Willkommen!

Die Gartengeschichten dieses Blogs, wurden bereits in der Verbandszeitschrift des  Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner (LSK) „Sachsen aktuell“ veröffentlicht.

Dieser Blog dient dazu, die Geschichten und Rezepte einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

Außerdem wird es hier hin und wieder Beiträge geben, die nicht in der Zeitung standen.

Ich wünsche allen Lesern gute Unterhaltung.

Kommentare und Anregungen sind ausdrücklich erbeten.

Karo-Tina Aldente

Kartoffelkuchen

„Das ist nett von Dir, aber danke. Vielleicht hast du ja wichtigere Termine.“
Mein zukünftiger Schwiegersohn zieht seine Haare zu einem straffen Dutt.
„Ach, das macht mir überhaupt nichts aus“, wiegele ich ab.
Mein Fräulein Tochter kommt zu uns. „Was gibst?
Deine Mutter will uns beim Zaunbau helfen.
„Und einen Kuchen bringe ich auch mit“, trumpfe ich auf.
„Kuchen ist immer gut. Wir sehen uns dann morgen.“
Die jungen Leute gehen und ich mache aus 250 Gramm Weizenmehl, 160 Milliliter Wasser und 30 Gramm Frischhefe einen Vorteig, den ich eine Stunde an einem warmen Ort gehen lasse bis er sein Volumen ungefähr verdreifacht hat.
Derweil werden 250 Gramm geschälte Kartoffeln gekocht.
Dann walke ich aus dem Vorteig, weiteren 500 Gramm Weizenmehl, die mittlerweile ausgekühlten und zerdrückten Kartoffeln, 50 Gramm feingehacktes Orangeat, 200 Gramm zerlassene Margarine, 1 Gramm Zimt, eine Prise Nelkenpulver und eine Prise gemahlener Kardamom ungefähr 10 Minuten bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist, der nicht mehr klebt. Anschließend füge ich 100 Gramm Rohrohrzucker und 10 Gramm Salz hinzu und knete nochmals durch. Zum Schluss 100 Gramm Rosinen unter den Teig heben und alles auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausbreiten, mit den Fingerspitzen kleine Dellen eindrücken und mit einem Gemisch aus 100 Gramm Rohrohrzucker, 70 Gramm zerlassener Margarine und einem Teelöffel Zimt übergießen. Nach weiteren 20 Minuten an einem warmen, zugfreien Ort schiebe ich das Blech auf mittlerer Schiene bei 180 ° C für eine halbe Stunde in den Backofen.
Am nächsten Morgen packe ich eine Thermoskanne Kaffee, ein paar Becher und meinen Kartoffelkuchen ein und mache mich auf den Weg in unsere Kleingartenanlage. Als ich eintreffe, ist die Erneuerung des Gartenzaunes bereits in vollem Gange. Ich schnappe mir einen Klappstuhl und lasse mich an einer Stelle nieder, von der ich das Baugeschehen gut überblicken kann.
„So sieht also Deine Hilfe aus, Mama“, tadelt mich Jasmin.
„Ich bin euer Joker. Falls es Schwierigkeiten gibt.“
Nicht, dass ich den jungen Leuten den Zaunbau nicht zutrauen würde, ich bin vor allem auf eine andere Entwicklung gespannt.
Wie nicht anders erwartet, dauert es nicht lange und die ersten Gartennachbarn machen den Kleingartenneulingen ihre Aufwartung.
„Neuer Zaun? Viel Arbeit, was?“
„Ja, ja viel Arbeit!“
„Aber der alte Zaun war doch noch gut.“
„Noch gut?“ Jasmins Philosophiestudent hält anklagend ein sichtlich angegriffenes Stück Holz hoch.
„Die Querriegel kommen meist zu erst. Viel Arbeit was?“
„Ja, ja viel Arbeit.“
„Hm, hier riecht es nach frischem Holz. Habt ihr die Latten vorher schon mit Holzschutz gestrichen?“
„Haben wir.“ Jasmin deutet auf zwei Böcke auf denen Latten zur weiteren Verwendung lagern.
„Könnt ihr dann bei mir gleich weitermachen, was?“
„Erstmal sehen wie weit wir hier kommen.“
„Und soll da später noch Farbe dran?“
„Wissen wir noch nicht. Wir dachten, wir lassen das Holz verwittern und es wird dann silbergrau.“
„Ich hab noch eine Büchse mit brauner Farbe.“
„Nein danke.“
„Trotzdem viel Arbeit.“
„Ja, ja viel Arbeit.“

Jubiläum!

Hoch die Tassen! Wir feiern den 5. Jahrestag.

Nach dem ersten Jahr wurde ich gefragt, ob ich mir weitere 12 Rezeptgeschichten zutraue.

Nach dem vierten Jahr gab es den ersten Versuch, die Rubrik durch einen andere Autorin zu besetzen.

Irgendein Schlaumeier hatte aus: „So schmeckt es in Bayern“ bzw. „So schmeckt es in Sachsen“ oder „So schmeckt es im Sauerland“ den wahnsinnig originellen Slogan: „So schmeckt es aus dem Kleingarten“ geklöppelt.

Und weil der Schlaumeier gute Kontakte zu „höheren Stellen“ hat, wurde gleich mal ein Förderprogramm angezapft.

Was gefördert wird, muss ja gut sein. ^^ Deshalb gibt es auch im Jahr 5 die Bemühungen, die Gartenrezeptgeschichten durch eine schnöde aber geförderte Rezeptecke zu ersetzen.

Ich hoffe ja, die Zeitungsmacher kriegen noch mit, dass die Rezeptgeschichten in klitzekleines bisschen mehr sind, als nur Rezepte.

Aber auch wenn die Geschichten um Frau B., Pierre, Rapunzel, Bruce, dem Fräulein Tochter und all den anderen vielleicht bald nicht mehr in der Zeitung stehen werden, hier auf dem Block wird es weitergehen.

Vielleicht finde ich ja auch endlich die Zeit, den schon seit zwei Jahren gehegten Wunsch umzusetzen und die bisher erschienen Geschichten in einem Buch zusammenzufassen. Das muss doch auch ohne Förderung irgendwie hinzukriegen sein.

Bleibt mir noch, wieder einmal danke zu sagen.

Danke für Eure Treue.

Danke für Eure Likes.

Danke für Eure Kommentare.

Auf ins 6. Jahr.

Bittersüße Grüße aus dem Garten

Sandorn-Hagebutten-Suppe

„Ist das nicht schön?“ Mein Fräulein Tochter strahlt übers ganze Gesicht und lehnt sich an ihren Freund, der seine Blicke schweifen lässt wie ein Großgrundbesitzer.
Die beiden stehen vor einer zirka 200 Quadratmeter großen Kleingartenparzelle in unserer Anlage, nur einen Gartenweg von meinem Garten entfernt. Im Vordergrund rostet ein altes Rollreifenfass, dahinter schließen sich einige Rosensträucher und vier Sanddornbüsche an, die grade groß genug sind, um die alte Holzlaube pittoresk erscheinen zu lassen.
„Was habt ihr dafür bezahlt?“
„Das ist das Beste! Wir haben sogar noch vierhundertfünfzig Euro bekommen.“
„Aber dafür müsst ihr doch bestimmt noch viele Aufgaben erfüllen?“
„Die drei großen, alten Stubben und die Zuckerhutfichte müssen wir roden, den frei stehenden Schuppen dahinten abreißen und vierzig Quadratmeter Gemüsebeete neu anlegen. Wollen wir mal reingehen?“
Ich nicke.
Wir betreten den Weg aus alten Betonplatten, der schnurgrade vom Gartentor zur Gartenlaube führt.
„Den müssen wir auch noch neu gestalten.“ Jasmin beschreibt mit großer Geste den Bogen, in dem der künftige Weg vom Tor an die Grenze zur Nachbarparzelle und weiter zum Gartenhaus verlaufen soll.
Neben der Laube liegt ein Riffelblech.
„Was ist denn da drunter?“ Ich bücke mich und versuche die Metallplatte anzuheben.
„Ach“, wiegelt das Fräulein Tochter ab, das ist eine alte Grube, die müssen wir auch noch verfüllen. Unter dem Blech ist der Rand eines eingegrabenen Fasses zu sehen. Ein beißender Geruch schlägt uns entgegen. „Das ist ja widerlich.“ Ich wende mich ab.
„Der alte Pächter hat gesagt, dass er jahrelang nichts mehr da reingetan hat“, nörgelt Jasmin.
„Riecht nicht so“, stellt der neue Hausherr fest und nestelt an seinem Dutt.
„Das kriegen wir schon hin, nicht?“ Jasmin knufft ihren Philosophen in die Seite.
Bei den Sanddornsträuchern, stelle ich fest, dass die Beeren reif sind. Sie sind kräftig orange, weich und auf der Oberfläche leicht glasig.
„Komm, wir pflücken gleich.“ Jasmin holt eine Schale. Ihr Freund zupft unterdessen Hagebutten von den Rosenbüschen. „Lass noch welche für die Vögel dran“, instruiert ihn das Fräulein Tochter. „An diesem Sanddorn hier sind gar keine Beeren“, wundert sie sich. „Das könnte daran liegen, dass das ein männlicher Strauch ist“, mokiert sich ihr Galan.
„Ich wollte nur mal testen, ob du das weißt“, schmollt Jasmin.
Sie legt Folien unter die weiblichen Sanddornpflanzen. „Für den Fall, dass welche runterfallen“, kommentiert sie. Vorsichtig beginnen wir mit der Ernte. „Nachher zählen wir, wer die wenigsten Kratzer hat“, ruft Jasmin fröhlich.
Zuhause halbieren wir 250 g Hagebutten und entfernen die Kerne. Wir setzen sie zusammen mit 150 g gewaschenen und zerdrückten Sanddornbeeren, 50 g Zucker, 20 g geschältem und fein gehacktem Ingwer und einem halben Liter naturtrübem Apfelsaft für 20 Minuten zum Köcheln auf.
Danach ziehen wir den Pürierstab kurz durch die Suppe, würzen mit Vanillezucker und Zimt und servieren mit Birnenstückchen, gehackten Walnüssen und Zwieback.

Tote Oma versus toter Waschbär

Wenn junge Menschen, wie zum Beispiel meine Tochter Jasmin, sich sehr früh für eine vegane Lebensweise entscheiden, dann kennen sie oft Gerichte wie Eisbein oder Kassler mit Sauerkraut gar nicht. Ein weiteres Sauerkrautgericht meiner Kindheit war Grützwurst auch kurz und herzlos „Tote Oma“ genannt.
Nun leuchten mir die vielen Gründe für tierleidfreie Ernährung ja durchaus ein. Andererseits sind da diese Gerüche und Geschmäcker der Kindheit. Wer kennt ihn nicht, den Heißhunger, der sich überfallartig einstellt, wenn bestimmte Gerüche aus einem geöffneten Küchenfenster dringen.
Bei Grützwurst mit Sauerkraut und Salzkartoffeln habe ich mir ein eigenes Rezept gebastelt, das ohne Schweinebauch und Schweineblut auskommt.
Ich schneide 250 Gramm Räuchertofu in feine Würfel und röste diese in zwei Esslöffeln Rapsöl zusammen mit 100 Gramm Zwiebelwürfeln an. Ich koche Kidneybohnen, Bulgur und Belugalinsen.
250 Gramm Kidneybohnen und 100 Gramm geschälte und gekochte rote Bete werden dann mit 10 Gramm Salz, 2 Gramm gemahlenem schwarzen Pfeffer, 1 Gramm gemahlenem Kümmel, 2 Gramm frischem Majoran, 2 Gramm gemahlenem Piment und einer kräftigen Prise Zimt im Mixer püriert. Unter die entstandene Masse werden dann 125 Gramm Belugalinsen, 125 Gramm Bulgur und die gebratenen Tofu- und Zwiebelwürfel gehoben.
Das Fräulein Tochter assistiert mir in der Küche. Wohl auch, weil sie ein Glas voll als Brotaufstrich abgreifen will. Demonstrativ versieht sie das Etikett mit dem Wort GrützVurst.
Auch aufgewärmt schmeckt die Masse hervorragend. Doch wir bereiten Sauerkraut mit Apfel und Salzkartoffeln zum Sofortverzehr.
Nach dem Essen fragt das Fräulein Tochter: „Und das habt ihr echt „Tote Oma“ genannt?“
Ich nicke stumm.
Unser Verdauungsspaziergang führt in Richtung Garten. Mein Garten liegt nur eine viertel Stunde zu Fuß von meiner Wohnung entfernt.
Auf halbem Weg begegnen wir Bruce.
„Gehst du schon nach Hause?“, fragt das Fräulein Tochter kess und fügt hinzu: „Ich habe heute meine erste tote Oma gekocht und gegessen.“
„Schön für dich“, antwortet Bruce zerstreut.
„Tote Oma? Verstehst du?“
„Besser tote Oma als toter Waschbär“, antwortet Bruce ernst und fügt nach kurzer Pause hinzu: „Mir ist schlecht. Den Gestank könnt ihr euch nicht vorstellen.“
„Ein toter Waschbär in unserer Kleingartenanlage?“
„Heute früh bat mich Pierre in seinen Garten. Schon am Eingang seiner Parzelle stank es ganz gewaltig. Erst dachten wir an einen Fuchs oder Marder, der sein Revier markiert hat. Aber dann haben wir unter Pierres Holzterrasse den Kadaver eines Waschbären gefunden. Der muss da schon eine Weile gelegen haben, denn es ringelten sich schon die Maden aus den Augenhöhlen. Das war wie in einem Horrorfilm.“
Bruce schüttelt sich.
„Und wo ist der jetzt?“
„Pierre?“
„Unsinn, der Waschbär.“
„Pierre hat ihn einen Müllsack gesteckt und beim Tierschutz angerufen.“
„Tierschutz? Ist das nicht ein bisschen spät?“
Meine Tochter reicht Bruce das Glas GrützVurst und fragt mitleidig: „Tote Oma?“
„Nein Danke. Kein Appetit heute.“

Lasagne mit roter Bete

Bruce und Pierre stehen bei Rapunzel am Zaun und schwatzen mit ihr. Als ich dazu komme schweigen sie.
„Was ist los? Habt ihr etwa Geheimnisse?“
Die drei schütteln die Köpfe. Bruce zeigt auf ein Beet in dem rote Rüben stehen. „Ich sagte nur eben zu Rapunzel, dass sie Glück gehabt hat, dass sie damals so viel Feldsalat gemacht hat. Heute müssten wir sie vermutlich rote Rübe nennen.“
„Ich dachte ihr nennt mich Rapunzel, weil ich so schöne, lange Haare hab“, kokettiert die Geneckte und dreht einen ihrer Zöpfe um den Zeigefinger.
„Oder so“, sagt Bruce und zu mir. „Ich hab gehört, deine Jasmin wird langsam erwachsen?“
Pierre fragt: „Ist sie schwanger?“
Und Rapunzel: „Oder heiratet sie den bärtigen Philosophen mit dem Dutt?“
„Mein Fräulein Tochter erzählt mir zwar schon lange nicht mehr alles, aber das wüsste ich vermutlich schon. Keine Ahnung was du meinst, Bruce.“
„Nein“, raunt Bruce, „sie hat sich um einen Garten beworben.“
„Ach das meinst du. Will sie wirklich immer noch eine Kleingartenparzelle? Ich dachte das wäre nur so eine Phase. Wird denn bald was frei?“
„Das schon“, Bruce spannt seine Daumen unter die Träger seiner Latzhose, „aber wir haben viele Bewerber. Wir werden wohl einen Aufnahmetest einführen müssen.“
„Au ja“, freut sich Pierre, „zum Beispiel: Nennen sie drei Einrichtungsgegenstände, die für Sie in einem Kleingarten sehr wichtig sind.“
„Genau und wenn der Bewerber dann Grill, Pool und Trampolin schreibt, dann kommt er gar nicht erst auf die Warteliste“, ergänzt Bruce.
„Da hat Jasmin kein Problem. Die schreibt da glatt Frühbeet, Kompostbehälter und Gewächshaus. Die hat doch mit ihrem Philosophen schon bei den Stadtgärtnern mitgemacht. Essbare Stadt und so, erinnert ihr euch?“
Rapunzel fragt: „Will jemand rote Bete?“
Sie reicht eine Rübe von der Größe eines Kinderhandballs herüber. Ich nehme ihr das Gemüse ab. „Ich hab auch noch ein Rezept für dich.“ Rapunzel steckt mir einen Zettel zu.
Wir zerstreuen uns.
Zu Hause koche ich zunächst die rote Bete. Ich schäle die Zwiebel und röste sie in einem EL Olivenöl an. Die zwei Karotten schäle ich ebenfalls, hacke sie zusammen mit 60 Gramm geputzten Champions sehr fein und gebe alles zu der Zwiebel in die Pfanne. Dann schäle ich die gekochte rote Rübe und schneide feine Würfel daraus. 300 Gramm Rübenwürfel kommen ebenfalls in die Pfanne. Nach zirka 5 Minuten gebe ich 60 Milliliter Mandelsahne, einen Esslöffel Rübensirup, Pfeffer, Salz und Oregano dazu und lasse alles weitere 5 Minuten köcheln.
Dann rühre ich mit dem Schneebesen 3 Esslöffel Mehl in 2 Esslöffel zerlassene Margarine, lösche, immer weiter rührend, mit 350 Milliliter Sojamilch ab bis eine streichfähige Sauce entstanden ist. Diese Sauce würze ich mit Pfeffer, Salz und geriebenem Muskat.
Ich heize den Ofen auf 160 °C vor und gebe 250 Gramm Lasagneblätter wie folgt in eine mit Olivenöl ausgepinselte Form: Lasagneblätter, Hälfte der Füllung, Lasagneblätter, Rest der Füllung, Lasagneblätter, Mehl-Muskat-Sauce und darüber drei EL Hefeflocken verteilen. Die Backzeit beträgt zirka 40 Minuten.

Awesome Blogger Award

Titelbild von Klaus Mand Öl auf Leinwand

Stephanie Jaeckel mit ihrem wunderbaren Blog „Klunker des Alltags“ nomierte mich vor einiger Zeit zum Awesome Award, vielen Danke dafür.
Den ganzen Regelkram schenke ich mir und beantworte sogleich die Fragen:

Ein Leben ohne Blog: Vorstellbar? Beziehungsweise, was würde Dir fehlen?

Ja. Ein Leben ohne diesen Blog ist vorstellbar. Hier wird ja nicht im klassischen Sinn gebloggt. Um ehrlich zu sein wurde erst mit den ersten Beiträgen Stück für Stück erkundet, was es mit Followern und Likes so auf sich hat. Damals im Oktober 2015 sollte zunächst nur ein Platz im Internet geschaffen werden, wo die monatlichen Zeitungsbeiträge auch für Leute zu Verfügung stehen, die keine andere Möglichkeit haben, den sächsischen Regionalteil der Zeitung Gartenfreund zu lesen.
Aber dann stellte sich recht schnell heraus, dass der direktere Kontakt zu den Lesern des Blogs sich sehr gut zur Therapie von Selbstzweifeln eignet.
Mit der Teilnahme beim MitMachBlog wurde es noch etwas turbulenter. Leider fiel dieses Projekt der DSGVO zum Opfer. Wenn Du kein Publikum, keine Follower mehr hast, macht ein Blog auch keinen Sinn mehr.

Wie unterscheidet sich Dein zu Hause von dem Deiner Freund/innen?

Ich glaube, ich muss mal wieder Fenster putzen. Oder Freund/innen besuchen.

Hast Du während des Lockdowns neue Seiten an Dir entdeckt?

Nein. Außer vielleicht, dass mich das ganze Outbreak-Szenario mehr mitgenommen hat, als ich es mir eingestehen will. Die Kleingärtner waren häufiger in Ihren Gärten. Es gab ein paar Videokonferenzen mehr als bisher und es fielen ein paar Pflichtveranstaltungen aus. Die Leute rennen dem Gartenvorstand die Bude ein, weil jeder jetzt einen Garten haben will. Aber sonst? Alles wie immer nur mit weniger Menschen. Hätte so bleiben können.

Was würdest Du sofort lernen, wenn Du genug Zeit oder Geld hättest?

Nix. Genug Zeit und / oder genug Geld sind unrealistische Voraussetzungen.
Na gut – Holzbildhauerei.

Welcher Mensch hat Dich am meisten geprägt – oder waren es mehrere?

Die Liebe zum Kochen und Backen kommt von der Mutter meiner Mutter. Der Rest ist ein Gemischtwarenladen aus Zufälligkeiten.

Was siehst Du als erstes, wenn Du zu Hause aus dem Fenster schaust?

Das Dach des Vorderhauses.

Hast Du oft Fernweh? Und wenn ja, wohin?

Ich habe eher Heimweh, wenn ich mal eine Straßenbahnstation zu weit gefahren bin.

Worauf freust Du Dich im Sommer?

Auf veganes Speiseeis.

Wofür gibst Du gerne Geld aus?

Für gutes, veganes Essen, nachhaltige Kleidung, Material für Kunstwerke und Basteleien und für (Garten-)Werkzeug.

Hättest Du gerne (noch) ein Kunstwerk in Deiner Wohnung oder in Deinem Garten? Und wann ja, welches?

Ja. Der diesjährige Volkshochschulkurs für Stahlskulpturengestaltung steht noch aus. Dabei wird ein Wochenende lang mit Flex, Schweißgerät und Eisenschrott herumhantiert. Das Ergebnis landet wahlweise im Garten oder in der Wohnung. Außerdem hat ein Kunstmaler unsere Gartenanlage als Sujet entdeckt. Da habe ich auch schon paar Bilder gekauft und zwei weitere sind schon reserviert.

Auf der Suche – Öl auf Leinwand – Klaus Mand

Zu guter Letzt sollten eigentlich neue Fragen und Nominierungen stehen.
Ich möchte statt dessen auf einige lesenswerte Blogs hinweisen, von denen ich annehme, dass die Autor*innen sich nicht am Award-Schnickschnack beteiligen. Sollte dennoch jemand irgendwelche Fragen beantworten wollen, dann reiche ich hiermit die obigen Fragen von Stephanie weiter.


Kassandras Kristallkugel
Glumm
Patricia denkt sich was
Grünschreiber
Natur auf dem Balkon

Kartoffelkäfersuppe und Bienenstich

Ich blinzle in die Sonne. Im Nachbargarten hühnern Hans-Georg B. und seine Frau durch ihre Kartoffelreihen. Sie suchen, soweit ich das von meinem Liegestuhl aus erkennen kann, Kartoffelkäfer.
„Sammelt ihr Käfer ab?“
„Ja“, knurrt meine Gartennachbarin mürrisch, „und nein, wir kommen nicht, um bei dir weiterzumachen.“
„Ich hab doch gar nichts gesagt“, flöte ich unschuldig.
„Das reicht, wenn ich sehe, wie du guckst.“ Meine Gartennachbarin drückt ihr Kreuz durch.
Kipirr, schellt es an meinem Gartentor. Mein Fräulein Tochter kommt herein.
„Kartoffelkäfer?“ fragt sie.
Meine Gartennachbarin holt tief Luft, doch bevor sie etwas sagen kann, zeigt ihr Gatte ein kleines Eimerchen vor und mein Fräulein Tochter sieht hinein.
„Kartoffelkäfersuppe“ kommentiert er.
„Iihiehh!“
„Insekten sind ein erstklassiger Proteinlieferant“, doziert Hans-Georg.
„Aber ich esse ja gar keine tierischen Produkte. Also auch keine Kartoffelkäfer.“ Das Fräulein Tochter rümpft die Nase.
„Kartoffelkäfersuppe?“ überlege ich, „Ich glaube, ich habe im Internet mal ein Rezept dafür gelesen.“
„Im Internet steht auch, dass die Erde eine Scheibe ist“, moniert meine Tochter schnippisch.
„Ich würde so was auch nicht essen wollen.“ Frau B. verzieht angewidert das Gesicht.
Ihr Gatte hat sein Eimerchen abgestellt und schlägt in die Luft.
„Was ist los?“
„Eine flotte Biene. Ich weiß auch nicht, was die hat.“
Hans-Georg B. geht ein paar Schritte auf und ab. Das Insekt folgt ihm beharrlich. Immer wieder fliegt es gegen den Kopf des Gärtners.
„Jetzt hat die mich tatsächlich gestochen.“
Frau B. holt eine Zwiebel aus dem Beet, zerschneidet diese und drückt eine Zwiebelhälfte auf die Einstichstelle am Hals ihres Mannes.
„Zum Glück bin ich nicht allergisch“, konstatiert dieser grimmig.
„Bienenstich könnte ich auch mal wieder backen“, sinniert mein Fräulein Tochter halblaut und wenig diplomatisch.
„Bienenstich? Gibt es da ein veganes Rezept?“
„Natürlich! Im Internet!“
„Ach?“
„Ja, ja. Manchmal stehen da auch gute Sachen drin. Hier zum Beispiel: 250 Gramm Mehl, eine halbe Packung Trockenhefe, zwei Esslöffel Wasser, 35 Gramm Zucker und 125 Milliliter Mandelmilch zusammenrühren. Nach fünf Minuten ein halbes Tütchen Backpulver, ein Esslöffel Sojamehl, 35 Gramm Margarine und eine Prise Salz dazu rühren. Den Hefeteig kneten, eine halbe Stunde gehen lassen, dann auf eine 26er Springform ziehen und an einem warmen Ort nochmals gehen lassen.
5 Esslöffel Mandelmilch, 15 Gramm Vanillezucker, 75 Gramm Margarine, 100 Gramm Zucker in einem Tiegel unter Rühren erhitzen und sobald das Gemisch leicht aufbrodelt von der Herdplatte ziehen und 125 Gramm gehobelte Mandeln unterheben.
Diese Mandelmischung wird nun auf dem Teig verteilt und dieser bei 180 Grad Celsius Umluft zirka 20 Minuten auf mittlerer Schiene gebacken.
Einem halben Liter Mandelmilch mit zwei Päckchen Vanille-Puddingpulver a. 37 Gramm aufkochen, 50 Gramm Margarine und 20 Gramm Puderzucker dazu rühren und abkühlen lassen.
Sobald der Kuchen abgekühlt ist, wird er mit einem großen Messer in Boden und Deckel geteilt. Dann wird der Pudding auf dem Boden verteilt und der Deckel wieder aufgesetzt.

Bunter Salat mit Rübensirup-Senf-Cashewkern-Dressing

„Das ist mir ganz egal, dass der Bengel nicht Fußballspielen gehen kann, weil der Sportplatz gesperrt ist. Hier war das Gebolze schon immer verboten.“ Mit grimmiger Miene wirft mein Gartennachbar Hans-Georg B. einer sichtlich verdatterten Mutter einen bunten Lederball zu.

„Jetzt sehen sich die die Sauerei ruhig genauer an. Meine schönen Erbsen einfach umgekegelt“, zetert er weiter. „Und wenn ich nicht da gewesen wäre, wäre der Bengel wieder hinterher gesprungen und hätte mir auch noch die anderen Beete zertrampelt.“
„Jetzt beruhig dich doch mal Hans-Georg. Bei mir lag der Ball auch schon im Beet.“
„Da vorn zwischen den Kartoffeln? Pah – da gibt es ja auch kaum Schäden. Aber sag mal Karo, ich sehe du hast wieder deine berühmten Kartoffelkurven gelegt?“
„Ich finde meine Kartoffelreihen gut. In der Natur gibt es keine graden Linien, um mal Herrn Friedensreich Hundertwasser zu zitieren.“
„Genau wie im vergangenen Jahr. Als wäre ein besoffener Bauer bei dir durchgetorkelt.“
„Nix da besoffener Bauer, ich habe meine Kartoffel selbst unter die Erde gebracht. Aber wie willst du wissen wie im vergangenen Jahr meine Reihen aussahen? Ich hatte das Beet doch dahinten auf der anderen Seite.“
„Das hat mir Pierre auf Goggle Maps gezeigt.“
„Ihr spioniert mir nach?“
„Nee, wir haben nur die Satellitenbilder von der Gartenanlage angesehen und da sind uns deine Kartoffeln aufgefallen. Wirfst du die Kartoffeln vom Beetrand in die Pflanzlöcher?“
„Na? Nervt er?“ Meine Gartennachbarin Frau B. mischt sich ein.
„Wer nervt? Ich? Keine Spur! Ich sag nur Schubkarre.“
Ich blicken die beiden fragend an.
„Das ist nämlich auch so eine.“ Hans-Georg B. zeigt auf seine Gattin. „Kaum hat man ein Beet vorbereitet und sich einmal umgedreht, schon hat sie Kartoffeln reingelegt. Auch wenn da was ganz anderes hin sollte“
„Was anderes. Ich hatte dich um ein Kartoffelbeet gebeten. Schön mit frischen Kompost und so.“
„Na hab ich das etwa nicht gemacht? Extra mit der Schubkarre Kompost geholt. Und eh ich mich verseh, stecken vor mir und hinter mir Kartoffeln in der Erde. Wo man hintritt Kartoffeln. Selbst in die Schubkarre hat sie zwei gesteckt.“
Frau B. grinst. „Das Späßchen konnte ich mir nicht verkneifen. Wenn er auch von der Arbeit wegrennt, um mit Bruce Bier zu trinken.“
Mein Telefon signalisiert eine eingehende SMS.
In den Wochen der Kontaktbeschränkung haben mein Fräulein Tochter und ich eine Art Rezeptaustauschwettbewerb ins Leben gerufen. Jeder schickt dem anderen mindestens ein Rezept täglich.
Ich hatte einen schnellen Salat aus frischen Eichblattsalat, Erdbeeren, jungen geraspelten Möhren, Radieschenscheiben und grünen Erbsen vorgeschlagen.
Mein Fräulein Tochter retournierte mit einem Dressing.
100 Gramm ungeröstete Cashewkerne in 150 Milliliter heißem Wasser für zirka eine halbe Stunde einweichen und dann mit dem Mixer pürieren. Fünfzig Gramm gekörnten Senf, und zweieinhalb Esslöffel Rübensirup und eine halbe Schalotte zugeben und fertig mixen. Danach für mindestens eine halbe Stunde kalt stellen.

Korona-Torte

„Ich will mich bei Pierre für die Türschlossreparatur bedanken.“

Rapunzel steht an meinem Zaun und hält einen Tortenbehälter hoch. Meine Gartennachbarin Frau B. reckt sich und ruft: „Hat hier jemand Torte gesagt?“

Rapunzel und ich im Chor: “ Nein!“

Frau B. beäugt misstrauisch die Tortenglocke. „Erdbeeren? Eigene Ernte?“

„Natürlich!“ Rapunzel ist entrüstet.

„Ich wollte euch fragen, ob ihr mit zu Pierre rüber kommt. Allein kriegen wir den Kuchen ja nicht alle.“

„Ist der vegan“, frage ich und Frau B.: „Hast du die Erdbeeren gut gewaschen?“

„Ja und ja“, seufzt Rapunzel. „Kommt ihr jetzt?“

„Bei einer Pandemie kann man nicht vorsichtig genug sein“, schnarrt Frau B. „Andererseits: Es gibt Kuchen. Hans-Georg? Kommst du mit?“

Rapunzel seufzt abermals und klärt mich beim Gehen über die Entstehung der Erdbeertorte auf.

„Ich mischte für den Boden 180 Gramm Dinkelmehl Type 630, 100 Gramm Zucker, eine Messerspitze Salz, einen halben Teelöffel Vanillezucker und einen Teelöffel Backpulver mit 80 Milliliter Rapsöl und einen Viertelliter kohlensäurehaltigem Mineralwasser. Dann goss ich den Teig in eine gefettete Backform und buk den Boden bei 200 °C auf mittlerer Schiene zirka 15 Minuten.
Währenddessen kochte ich aus zwei Esslöffeln Speisestärke, einem Esslöffel Vanillezucker und 300 Millilitern Mandelmilch einen Pudding und lies diesen abkühlen.
Dann verteilte ich den Pudding auf dem Boden und gab 800 Gramm geputzte und gewaschene Erdbeeren hinein. Ich hab die ganze Zeit mit Handschuhen und Atemschutzmaske gearbeitet.“

„Hört, hört“, schnauft Frau B. und öffnet Pierres Gartenpforte.

Pierre kommt aus seinem Gewächshaus, in der Hand einen Tomatensämling.

„Was verschafft mir die Ehre?“

„Ich wollte mich nochmal für die Türschlossreparatur bedanken“, sagt Rapunzel mit schönstem Augenaufschlag.

„Hier entlang.“ Pierre deutet auf seine Sitzecke. Das Ehepaar B. beginnt sofort, die Stühle in respektable Abstände zu rücken. Hans-Georg hat sich eine Meterleiste von Pierres Holzsteckkompostrahmen geangelt und nutzt sie als Behelfsmaß.

Rapunzel streift sich Handschuhe und eine Mundnasemaske über, öffnet die Tortenglocke und schaufelt die Kuchenstücke auf Teller, die sie aus ihrem Rucksack holt. Dann verteilt sie Kuchengabeln und gießt Kaffee aus der Thermoskanne in ebenfalls mitgebrachte Tassen.

Wir essen.

Plötzlich kommen mein Fräulein Tochter und ihr Philosophiestudent Arm in Arm den Gartenweg heruntergeschlendert.

„Na guck mal“, kommentiert Pierre, “die Liebe in Zeiten der Corona.“

Die beiden gesellen sich zu uns. Hans Georg und Pierre rücken noch zwei Klappstühle in Sicherheitsabstand. Rapunzel verteilt zwei weitere Portionen.

„Man kann’s auch übertreiben sagt Jasmin und zeigt auf Rapunzels Atemmaske.“

„Sicher ist sich“ nuschelt Rapunzel durch den Stoff.

„Die Erdbeeren schmecken prima“, wirft Pierre ein, „welche Sorte ist das?“

Rapunzel zieht sich die Schutzmaske unters Kinn und grinst: „Korona.“

„Was?“ Frau B. stellt ihren Teller hin.

„Nur keine Angst“, lacht Rapunzel schallend, „die werden mit K geschrieben.“

Grüne Limonade

Liebe Leserinnen und Leser,

ein paar Worte vorab:

Natürlich sind auch wir Kleingärtner von der Allgemeinverfügung wegen der Covid-19-Pandemie betroffen und es ist auch schon eine Geschichte zum Thema entstanden. Allerdings erscheint diese erst Anfang Mai. Das ist den langen redaktionellen Vorlaufzeiten unserer Gartenzeitung GARTENFREUND geschuldet. Hier also zunächst ein anderes Thema.

Bleibt alle gesund.

Grüne Limonade

Meine Gartennachbarinnen Rapunzel und Frau B. stehen am Eingang unserer Kleingartenanlage und tuscheln.

„Hast Du schon gehört?“ raunen sie mir zu, „Die Polizei hat Pierre mitgenommen.“

„Pierre?“ Ich bleibe ungläubig stehen. „Warum denn das?“

„Sie haben ihn erwischt“, grinst Frau B., „in flagranti.“

„Auf frischer Tat?“

„Beim Einbruch in meine Laube.“ Rapunzel grinst verdächtig breit.

„Ihr wollt mich doch auf den Arm nehmen.“

„Jetzt wird untersucht, ob Pierre was mit den anderen Einbrüchen in der Nachbarschaft zu tun hat.“

In jüngster Vergangenheit gab es einige Laubeneinbrüche. Auch Rapunzels Gartenhäuschen war schon aufgebrochen worden.

„Wenn du mich fragst, wer diese Hütte aufbricht, kann nicht viel in der Birne haben.“ Meine Gartennachbarin macht mit ihrem Zeigefinger eine kreisende Bewegung in Höhe ihrer Schläfe.

„Was soll das denn heißen?“ Rapunzels gespielte Empörung konnte mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass an dieser Geschichte etwas faul war.

„Es ist doch allgemein bekannt, dass bei dir nicht viel zu holen ist“, Frau B. verschränkt ihre Arme vor der Brust.

„Beim letzten Mal haben sie meinen Mixer mitgenommen“, schmollt Rapunzel.

„Mein Fräulein Tochter hat dir doch einen neuen Mixer aus dem Tauschladen mitgebracht“, wende ich ein.

„Aber mein schöner alter Mixer ist weg und das Türschloss haben sie auch kaputtgemacht.“

Wie aufs Stichwort kommt das Fräulein Tochter um die Ecke und schwenkt ein Netz Zitronen. „Seht mal, was es beim Foodsharing gab.“

„Die wollen mir hier grad weismachen, dass Pierre beim Einbruch in Rapunzels Laube verhaftet worden ist.“

„Verhaftet“, Rapunzel winkt ab, „wir haben gesagt die Polizei hat Pierre mitgenommen.“

„Wortklauberei, könnt ihr vielleicht endlich mal genau erzählen, was los war?“

Auch meine Tochter sieht die beiden gespannt an.

„Pierre wollte nach Feierabend mein Türschloss reparieren“, beginnt Rapunzel die Aufklärung. „Mitten in der Arbeit macht sein Akkuschrauber schlapp. Also ging er rüber auf seine Parzelle, um das Gerät zu laden. Als der Akku wieder genug Leistung hatte, war die Nacht hereingebrochen. Also hat sich Pierre seine Stirnlampe aufgesetzt und ist wieder zurück zu meiner Gartenlaube.“

„Warst du da gar nicht dabei?“, will das Fräulein Tochter wissen.

„Ich hatte doch Spätdienst.“

„Das Ende vom Lied war, dass ein aufmerksamer Bürger die Polizei gerufen hat, weil er jemanden in der Dunkelheit mit Stirnlampe an der Laubentür hat hantieren sehen“, ergänzt Frau B. ungeduldig.

„Und weil der Pierre keinen Ausweis einstecken hatte, wollte die Staatsmacht ihm nicht glauben, dass er im Dunkeln Einbruchschäden repariert.“

„Darauf eine grüne Limonade“, sage ich und deute auf das Netz Zitronen.

Schnell pflücken wir jungen Spinat, Petersilie aus dem Frühbeet, Minze und Bärlauch. Ich hacke je 60 Gramm Petersilie und Spinat und zirka sechs Teelöffel Minze sowie zwei Blätter Bärlauch. Zusammen mit der abgeriebenen Schale einer Zitrone zwei bis drei Esslöffel Rübensirup und 90 Milliliter Zitronensaft und einem halben Liter kaltem Wasser kurz durchmixen. Prost.

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