Willkommen!

Die Gartengeschichten dieses Blogs, wurden bereits in der Verbandszeitschrift des  Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner (LSK) „Sachsen aktuell“ veröffentlicht.

Dieser Blog dient dazu, die Geschichten und Rezepte einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

Außerdem wird es hier hin und wieder Beiträge geben, die nicht in der Zeitung standen.

Ich wünsche allen Lesern gute Unterhaltung.

Kommentare und Anregungen sind ausdrücklich erbeten.

Karo-Tina Aldente

Rhabarbercurry mit grünem Spargel

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“

Krapfen mit Preiselbeermarmelade

Mein Fräulein Tochter steht in ihrer Küche. Es duftet nach heißem Fett und süßem Gebäck.
„Mhm, was wird denn das Feines?“ Ich spähe auf die Arbeitsplatte. Auf dem Herd in einer tiefen Pfanne schwimmen runde Teigstücke in Fett.
„Krapfen“, strahlt Jasmin und hält mir ein kleines Marmeladenglas unter die Nase, „mit selbst gemachter Marmelade aus selbst angebauten Preiselbeeren.“
Vor zwei Jahren im Oktober hatten meine Tochter und ihr Freund zahlreiche Behältnisse mit saurer Erde gefüllt und Preiselbeersträucher hineingepflanzt. Ich entsinne mich noch genau, wie viel Mühe sich die jungen Leute mit der Mischung des Substrats gaben, denn sie wollten auf gar keinen Fall torfhaltige Erde verwenden. Sie sammelten das Laub von Eichen, häckselten es und mischten es der Pflanzerde bei. Dann testeten sie den pH-Wert. Dieser sollte zwischen 4,5 und 5,5 liegen.

„Ich wusste gar nicht, dass eure Preiselbeerernte so gut war.“

„Naja, fürs Erste waren es nur 250 Gramm. Die Sträucher sind ja noch klein. Aber diese 250 Gramm habe ich mit 150 Gramm Rohrohrzucker und einem Esslöffel Wasser unter ständigem Rühren aufgekocht, drei Minuten sprudelnd kochen lassen und in zwei kleine Gläser gefüllt.“

Jasmin fischt mit der Siebkelle die ersten Gebäckstücke aus der Pfanne und legt sie auf Küchenkrepp.

„Für die Krapfen habe ich 190 Milliliter Sojadrink mit 50 Gramm zerlassener Margarine und einem Esslöffel Rum verrührt und mit 500 Gramm Mehl, einer Packung Trockenhefe, einem Esslöffel Rohrohrzucker und einem Teelöffel Anispulver zu einem glatten Teig verarbeitet. Nachdem der Teig zirka eine Stunde an einem zugfreien, warmen Ort gegangen war, stach ich mit einem Esslöffel Portionen ab, die ich zunächst zu Kugeln formte und dann zu runden Platten auseinanderzog. Dabei achtete ich darauf, dass die Mitte dünner wurde als der Rand. In meiner Pfanne zerließ ich 250 Gramm Kokosfett zum Ausbacken.“

Wir füllten Preiselbeermarmelade in die Mitte der abgetropften Krapfen.

„So, nun noch ein wenig Puderzucker drüber und fertig ist die Nervennahrung.“

„Brauchen wir wieder mal starke Nerven?“

Jasmin nickt, verdreht die Augen und macht mit dem Zeigefinger eine kreisende Bewegung neben ihrer Schläfe.

Wir machen uns auf den Weg zu unserer Kleingartenanlage.

Am Vereinshaus treffen wir Bruce der den Fortschritt der Fassadenrenovierung begutachtet.

Am Baugerüst hat jemand einen Zettel angeklebt mit der Aufschrift: Unkraut ist der Widerstand der Natur gegen die Diktatur der Gärtner.

„Das nenne ich mal sehr frei zitiert“, kommentiert Jasmin. „Der Spruch von Oskar Kokoschka lautet eigentlich: Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner.“

Bruce reißt den Zettel ab und zerknüllt ihn.

„Kokoschka hat noch mehr kluge Sachen gesagt.“ Jasmin überlegt kurz. „Zum Beispiel: Jäten ist Zensur an der Natur.“

Ich lache. „Dass dir der Spruch gefällt, glaube ich.“

Jasmin überlegt weiter. „Auch von Kokoschka: Freiheit ist ein Kaugummibegriff geworden – an jedem Schlagbaum versteht man etwas anderes darunter.“ Sie hält Bruce die Schüssel mit den Preiselbeerkrapfen hin.

„Das ist wie mit meinem Krapfen, die heißen auch in jeder Gegend anders. Koste mal.“

7 G Gemüsegebäck

Beim Aufräumen meines Vorratsschrankes entdeckte ich eine Schraubdose mit getrockneten Steinpilzen. Ich weichte zirka 40 Gramm davon ein. Dann bereitete ich 800 Gramm Pellkartoffeln zu. Je 400 Gramm Grünkohl und Mangold wurden geputzt, gewaschen und für zirka zehn Minuten getrennt voneinander in Salzwasser gekocht. Danach drückte ich das Blattgemüse trocken und hackte es fein. Vier mittelgroße Zwiebeln wurden geschält und in feine Würfel geschnitten. Die abgekühlten Pellkartoffeln zerkleinerte ich mit einer groben Reibe. Zu jeweils 400 Gramm Kartoffeln mischte ich den Grünkohl und den Mangold. Dazu gab ich jeweils die Hälfte der Zwiebelwürfel und der geschnittenen Pilze. Zu jeder Mischung fügte ich je zwei Esslöffel Sojamehl, Semmelbrösel und Hefeextrakt und je einen Esslöffel Mehl sowie zwei Teelöffel Majoran und etwas Pfeffer hinzu. Dann rührte ich die beiden Teige mit dem Knethaken kräftig durch und ließ sie etwas ruhen.

Zu guter Letzt formte ich zirka 30 kleine Puffer. In einer Pfanne mit Olivenöl unter mehrmaligem Wenden ausbacken, fertig.

Die knusprigen Puffer packte ich ein und machte mich auf den Weg, denn Bruce hatte zum Arbeitseinsatz gerufen.

Als ich in der Gartenanlage ankomme, sind mein Fräulein Tochter Jasmin, Pierre und Bruce schon damit beschäftigt, eine an den Verein zurückgegeben Parzelle zu beräumen.

„Essen ist da“, rufe ich über den Zaun.

„Komm rein“, ruft Bruce.

Pierre klappt einen alten Tisch auf und rückt Stühle. Alle haben FFP 2-Masken um den Hals baumeln.

Ich spotte: „Ist hier 3 G oder 2 G plus?“

„Ich wollte dich eben nach deinem Testzertifikat fragen“, entgegnet Bruce todernst.

„Unfug!“ Jasmin schüttelt missbilligend ihren Kopf. „Wir brauchen FFP-2 Masken, weil der da“, sie zeigt auf Bruce, “mit der Fächerscheibe an den alten Gartenstühlen herumgeschliffen hat. Jetzt liegt hier überall millimeterdick der Schleifstaub.“

„Na ja, ein wenig Abstand wegen der Seuche kann nach wie vor auch nicht schaden“, brummt Bruce.

„Immerhin sind wir alle geboostert“, stellte Pierre fest.

„Nur gegen den ollen Schleifstaub nicht“ mault das Fräulein Tochter.

Ich stelle den Korb mit der Pufferschüssel auf den Tisch und sage: „Unser Mittagessen ist jedenfalls 7 G. Gewaschen, geschält, gehackt, gekocht, gewürzt, gerührt und gebacken.“

„Und wenn es gegessen wurde und geschmeckt hat“, nimmt Bruce den Faden auf, “dann wird gerülpst und gelobt, mehr g geht gar nicht.“

Bevor wir uns über die Puffer hermachen, inspiziere ich den Fortschritt der Räumarbeiten. In einem Eimer liegen rostige Nägel und Schrauben. Daneben steht ein gelber Sack mit Margarineschachteln, in denen der Eisenschrott zuvor aufbewahrt worden war. In einem zweiten Eimer liegen alte Wasserhähne und andere Teile aus Messing.

„Hier für den nächsten Vereinsflohmarkt“, sagt Jasmin und nimmt den Deckel von einer Holzkiste. Darin liegt die Zinnfigur eines Pilgers auf einer Jakobsmuschel neben einer Öllampe aus Messing, einem Flaschenöffner in Form einer D-Mark und anderer Krimskrams.

„Zusammen mit dem Schrott muss das mindestens 50 Euro für die Vereinskasse bringen, bei den vielen Arbeitsstunden, die wir hier reingesteckt haben.“

Bitte um Unterstützung

Liebe alle,

der wunderschöne Kleingärtnerverein „Flora I“ hat sich um den Titel Verein des Jahres beworben.

Für den Publikumspreis benötigen die Kleingärtner:innen Eure Unterstützung. Bitte dem unten stehenden Link folgen, im Suchfeld Flora I eingeben, mit Eurer E-Mail-Adresse abstimmen und den Link in der Bestätigungsmail anklicken.

Nehmt Euch bitte den Moment Zeit, vielleicht verhelft Ihr den Kleingärtner:innen zu einer schönen Ergänzung der Vereinskasse.

Danke im Voraus, Ihr seid die Besten.

Ich zähl auf Euch.

Kohlrouladen mit Erbsen-Bohnen-Füllung

„Darf ich vorstellen Herr Winterfürst der Zweite vom Mischkulturbeet.“

Mein Fräulein Tochter hält einen stattlichen Wirsingkohlkopf hoch. Der Winterfürst 2 macht seinem Namen alle Ehre. Er steht im Februar erntereif im Beet.

Ich gebe mich verwundert „Hattet ihr im Sommer hier nicht eure Tomaten stehen?“

„Und Salat,“ bestätigt Jasmin. „Die Tomaten haben die kleinen Winterfürsten vor der Kohlfliege und dem Kleinen Kohlweißling beschützt und der Salat war gut gegen Erdflöhe und die Weiße Fliege.“

„Wann habt ihr die Wirsingkohlsaat denn ausgebracht?“

„Schon im April. In den ersten Wochen sind die kleinen Kohlpflanzen kaum aufgefallen. Die Köpfe bildeten sich ab September und der hier“, Jasmin deutet auf einen leicht zerflederten Wirsing am Beetrand,“ der darf noch blühen und Saat bilden.

„Au ja, da möchte ich auch ein paar Körner und was wirst du aus diesem schönen Kohlkopf hier machen?“

„Kohlrouladen. Da schwitze ich eine feingewürfelte Zwiebel in etwas Olivenöl an und gebe je 250 Gramm gekochte Kidneybohnen und Kichererbsen dazu. Dann schäle und würfle ich zirka 150 Gramm Karotten und hacke 100 Gramm Walnüsse und brate alles zusammen ungefähr zehn Minuten weiter. Danach wird der Pfanneninhalt mit dem Mixstab grob püriert. Die großen Kohlblätter blanchiere ich kurz in einem großen Topf mit heißem Wasser. Zuvor habe ich die großen Blattstrünke keilförmig herausgeschnitten. Nebenbei wird der Backofen auf 150 °C vorgeheizt. Die pürierte Masse wird dann mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt und portionsweise auf den Kohlblättern verteilt. Die Blätter können nun von den Seiten her umgeklappt, zu Rouladen aufgerollt und mit Küchengarn fixiert werden. Die Füllung sollte für sechs Portionen reichen. Ich pinsele die fertigen Rollen noch mit Olivenöl ein, streue Salz und Pfeffer darüber und setze sie in eine Auflaufform. Nach 25 Minuten auf mittlerer Schiene im Backofen werden die Kohlrouladen fertig sein.“

„Das hört sich sehr lecker an, soll ich Kartoffelbrei beisteuern?“

Mein Fräulein Tochter strahlt. „Mamas Kartoffelbrei? Mit Muskatnuss? Na klar doch.“

Wir machen uns auf den Heimweg. Auf einer Parzelle, an der wir vorüber gehen steht unser stellvertretender Vorsitzender. „Hey Bruce“, rufe ich, “hast du einen neuen Garten?“

Bruce winkt uns zu. „Nee, die Parzelle wurde nur zurückgegeben und die Laube ist noch voll. Wollt ihr mal gucken kommen?“

Als wir das Gartengrundstück betreten, bemerken wir, dass sich auch schon andere Gärtnerinnen und Gärtner eingefunden haben. Wir ziehen unsere FFP2-Masken hoch und nähern uns dem Gartenhäuschen. Andächtig stehen Rapunzel, Pierre und meine Gartennachbarin Frau B. vor der geöffneten Laubentür.

Von dem kleinen, holzgetäfelten Raum geht ein eigenartiger Zauber aus. „Gefrorene Zeit“, haucht Rapunzel und nimmt eine Zinnfigur aus einem Setzkasten.

„Die Werkstatt hinten ist auch noch voll bis unters Dach“, stellt Bruce nüchtern fest, „So können wir das dem nächsten Pächter jedenfalls nicht übergeben. Morgen wird aussortiert. Wer macht mit?“

Grünkohlcreme auf Rote-Bete-Himbeerspiegel

Winterzeit ist Grünkohlzeit und Küchenexperimentierzeit. Mein Fräulein Tochter Jasmin werkelt in meiner Küche an einer Grünkohlcreme. Sie hatte 250 Gramm Cashewkerne eingeweicht. Dann zupft sie 250 Gramm Grünkohl in eine Schüssel und übergießt das Gemüse mit kochendem Wasser und lässt das Ganze zirka fünf Minuten ziehen und schält unterdessen vier Knoblauchzehen.

Sie gießt das Wasser ab und füllt die Cashewnüsse zusammen 120 Gramm Walnusskernen, dem Grünkohl, den Knoblauchzehen, 140 Milliliter Zitronensaft, zwei Esslöffel Apfelessig, 100 Milliliter Olivenöl, 70 Gramm Hefeflocken, zwei Teelöffel Salz und fünf kräftigen Prisen gemahlenem Pfeffer in meinen Mixer.

„Und was hast du mit diesem Pesto vor“, frage ich.

„Hast du Himbeeren?“

Ich öffne das Frostfach. „Ja.“

„Und rote Bete?“

Ich schließe das Frostfach und deute auf die Gemüsekiste.

Das Fräulein Tochter kramt im Wurzelgemüse und fördert eine stattliche rote Rübe zutage.

„Da machen wir eine schöne Soße draus“, frohlockt Jasmin, „aber wir brauchen nur 60 Gramm. Es dem Rest können wir später Gemüsechips machen.“

Ich schäle die Rübe und schneide die verlangten 60 Gramm in kleine Würfel und den Rest mit dem Sparschäler in feine Scheiben. Das Fräulein Tochter erhitzt derweil ein Gemisch aus 200 Milliliter Wasser und 100 Milliliter trockenem Rotwein und gibt die Rübenwürfel für zirka 35 Minuten zum Garen hinein. Wenn das Gemüse weich ist, kocht Jasmin noch 100 Gramm gefrorene Himbeeren und zwei Teelöffel Puderzucker kurz mit und püriert alles.

Die entstandene Soße gießen wir auf einen Teller und in den Soßenspiegel setzen wir je eine walnussgroße Kugel Grünkohlcreme.

„Sieht aus wie im Edelrestaurant.“ Jasmin betrachtet zufrieden unser Werk.

Nach dem Essen spazieren wir durch unseren Kleingärtnerverein. In Sichtweite zum Außenzaun stehen alte Tongartenwerge auf der Gemeinschaftsfläche.

Rapunzel, meine Gartennachbarin Frau B. und ihr Gatte Hans-Georg kommen vorbei.

„Ist das nicht schrecklich?“ Frau B. und deutet zum Zaun. „Irgendwer macht von da einen regelrechten Schießwettbewerb auf unsere Zwerge.“

„Apropos Wettbewerb – wie haben wir eigentlich beim Kleingartenwettbewerb abgeschnitten?“, fragt Rapunzel.

Bruce Miene verfinstert sich.

„Hast du das noch nicht gehört? Bruce hat jetzt einen neuen Spiegel im Vereinsbüro“, sagt Frau B. und blickt spitzbübisch in die Runde.

Mit verstellter, tiefer Stimme fährt sie fort: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönste Kleingartenanlage im Land?“

Und weiter mit Fistelstimme: „Herr Vorsitzender, ihr habt die schönste Kleingartenanlage hier, aber hinter den freien Bergen bei den Waldfriedensgartenzwergen, ist es noch viel, viel besser als hier.“

„Ich gehe jetzt aber nicht und vergifte denen die Äpfel, falls du das meinst“, brummt Bruce und fügt hinzu: „Wir bauen hier auch weder Kegelbahn noch Garteneisenbahn.“

Rapunzel zuckt mit den Achseln. „Was solls. Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter geht’s. Wann startet der nächste Wettbewerb?“

Alle starren erwartungsvoll auf Bruce. Der wirft Zwergenscherben in einen Mörteleimer und knurrt: „Wettbewerb? Welcher Wettbewerb?

Lebkuchen aus Kartoffelteig

„Mama, mein Lebkuchengewürz ist alle“, fleht mein Fräulein Tochter am Telefon.

„Kein Problem,“ sage ich, „da mischt du 35 Gramm Zimtpulver, 10 Gramm Nelkenpulver, je zwei Gramm Ingwer-, Koriander-, Kardamom- und Pimentpulver sowie je ein Gramm Muskat und Muskatblüte.“

Schweigen am anderen Ende. „Jasmin? Bist Du noch dran? Hast Du die Zutatenliste gehört?“

„Ja. Danke. Es ist nur …“

„Lass mich raten, Du hast auch keinen Zimt.“

„Doch Zimt habe ich, nur die restlichen Pulver fehlen. Koriander könnte noch da sein.“

„Na gut ich komme mal rüber und bringe was mit.“

Wenig später stehe ich beim Fräulein Tochter am Wohngemeinschafts-Küchentisch. Dieser wird zur Hälfe durch den Freund meiner Tochter in Beschlag genommen. Neben seinem Laptop liegen Bücher und Kartons mit Briefumschlägen und Druckpapier.

„Unser stellvertretende Vorsitzende in spe hat den Auftrag bekommen, eine Briefwahl vorzubereiten.“ Jasmin zwinkert mir zu. Ihr Freund lugt unglücklich über den Rand des Laptops.

„Muss das sein?“, frage ich.

„Mhm, weil wir in diesem Jahr keine Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung mehr organisiert kriegen.“

„Und muss das hier sein?“ hakt Jasmin nach und beansprucht mit einer Geste den Küchentisch für uns.

„Ich ziehe jetzt nicht um, nur weil ihr jetzt Plätzchen backen wollt. Nehmt die Arbeitsfläche am Herd.“

„Wir backen keine Plätzchen, sondern Lebkuchen.“

„Und ich backe Briefe.“

„Das ist eine Idee, wir könnten Lebkuchenbriefe backen“, grinst Jasmin.

„Wir werden uns arrangieren“, beschwichtige ich.

Zunächst schälen und kochen wir 200 Gramm mehlig kochende Kartoffeln. Daraus rühren wir mit 50 Milliliter Mandelmilch einen glatten Brei. Den Ofen haben wir auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorgeheizt. Dann rühren wir 125 Gramm Margarine mit 200 Gramm Rohrohrzucker und drei Esslöffeln Weizenmehl schaumig. Das Gemisch gießen wir über den Kartoffelbrei und rühren nach und nach 200 Gramm Dinkelmehl, zwei Teelöffel Backpulver, 220 Gramm gemahlene Mandeln, 18 Gramm Lebkuchengewürz und die abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone ein.

Dann legen wir Backbleche mit Backpapier aus und formen 18 gleich große Kugeln.

Das Telefon des Briefwahlvorbereiters klingelt. Er geht mit finsterer Miene ran. Zu uns formt er lautlos mit den Lippen: „Bruce!“

„Meine Stimme habt ihr,“ flötet das Fräulein Tochter.

„Meine auch,“ schließe ich mich an.

Die Miene des stellvertretenden Vorsitzenden im Wartestand hellt sich auf.

„Die Ausnahmeregelung für Vorstandswahlen wurde bis zum 31. August 2022 verlängert? Wir machen doch keine Briefwahl? Stattdessen Präsenzveranstaltung im Sommer 2022?“

Er legt sichtlich erleichtert auf und beginnt, seine Büroutensilien vom Küchentisch zu räumen.

„Dann machen wir auch keine Lebkuchenbriefe,“ beschließt Jasmin und drückt die Kugeln zu runden Platten mit flachen Rändern. Nach zirka 15 Minuten Backzeit auf mittlerer Schiene sind die Kuchen fertig und werden von uns mit Schokoguss bestrichen. Dazu schmelzen wir im Wasserbad 200 Gramm Zartbitterkuvertüre mit einem gestrichenen Esslöffel Kokosfett.

Kürbisburger

Neulich las ich bei einem Facebookfreund den Aufruf: „Bürger! Haltet Eure Küchentüren fest verschlossen! Bald werden Euch Gartenbesitzer wieder Kürbisse schenken wollen.“

Er erntete neben dem üblichen Kalauer von der Bowle mit den ganzen Früchten viel Widerspruch. Von: „Liebe Gartenbesitzer! Ich will Kürbisse!“ über „Her damit!“ bis: „Kann denn ein Kürbis lügen? Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Kürbisse.“

Mein Fräulein Tochter und ich verschenken zwar auch hin und wieder einen Kürbis, aber nur auf Nachfrage. Ansonsten verarbeiten wie unsere Ernte selbst.

Einen Würfel Hefe lösen wir in 300 Milliliter lauwarmem Wasser auf und kneten damit ein Gemisch aus 600 Gramm Dinkelmehl (Type 630) und zwei Teelöffeln Salz zu einem Teig, den wir 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Danach formen wir mit bemehlten Händen 14 Portionen und backen im auf 200 °C vorgeheizten Ofen in zirka 20 Minuten Brötchen.

Während unsere Burger-Brötchen backen und abkühlen, schälen und kochen wir acht mittelgroße Kartoffeln. Auch einen Butternutkürbis wird geschält und entkernt. Dann raspele ich 600 Gramm Kürbisfleisch in eine Schüssel. Darüber werden 20 Milliliter Gemüsebrühe gegossen und sechs Esslöffel Maismehl sowie 60 Gramm Dinkelflocken gestreut. Wir rühren die zerquetschten Kartoffeln dazu und schmecken mit Muskatnuss, Pfeffer und Salz ab. Aus zwei Zwiebeln werden feine Ringe und aus vier Tomaten Scheiben geschnitten. Zwei kleine Lollo-Rosso-Salatköpfe zupfen wir vorsichtig zu einzelnen Blättern.

Die Kürbismasse formen wir zu 14 flachen Patties und braten diese bei mittlerer Hitze in etwas Öl auf beiden Seiten an.

Wir schneiden die abgekühlten Brötchen in Hälften, verteilen auf den Böden Zwiebelringe, Tomatenscheiben und Salatblätter. Darauf setzen wir die Kürbisbratlinge, geben etwas Ketchup und Steaksauce darüber und setzen die Deckel auf.

Weil diese Kürbisburger warm am besten schmecken, verpacken wir sie rasch in einer Isoliertasche und machen uns auf den Weg in unsere Gartenanlage, wo wir schon erwartet werden.

Der Vorstand und einigen Gartenfreunde und Gartenfreundinnen sitzen mit gebührendem Abstand in einem Stuhlkreis vor dem Vereinsheim um eine Feuerschale herum. Unser alter Vorsitzende, will die Amtsgeschäfte an Bruce übergeben, aber noch will niemand aus der Runde, das Amt des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Bruce übernehmen. Just als wir eintreffen, meldet sich der Freund vom Fräulein Tochter und fragt: „Was wäre denn alles zu machen als Stellvertreter?“ Bruce brummt. „Alles.“

„Nana, nana“, mischt sich der alte Vorsitzende ein, „so schlimm ist das auch wieder nicht. Der Vorsitzende vertritt den Verein nach außen, also gegenüber Verband, Stadtverwaltung, Dienstleistungsfirmen und so weiter und der stellvertretende Vorsitzende kümmert sich um die Belange der Mitglieder, also Pachtverträge, Arbeitseinsätze, Gartenordnung und sowas alles.“

„Und sowas ALLES, sag ich doch“, knurrt Bruce.

„Ich kann‘s ja mal versuchen“, sagt mein Schwiegersohn in spe.

Ein Aufatmen geht durch die Runde, und die Kürbisburger schmecken gleich nochmal so gut.