Augenbrauen.
„Also ich habe schon im Oktober den Überblick verloren. Risikogebiet, kein Risikogebiet, Mundnasenschutz, Hände waschen, Lüften.“
„Na gelüftet ist hier ja schon mal“, stellt Frau B. fest und schwenkt ihren Arm, an dessen Handgelenk ihr Mundnasenschutz baumelt, im Halbkreis.

Kartoffelkuchen

„Das ist nett von Dir, aber danke. Vielleicht hast du ja wichtigere Termine.“
Mein zukünftiger Schwiegersohn zieht seine Haare zu einem straffen Dutt.
„Ach, das macht mir überhaupt nichts aus“, wiegele ich ab.
Mein Fräulein Tochter kommt zu uns. „Was gibst?
Deine Mutter will uns beim Zaunbau helfen.
„Und einen Kuchen bringe ich auch mit“, trumpfe ich auf.
„Kuchen ist immer gut. Wir sehen uns dann morgen.“
Die jungen Leute gehen und ich mache aus 250 Gramm Weizenmehl, 160 Milliliter Wasser und 30 Gramm Frischhefe einen Vorteig, den ich eine Stunde an einem warmen Ort gehen lasse bis er sein Volumen ungefähr verdreifacht hat.
Derweil werden 250 Gramm geschälte Kartoffeln gekocht.
Dann walke ich aus dem Vorteig, weiteren 500 Gramm Weizenmehl, die mittlerweile ausgekühlten und zerdrückten Kartoffeln, 50 Gramm feingehacktes Orangeat, 200 Gramm zerlassene Margarine, 1 Gramm Zimt, eine Prise Nelkenpulver und eine Prise gemahlener Kardamom ungefähr 10 Minuten bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist, der nicht mehr klebt. Anschließend füge ich 100 Gramm Rohrohrzucker und 10 Gramm Salz hinzu und knete nochmals durch. Zum Schluss 100 Gramm Rosinen unter den Teig heben und alles auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausbreiten, mit den Fingerspitzen kleine Dellen eindrücken und mit einem Gemisch aus 100 Gramm Rohrohrzucker, 70 Gramm zerlassener Margarine und einem Teelöffel Zimt übergießen. Nach weiteren 20 Minuten an einem warmen, zugfreien Ort schiebe ich das Blech auf mittlerer Schiene bei 180 ° C für eine halbe Stunde in den Backofen.
Am nächsten Morgen packe ich eine Thermoskanne Kaffee, ein paar Becher und meinen Kartoffelkuchen ein und mache mich auf den Weg in unsere Kleingartenanlage. Als ich eintreffe, ist die Erneuerung des Gartenzaunes bereits in vollem Gange. Ich schnappe mir einen Klappstuhl und lasse mich an einer Stelle nieder, von der ich das Baugeschehen gut überblicken kann.
„So sieht also Deine Hilfe aus, Mama“, tadelt mich Jasmin.
„Ich bin euer Joker. Falls es Schwierigkeiten gibt.“
Nicht, dass ich den jungen Leuten den Zaunbau nicht zutrauen würde, ich bin vor allem auf eine andere Entwicklung gespannt.
Wie nicht anders erwartet, dauert es nicht lange und die ersten Gartennachbarn machen den Kleingartenneulingen ihre Aufwartung.
„Neuer Zaun? Viel Arbeit, was?“
„Ja, ja viel Arbeit!“
„Aber der alte Zaun war doch noch gut.“
„Noch gut?“ Jasmins Philosophiestudent hält anklagend ein sichtlich angegriffenes Stück Holz hoch.
„Die Querriegel kommen meist zu erst. Viel Arbeit was?“
„Ja, ja viel Arbeit.“
„Hm, hier riecht es nach frischem Holz. Habt ihr die Latten vorher schon mit Holzschutz gestrichen?“
„Haben wir.“ Jasmin deutet auf zwei Böcke auf denen Latten zur weiteren Verwendung lagern.
„Könnt ihr dann bei mir gleich weitermachen, was?“
„Erstmal sehen wie weit wir hier kommen.“
„Und soll da später noch Farbe dran?“
„Wissen wir noch nicht. Wir dachten, wir lassen das Holz verwittern und es wird dann silbergrau.“
„Ich hab noch eine Büchse mit brauner Farbe.“
„Nein danke.“
„Trotzdem viel Arbeit.“
„Ja, ja viel Arbeit.“

Tote Oma versus toter Waschbär

Wenn junge Menschen, wie zum Beispiel meine Tochter Jasmin, sich sehr früh für eine vegane Lebensweise entscheiden, dann kennen sie oft Gerichte wie Eisbein oder Kassler mit Sauerkraut gar nicht. Ein weiteres Sauerkrautgericht meiner Kindheit war Grützwurst auch kurz und herzlos „Tote Oma“ genannt.
Nun leuchten mir die vielen Gründe für tierleidfreie Ernährung ja durchaus ein. Andererseits sind da diese Gerüche und Geschmäcker der Kindheit. Wer kennt ihn nicht, den Heißhunger, der sich überfallartig einstellt, wenn bestimmte Gerüche aus einem geöffneten Küchenfenster dringen.
Bei Grützwurst mit Sauerkraut und Salzkartoffeln habe ich mir ein eigenes Rezept gebastelt, das ohne Schweinebauch und Schweineblut auskommt.
Ich schneide 250 Gramm Räuchertofu in feine Würfel und röste diese in zwei Esslöffeln Rapsöl zusammen mit 100 Gramm Zwiebelwürfeln an. Ich koche Kidneybohnen, Bulgur und Belugalinsen.
250 Gramm Kidneybohnen und 100 Gramm geschälte und gekochte rote Bete werden dann mit 10 Gramm Salz, 2 Gramm gemahlenem schwarzen Pfeffer, 1 Gramm gemahlenem Kümmel, 2 Gramm frischem Majoran, 2 Gramm gemahlenem Piment und einer kräftigen Prise Zimt im Mixer püriert. Unter die entstandene Masse werden dann 125 Gramm Belugalinsen, 125 Gramm Bulgur und die gebratenen Tofu- und Zwiebelwürfel gehoben.
Das Fräulein Tochter assistiert mir in der Küche. Wohl auch, weil sie ein Glas voll als Brotaufstrich abgreifen will. Demonstrativ versieht sie das Etikett mit dem Wort GrützVurst.
Auch aufgewärmt schmeckt die Masse hervorragend. Doch wir bereiten Sauerkraut mit Apfel und Salzkartoffeln zum Sofortverzehr.
Nach dem Essen fragt das Fräulein Tochter: „Und das habt ihr echt „Tote Oma“ genannt?“
Ich nicke stumm.
Unser Verdauungsspaziergang führt in Richtung Garten. Mein Garten liegt nur eine viertel Stunde zu Fuß von meiner Wohnung entfernt.
Auf halbem Weg begegnen wir Bruce.
„Gehst du schon nach Hause?“, fragt das Fräulein Tochter kess und fügt hinzu: „Ich habe heute meine erste tote Oma gekocht und gegessen.“
„Schön für dich“, antwortet Bruce zerstreut.
„Tote Oma? Verstehst du?“
„Besser tote Oma als toter Waschbär“, antwortet Bruce ernst und fügt nach kurzer Pause hinzu: „Mir ist schlecht. Den Gestank könnt ihr euch nicht vorstellen.“
„Ein toter Waschbär in unserer Kleingartenanlage?“
„Heute früh bat mich Pierre in seinen Garten. Schon am Eingang seiner Parzelle stank es ganz gewaltig. Erst dachten wir an einen Fuchs oder Marder, der sein Revier markiert hat. Aber dann haben wir unter Pierres Holzterrasse den Kadaver eines Waschbären gefunden. Der muss da schon eine Weile gelegen haben, denn es ringelten sich schon die Maden aus den Augenhöhlen. Das war wie in einem Horrorfilm.“
Bruce schüttelt sich.
„Und wo ist der jetzt?“
„Pierre?“
„Unsinn, der Waschbär.“
„Pierre hat ihn einen Müllsack gesteckt und beim Tierschutz angerufen.“
„Tierschutz? Ist das nicht ein bisschen spät?“
Meine Tochter reicht Bruce das Glas GrützVurst und fragt mitleidig: „Tote Oma?“
„Nein Danke. Kein Appetit heute.“

Basilikumeis

„Trockenwiese“, schnauft Pierre und drückt sich seinen Strohhut tiefer in die Stirn. Bruce stößt neben ihm mit dem Fuß gegen einen kleinen Erdhügel. Ein Staubwölkchen stiebt auf.

Rapunzel versucht die beiden zu motivieren. „Ach kommt schon. Der Anfang ist doch gemacht. Trockenwiesen sind sehr artenreiche Biotope. Wir haben hier schon Fetthenne, Silberdisteln, Ackerhornkraut, Wiesensalbei, Steinklee, Hahnenfuß, Zittergras …“

„Und Steine“, ergänzt Pierre, bückt sich zu einer Sode, die er mit der Grabegabel geliftet hat, klaubt einen großen runden Kieselstein heraus und wirft ihn seitwärts zum Rand der Fläche am Eingang unserer Gartenanlage. Mit einem Klick stößt der Stein einen anderen Stein zur Seite.

„Wir könnten hier eine schöne Boule-Fläche anlegen“, schlägt Kojak vor.

„Wir werten ein bereits vorhandenes Biotop auf!“ Rapunzel schiebt mit den Händen die Sode vor Pierres Gabel zur Seite und setzt eine Heidenelke ein. Umgehend wird sie von einem blauen Schmetterling umflattert.

„Seht ihr?“ Rapunzel lächelt breit.

„Das ist doch bloß ein blöder Zufall“, murrt Kojak.

Rapunzel nimmt einen Topf mit Thymian, stürzt die Pflanze heraus und kontrolliert den Wurzelballen. „Mach hier mal ein Loch“, fordert sie Pierre auf.

Der setzt die Gabel an und tritt erst mit einem, dann mit beiden Füßen darauf. Die Gabel dringt nicht tief ein und Pierre droht mitsamt seinem Arbeitsgerät umzufallen. Bruce stützt ihn. Pierre steigt von der Gabel und setzt sie neu an. Abermals fördert er einen faustgroßen Kieselstein zutage.

„Vielleicht sollten wir eine Garteneisenbahn bauen“, sinniert Bruce, „Schotter hätten wir genug.

„Ihr lockert mal die kahlen Stellen auf und Rapunzel und ich hole noch ein paar Pflanzen“, schlage ich vor.

„Und wenn ihr schön fleißig seid, bringen wir euch ein Eis mit“, ergänzt Rapunzel und zwinkert mir zu, denn wir hatten schon etwas vorbereitet.

Zirka 20 Gramm Basilikumblätter wurden mit einer Mischung aus 200 Millilitern Reismilch und 130 Millilitern Kokosmilch gründlich püriert, mit weiteren 400 Millilitern Reismilch und 260 Millilitern Kokosmilch aufgefüllt und nochmals kurz mit dem Pürierstab verarbeitet. Das Ganze kurz aufgekocht und für eine viertel Stunde abgedeckt zum Ziehen gestellt. Währenddessen mischten wir in einer Schüssel je ein Gramm Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl, eine Prise Salz und 240 Gramm Zucker mit einem Schneebesen, gossen die Basilikum-Pflanzenmilchmischung vorsichtig dazu und mixten alles noch einmal gut durch. Danach stellten wir den Topf in den Kühlschrank und gaben später die abgekühlte Masse in die Eismaschine. Das Ergebnis lag nun seit dem Morgen im Tiefkühler.

Die Männer haben sich in den Schatten des alten Holunderbaumes gesetzt, als wir mit dem Eis und einigen Pflanzen zurückkehren

„Was ist das für Eis“, schnalzt Kojak.

„Rate mal.“

„Was mit Kräutern?“

„Richtig! Basilikum.“

„Hm“, grunzt Pierre, “geht auch Thymian?“ Er nickt in Richtung des Trockenbiotops.

Rapunzel verdreht ihre Augen. Ein Grashüpfer federt aus den Zittergräsern und landet zu ihren Füßen.

Quiche mit grünem Spargel

Ich sitze vor unserem Vereinsheim und schlürfe einen Kaffee. Mein Gartennachbar Holger, den alle nur Bruce nennen, weil er ein bisschen wie Bruce Willis aussieht, kommt mit einem Plakat vorbei.

Darauf steht: „Nächstes Wochenende großer Frühjahrsputz!“

Ich frage: „Bist du damit nicht etwas spät dran?“

„Unsinn, das habe ich grade da hinten abgemacht.“ Bruce zeigt auf das andere Ende unserer Gartenanlage, an dem sich eine zweite Informationstafel befindet. Dann macht er sich daran das schwarze Brett am Vereinsheim neu zu bestücken. Er rückt einen Stuhl an die Tafel heran, schnappt sich die Plakatrolle, klettert auf den Stuhl zieht einen Tacker aus der Hosentasche und befestigt eine Ecke des Posters.

„Mist!“, höre ich ihn fluchen.
Bruce tänzelt auf dem Stuhl. Der Wind frischt auf und legt das Plakat um Bruce.
„Mist! Mist! Karo?“

„Ja?“ Ich schlendere hinüber.

„Kannst du das hier mal halten?“

Ich streiche das Plakat glatt und drücke es mit beiden Händen ans schwarze Brett. Bruce betrachtet seinen Tacker.

„Das Ding ist verstopft.“ Bruce nestelt am Hosenlatz und zieht einen Phasenprüfer heraus und fummelt damit die verkeilten Drahtklammern aus dem Gerät.

„Großes Sommerfest!“ Lese ich derweil auf dem neuen Aushang. Bruce befestigt alle Ecken, setzt dann den Tacker am Foto unseres Vorsitzenden an und schießt eine Klammer kurz über dessen Scheitel.

„Zur Sicherheit“, grinst er.

Meine Gartennachbarin Frau B. und ihr Mann Hans-Georg gesellten sich zu uns.

„Oha, sauber getackerter Scheitel“ attestiert Hans-Georg.

„Habt ihr Streit?“ Frau B. sieht Bruce argwöhnisch an.

„Ach der alte Bollerkopp, ewig am Nörgeln. Nix kann man dem recht machen“, bricht es aus Bruce heraus.

„Du bist aber auch nicht der geborene Diplomat“, erinnere ich Bruce.

Hans Georg B. ergreift Partei. „Zur nächsten Wahl lasse ich mich auch in den Vorstand wählen. Dann helfe ich dir.“

„Du im Vorstand?“ Frau B. verdreht ihre Augen. „Soweit kommt‘s noch. Für drei Elefanten ist unser Porzellanladen nun wirklich zu klein.“

„Ich gebe jedem ein Stück Spargelquiche aus“, lenke ich ab.

„Spargel? Ist das nicht ein wenig spät?“ Frau B. beäugt mein Tortenblech.

„Nö, grüner Spargel – Anfang Juni, passt schon noch.“ Ich reiche das Backwerk herum.
Ein Teig aus 300 Gramm Weizenmehl verknetet mit 150 Gramm Margarine, 5 Esslöffel Wasser und einem halben Teelöffel Salz ruhte vorab 1,5 Stunden im Kühlschrank.

Ich schälte 600 Gramm grünen Spargel und kochte ihn zirka 5 Minuten, derweil eine gehäutete und gewürfelte Zwiebel in etwas Öl goldbraun briet.

Im auf 200 g vorgeheizten Backofen buk der in die Tortenform gedrückte und mit Backlinsen bedeckte Teig für 10 Minuten vor. Dann entfernte ich die Linsen und gab den Spargel, die Zwiebelwürfel sowie 100 Gramm halbierte Cocktailtomaten auf den Teig und übergoss das Gemüse mit einem Mix aus je 4 Esslöffeln Kichererbsenmehl und Weizenmehl, 60 Gramm Cashewkernen, 500 Millilitern Sojasahne, 2 Teelöffeln Senf, 2 Knoblauchzehen und einer Prise Muskat. Nach weiteren 30 Minuten im Backofen würzte ich den Quiche mit frisch gemahlenem Salz und Pfeffer.