Willkommen!

Die Gartengeschichten dieses Blogs, wurden bereits in der Verbandszeitschrift des  Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner (LSK) „Sachsen aktuell“ veröffentlicht.

Dieser Blog dient dazu, die Geschichten und Rezepte einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

Außerdem wird es hier hin und wieder Beiträge geben, die nicht in der Zeitung standen.

Ich wünsche allen Lesern gute Unterhaltung.

Kommentare und Anregungen sind ausdrücklich erbeten.

Karo-Tina Aldente

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Muckefuck und Eichelbrot

„Koste mal.“ Meine Tochter Jasmin hält mir ihren Thermobecher unter die Nase.

Ich schlürfe vorsichtig.

„Na?“

„Ist das Tee?“

„Nein. Rate nochmal.“

Ich schlürfe abermals. „Irgendein Tee mit Zimt und Milch.“

„Das ist Muckefuck aus gerösteten Eicheln. Das vergangene Jahr war doch ein Mastjahr. Da habe ich bei den Eichen am Seniorenheim mal einen Beutel Früchte gesammelt.“

„Und dann geröstet?“

„Ja, zunächst kurz gewässert und alle Früchte aussortiert, die an der Oberfläche schwammen oder sichtbare Bohrlöcher hatten. Hier und da noch eine Kappe lösen und die reifen hellbraunen Früchte auf einem Blech bei 160 °C Umluft vorsichtig rösten. Die Eicheln dürfen dabei nicht zu dunkel werden oder gar verbrennen. Entweder die äußere Schale springt schon beim Rösten auf oder sie lässt sich danach leicht knacken. Der Eichelkern ist von einer dünnen, braunen Samenhaut umgeben, die ich ebenfalls entfernt habe. Die Kerne werden dann im Mixer grob zerkleinert und der Schrot drei Tage lange gewässert. Dabei habe ich alle 12 Stunden frisches Wasser genommen, bis sich keine Gerbstoffe mehr gelöst haben und das Wasser klar blieb. Das Spülwasser habe ich hier.“

Jasmin zieht einen Kanister mit brauner Brühe aus ihrem Rucksack.

„Für den Kompost?“

„Für meine Blaubeeren.“ Jasmin schmunzelt und verteilt den Inhalt des Kanisters rund um ihre Blaubeersträucher.

„Und wie ging es dann mit den zerstoßenen Eichelkernen weiter?“

„Die habe ich wieder auf ein Backblech gelegt, bei 80 °C Umluft getrocknet und dann mit meinem Mixer zu Mehl verarbeitet.“

Ich nippe nochmal an Jasmins Becher. Sie hält mir ein Gebäckstück hin.

„Und für den Muckefuck mischt du nur Eichelmehl mit Zimt und gießt heißes Wasser auf?“

„Zwei gehäufte Teelöffel Eichelmehl je Tasse mit einer Filtertüte aufgießen und je Tasse einer kräftigen Prise Zimt und einen gehäuften Teelöffel Rohrohrzucker und zum Schluss noch einen Schluck Hafermilch.“

Ich beiße in das Gebäckstück.

„Kräuterbrot?“

„Ja. 500 Gramm Weizenmehl Type 550 und 500 Gramm Eichelmehl mit zwei Esslöffeln Salz verrühren. 25 Gramm frische Hefe in 50 Milliliter Wasser auflösen zusammen mit einem Esslöffel Rapsöl unter die Mehlmischung heben. Dann nach und nach zirka 700 Milliliter lauwarmes Wasser einrühren, bis ein lockerer Teig entstanden ist. Der Teig muss dann zwei Stunden gehen und wird abermals durchgeknetet. Dabei habe ich sechs gehackte Salbeiblätter, Oregano und Thymian eingearbeitet. Im auf 220 °C vorgeheizten Backofen wird der zu einem Brotlaib geformte Teig auf mittlerer Schiene auf mit Backpapier belegtem Blech bei Ober- und Unterhitze gebacken. Nach 30 Minuten habe ich die Temperatur auf 190°C gesenkt und nach weiteren 30 Minuten die erste Backprobe mit einem Holzstäbchen gemacht. Wenn kein Teig mehr am Holzstäbchen kleben bleibt, ist das Brot fertig.“

Auf dem Gartenweg nähern sich mein Gartennachbar Hans-Georg B. mit einigen anderen Männern. „Um was wollen wir wetten, dass denen zum Thema Eichelbrot irgendeine Bemerkung mit „Käse“ einfällt?“, wispert mein Fräulein Tochter.

Buchteln mit Ölweidenbeerenmarmelade

Auf dem Weg vor dem Garten meiner Tochter Jasmin stehen meine Gartennachbarin Frau B., deren Mann Hans-Georg und unser Gartenfachberater Pierre. Ich geselle mich dazu. Auf der anderen Seite des Zaunes sind meine Tochter und ihr Freund mit dem Rückschnitt von Sträuchern beschäftigt.

Frau B fragt: „Was sind das für Sträucher?“

Mein zukünftiger Schwiegersohn ergreift die Chance und hält einen kleinen Vortrag.

„Das sind Ölweiden. Sie gehören zu den Pioniergehölzen und trotzen nicht nur Hitze, Trockenheit und Wind. Sie gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden und ernähren dabei sogar Nachbarpflanzen. Sie leben mit der Bakterien-Art Frankia alni in Symbiose. Die Bakterien helfen der Pflanze, den Stickstoff aus der Luft umzuwandeln und in den knöllchenartigen Gebilden an der Wurzel zu binden. Auf diese Weise gelingt den Ölweiden die Besiedlung stickstoffarmer Böden, auf denen sie ohne die Bakterien vermutlich keine Chance hätten.“

„Außerdem blühen die Ölweiden sehr schön und liefern Insekten damit reichlich Nahrung und für uns reifen vitaminhaltige Beeren. Diese Beeren sind je nach Ölweidensorte rot oder gelb“, ergänzt Jasmin.

„Ich seh schon.“ Frau B. zeigt auf eine dichte Traube johannisbeergroßer Früchte.

„Ein paar haben wir für die Vögel drangelassen. Die zwei Sträucher trugen über zehn Kilogramm Früchte“, erklärt Jasmin stolz.

„Macht ihr da Saft draus?“

„Saft und Marmelade,“ strahlt das Fräulein Tochter, streift ein paar Beeren ab und hält sie über den Zaun.

Wir naschen die gelben Früchte. Während Frau B. sich mit spitzen Fingern bedienen will, wurstelt sich ein junger Ohrenkneifer unter den Beeren hervor.

„Dich essen wir aber nicht mit.“ Jasmin füllt die Beeren von der einen in die andere Hand und schüttelt das Insekt dabei zu Boden.

„Schmeckt gut. Nicht zu süß, nicht zu sauer.“ Frau B. greift zur nächsten Beere.

„Ich habe auch Buchteln mit Ölweidenbeerenmarmelade mit.“ Jasmin läuft zum Gartenhaus und kehrt wenig später mit einer Papiertüte zurück. Für die Buchteln hatte mein Fräulein Tochter 30 Gramm frische Hefe in 250 Milliliter lauwarmer Hafermilch aufgelöst und mit 500 Gramm Dinkelmehl, 70 Gramm Puderzucker und zwei Prisen Salz zu einem geschmeidigen Hefeteig verknetet und diesen zugedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen. Dann teilte sie den Hefeteig in sechs gleichmäßige Stücke auf. Die Teigstücke füllte sie Marmelade und formte sie rund. Dann gab sie die Buchteln mit der Verschlussseite nach unten in eine mit zerlassener Margarine bestrichenen Form und bepinselte auch die Oberseite mit der zerlassenen Margarine. Dann lies sie die Teigstücken in der Form zugedeckt an einem warmen Ort abermals ca. 20 Minuten gehen.

Im auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen Backofen auf der mittleren Schiene wurde das Ganze in ca. 25 Minuten fertig gebacken und mit Puderzucker bestäubt.

Für die Marmelade kochte sie die Ölweidenbeeren in wenig Wasser und strich den entstehenden Fruchtbrei durch ein Sieb. Dieser Brei wurde nochmals mit Gelierzucker, Zimt, Ingwer und Orangenöl aufgekocht und in Gläser gefüllt.

Maronen-Kürbis-Rosenkohlpfanne

„Heute machen wir mal ein feines Outdoorküchenkochrezept.“ Mein Fräulein Tochter Jasmin strahlt in die Runde. Rapunzel, meine Gartennachbarin Frau B. und ich haben uns um Jasmins großen Grill eingefunden.

„Outdoorküchenkochrezept“, wiederholt meine Gartennachbarin Frau B. und dehnt dabei jede Silbe.

„Mit Kürbis, Maronen und Rosenkohl.“ Jasmin nickt bekräftigend.

„Ich sehe nur einen Grill mit Deckel und einen Campinggaskocher.“ Frau B. ist skeptisch. „Soll das deine Outdoorküche sein?“

„Na klar, mehr brauchen wir nicht.“ Jasmin öffnet den Deckel des Grills und entzündet die Holzkohle.

„Zuerst schneiden wir bei 450 g Maronen die Schale zirka anderthalb Zentimeter lang kreuzweise ein und rösten sie.“

Wir beginnen, die Maronen zu bearbeiten. „Sind die alle von dem kleinen Bäumchen, dass wir vor zwei Jahren auf die Gemeinschaftsfläche gepflanzt haben?“ Rapunzel blickt sich ungläubig um.

„Nein, ich habe 250 g gekauft, aber die anderen 200 g sind eigene Ernte“, gesteht Jasmin. Sie schiebt ein Blech über die Glut, stellt eine Keramikschale mit Wasser darauf, verteilt die geschlitzten Maronen um das Gefäß und schließt den Deckel. Das Thermometer zeigt 160 ° C.

„Die brauchen jetzt zirka 20 Minuten, bis die Schale sich an den Schnittstellen öffnet. Inzwischen müssen wir 1300 g Rosenkohl putzen und bürsten zwei Hokkaidokürbisse sauber und das Kürbisfleisch in Würfel schneiden. Wir brauchen ungefähr 1600 g Kürbiswürfel.“

Frau B. stichelt: „Hast du eine Waage in deiner Outdoorküche?“

Jasmin nimmt unbeeindruckt einen Kürbis von zirka 15 Zentimetern Durchmesser in die Hand. „Der hat ungefähr ein Kilo.“

Frau B. runzelt ihre Stirn und ruft: „Hans-Georg kannst du mal die Waage bringen.“

Wenig später liegt der Kürbis auf einer alten Küchenwaage und der Zeiger steht bei 920 Gramm.

„Naja“, kommentiert Frau B., “das will ich mal durchgehen lassen.“

Dann sind auch schon die Maronen fertig und wir beginnen sie zu schälen. Auf das Blech kommen nun für ungefähr 20 Minuten die Kürbiswürfel. Das Thermometer zeigt mittlerweile 200 ° C. Jasmin träufelt über die Kürbiswürfel zwei EL Rapsöl, die sie zuvor mit einem TL Salz verrührt hat.

Auf dem Gaskocher hat mein Fräulein Tochter einen Topf mit Salzwasser zum Kochen gebracht und füllt die Rosenkohlröschen ein. Nach zirka zehn Minuten ist der Kohl bissfest gar und wird mit kaltem Wasser abgeschreckt und zum Abtropfen warmgestellt.

Wir schälen vier Zwiebeln und schneiden sie in kleine Würfel und Jasmin dünstet diese auf dem Gaskocher in einer hohen Pfanne mit sechs EL Öl an, bevor sie die geschälten Maronen und den Rosenkohl sowie etwas Wasser hinzufügt und mit Pfeffer und Salz abschmeckt.

Die Kürbiswürfel haben unterdessen Farbe angenommen und werden von uns portionsweise unter die Zutaten der restliche Gemüsepfanne gehoben.

Hans-Georg hält als erster seine Schüssel hin. Seine Frau schaut ihn missbilligend an. „Nichts beigetragen, aber …“

„Ich habe die Waage beigetragen“, unterbricht Hans-Georg seine Frau.

„Na dann will ich nichts gesagt haben.“

Zucchinipuffer mit Aroniasoße

Mein Fräulein Tochter und ihr Freund wollen Zucchinipuffer backen. Dazu haben sie zirka 900 Gramm geschälten und entkernten Zucchini grob geraspelt. Nun streiten sie über die effektivste Form der Feuchtigkeitsreduzierung. Während meine Tochter die Gemüseschnitze in einem Tuch pressen möchte, meint ihr Freund, es sei ausreichend, das geschredderte Gemüse in einem Sieb abtropfen zu lassen.

„Also ich gehöre zum Team Tuch“, mische ich mich ein. „So werden die Gemüsespäne viel trockener und nachher in der Pfanne spritzt es nicht so.“

Meine Tochter putzt und raspelt 160 Gramm Karotten und schält eine Zwiebel, die sie in feine Würfel schneidet. Ihr Freund hat unterdessen zwei Knoblauchzehen und eine Hand voll glatte Petersilie gehackt. Alle Zutaten landen in der Schüssel mit den geraspelten Zucchini. Nun fügt das Fräulein Tochter noch vier Esslöffel geschrotete Leinsamen und acht Esslöffel Kartoffelstärke hinzu, je zwei Teelöffel Salz, Pfeffer und Paprikapulver und ein Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel runden das Ganze ab und alles wird zusammen mit einer Hand voll Aroniabeeren kräftig durchgerührt.

Aus je zwei gehäuften Esslöffeln der entstandenen Masse formt meine Tochter mit der Hand zunächst Kugeln. In einer Pfanne mit heißem Rapsöl drückt sie dann mit dem Bratenwender flache Pattys, die bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten goldgelb ausgebacken werden.

„Und was gibt es dazu? Apfelmus?“ Ich sehe mich in der Küche um.

„Nein, Apfelbeerensoße,“ grinst meine Tochter,“ das Rezept habe ich von Brigitte.“

„Welche Brigitte? Kassen-Brigitte oder Suppen-Brigitte?“

„Nein, aus der Zeitung Brigitte.“

„Du liest Brigitte?“

„Deine Tochter nimmt dich auf den Arm,“ mischt sich mein zukünftiger Schwiegersohn ein.

„Das Rezept ist von der Brigitte, die den Garten hinterm Vereinsheim hat.“

„Das ist die Suppen-Brigitte, die heißt so, weil sie zu den Vereinsfesten oft Suppen kocht.“

„Und wieso heißt die andere Brigitte Kassen-Brigitte? Weil sie zu den Kassenprüfern gehört.“

„Ihr immer mit euren schrägen Spitznamen.“ Mein Fräulein Tochter seufzt.

„Irgendwie müssen wir die Brigittes ja auseinanderhalten.“

„Wie wäre es mit Nachnamen?“

„Wenn einem die immer so schnell einfallen würden.“

„Stimmt, wir haben im Verein einige Vornamen doppelt und dreifach. Heißt nicht eine der anderen Kassenprüferinnen auch Brigitte?“

„Nein die heißen Birgit und Andrea.“

„Bei der Arbeitsgemeinschaft Schulgarten ist auch eine Andrea dabei.“

„Das wären dann die Kassen-Andrea und,“ meine Tochter macht eine Pause.

„…die Schulgarten-Brigitte,“ unterbricht sie ihr Freund.

Sie schlägt mit dem Küchenhandtuch nach ihm. „Kümmere dich lieber mal um die Aroniasoße. Die Puffer sind gleich fertig.

Mein Fräulein Tochter schiebt eine Ladung Zucchinipuffer zum Warmhalten in den auf 50° C vorgeheizten Backofen.

Ihr Freund wiegt 200 Gramm Aroniabeeren ab, wäscht und püriert sie und füllt das Püree in einen kleinen Tiegel. Dann gibt er 200 Gramm Rohrohrzucker hinzu und erwärmt die Mischung, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Noch etwas Muskat dazu, fertig.

Auberginenbällchen

Meine Gartennachbarinnen Rapunzel und Frau B. hocken mit meinem Fräulein Tochter Jasmin und mir in meinem Garten zusammen und planen das nächste Gartenfest.

„Wollen wir wieder Suppen machen?“ Jasmin sieht fragend in die Runde.

„Da müssten wir Pfand auf unsere Suppenschalen nehmen oder Einweggeschirr benutzen. Die Brotschalen, die man mitessen konnte, gibt es leider nicht mehr,“ berichtet Rapunzel.

„Was?“ Das Fräulein Tochter ist empört. „Da gibt es ein umweltfreundliches Produkt und dann wird das einfach nicht mehr hergestellt?“

„Ja,“ nickt Rapunzel betrübt, „die hatten nur eine kleine Referenzproduktion laufen, weil sie eigentlich ihre weltweit einmalige Backtechnologie verkaufen wollten, mit der sie die knusprigen, essbaren Schalen in bio-veganer Qualität mit brotähnlichem Geschmack herstellten.“

„Du hörst dich an wie die Werbemanagerin von denen“, brummt Frau B. und angelt sich eines der Kochbücher, die vor uns auf dem Gartentisch liegen.

Jasmin springt auf und empört sich. „Das kannst du dir nicht ausdenken. Die waren Pioniere der Null-Müll-Bewegung und ihrer Zeit meilenweit voraus. Und dann scheitert sowas Großartiges an, ähm ja an was eigentlich?“

„Die haben einfach keine mutigen Partner für die Großproduktion der notwendigen Backmaschinen gefunden. Man könnte sagen, sie sind an den Bedenkenträgern in der kapitalistischen Marktwirtschaft gescheitert.“ Rapunzel zwirbelt sich ihre Haarspitzen.

„Scheißmarktwirtschaft,“ schreit Jasmin.

„Nana,“ Frau B. sieht von ihrem Kochbuch auf, „ist schon wieder Revolution?“

„Nun beruhige dich mal wieder,“ mische ich mich ein. „Dann müssen wir uns was anderes einfallen lassen. Das haben wir doch früher auch immer gemacht.“

„Genau,“ grinst Frau B., „es geht immer irgendwie weiter! Für jede Tür, die hinter dir ins Schloss fällt, öffnet sich vor dir eine Kellerluke.“

„Wir könnten Fingerfood anbieten,“ überlege ich weiter.

„Zum Beispiel Auberginenbällchen,“ Frau B. liest vor: „Vier mittelgroße Auberginen waschen, würfeln, mit Salz bestreuen und eine Weile stehen lassen. Vier Frühlingszwiebel in Ringe schneiden, vier Knoblauchzehen schälen und hacken. Je vier Esslöffel Leinsamen und Wasser vermischen. In einer Pfanne vier Esslöffel Olivenöl erhitzen, die Auberginenwürfel fünf Minuten braten und dann 100 Milliliter Wasser auffüllen und das Gemüse fertig garen.

Das Leinsamengemisch mit Frühlingszwiebeln, Knoblauch, abgetropften Auberginen, 300 Gramm Semmelbrösel und zwei Esslöffeln Sojasoße vermengen und Bällchen formen. Die Bällchen in weiteren sechs Esslöffeln Olivenöl ausbacken.“

„Das hört sich gut an, die können wir dann im Fladenbrot anbieten, mit Sojajoghurt und gehackten Chilis,“ schlage ich vor.

„Oder mit einer schönen, fruchtigen Tomaten-Paprika-Pflaumen-Soße,“ springt Jasmin an.

„Da brate ich acht große, geschälte, gewürfelte Tomaten in Olivenöl, bis der Pfanneninhalt eindickt und schneide einen Blockpaprika und sechs Zwetschen in kleine Stücke, koche die kurz mit, gebe einen Esslöffel Pektin dazu, nochmal aufkochen – fertig.

Robby-Bubble-Bowle

(In diesem Beitrag wird eine Kindersekt-Sorte erwähnt. Die Autor:in wurde von der Herstellerfirma nicht dafür bezahlt. Trotzdem vorsichtshalber hiermit die Werbekennzeichnung.)

Mein zukünftiger Schwiegersohn kämpft mit dem Gartenschlauch, der in zahlreichen Schleifen und Windungen zu seinen Füßen liegt. „Was hast du denn mit dem Schlauch gemacht? Deinen Namen getanzt?“  

Mein Fräulein Tochter ist empört. „Das war ich nicht. Ich bin doch eben erst mit dir in den Garten gekommen. Vielleicht war es meine Mutter.“

Die beiden haben mich noch nicht bemerkt.

„Deine Mutter“, der Freund meiner Tochter macht eine bedeutsame Pause, „deine Mutter weiß, wie man mit einem Gartenschlauch umgeht.“

„Deine Mutter, deine Mutter“, äfft meine Tochter Jasmin ihn nach.

„Oh, ihr seid schon aus eurem Urlaub zurück?“, frage ich unschuldig.

„Huch, jetzt hast du mich aber erschreckt, wo kommst du denn so plötzlich her?“

Ich deute mit gestrecktem Zeigefinger Richtung Himmel.

„Wer hat unseren Schlauch derart verknotet?“, fragt Jasmin streng.

„Ich nicht. Vielleicht war es Rapunzel, sie hat mir in den vergangenen Tagen geholfen euren Garten zu gießen.“

„Und dann lässt sie dieses Kuddelmuddel einfach liegen?“

„Sie wollte bestimmt noch weitermachen. Sie gibt am Vereinsheim nur schnell den Kindern was zu Trinken.“

„Durst hätte ich auch. Komm wir gehen mal gucken

Am Vereinsheim sitzen sieben Kinder mit Gläsern in den Händen, aus denen Trinkhalme ragen. „Klopf, klopf.“ Rufe ich und luge durch die Küchentür. Rapunzel wendet sich vom geöffneten Kühlschrank ab und fragt mit Blick auf meine Begleitung: „Na, wie wars in Amsterdam?“

„Das sag ich dir erst, wenn du mir auch was zu trinken gibst“, zickt mein Fräulein Tochter. Rapunzel schenkt ein und beginnt Zutaten aufzuzählen. Zunächst habe ich gestern einen Aufguss von je einer Hand voll  Melisse, Ysop, Thymian, schwarzen Johannisbeeren und Pfefferminze sowie je einer kräftigen Prise Kardamom, Nelke, Muskatnuss und Zimt gemacht. Da wollte ich eigentlich was für mich draus mixen. Aber als vorhin die Kinder kamen, habe ich kurzerhand acht Zentiliter davon mit zwei Litern eiskaltem Mineralwasser, 0,3 Liter Bitterlemon und zwei Flaschen von diesem Kindersekt hier gemischt, der bei der jüngsten Feier übriggeblieben ist. Rapunzel hält eine bunte Flasche hoch.

Ich lese: „Robby-Bubble-Berry“.

„Dazu gab ich noch 150 Gramm Heidelbeeren und einige Zweige Estragon“, ergänzt Rapunzel.

„Also wie wars in Amsterdam?“ Wiederholt Rapunzel ihre Frage.

„Für Radfahrer ein Traum. Da können sich die deutschen Städte mal eine Scheibe abschneiden“, beginnt der Freund meiner Tochter zu schwärmen. Sein Männerdutt hüpft auf und nieder, während er die Erlebnisse der Urlaubsradtour schildert.

„Und wie viele berühmte Personen da geboren sind“, stichelt Jasmin.

„Genau,“ steigt unser Alleinunterhalter ein, „Rembrandt, Baruch de Spinoza, Peter Post.“

„Und wie viele berühmte Personen da gestorben sind“, frotzelt Jasmin.

„Auch Rembrandt, Oswalt Kolle, Robby Müller.“

Rapunzel fragt: „Wer sind Peter Post und Robby Müller?“

„Peter Post war ein Radsportler und Robby Müller ein begnadeter Kameramann.“

Mein zukünftiger Schwiegersohn schüttelt den Kopf über so viel Unwissenheit.

Gegrillter Udo mit Tempeh und Erdnussdipp

„Dafür, dass ihr Veganer seid, grillt ihr ganz schön oft. Was riecht denn da so lecker?“

Meine Gartennachbarin Frau B. steht mit mir am Zaun des Gartens meiner Tochter Jasmin und schnuppert demonstrativ in Richtung des Grills an dem Jasmins Freund irgendwelche Spieße wendet.

„Das wird gegrillter Udo mit Tempeh, wollt ihr mal kosten?“ Mein Fräulein Tochter macht eine einladende Geste.

„Hans-Georg, riech doch mal, die jungen Leute grillen irgendeinen Udo.“

Hans-Georg B. legt seinen Kopf in den Nacken und bläht seine Nasenflügel wie ein brünftiger Rothirsch. „Udo, kannte ich den?“

Jasmin zeigt auf eine zirka 1,2 Meter hohe Staude. „Darf ich vorstellen? Udo die japanische Aralie, Aralia cordata. Das Aroma der jungen Triebe wird oft mit Fenchel, mildem Liebstöckel mit Zitrusnoten oder als sellerieartig beschrieben. In Asien wird die Pflanze im Frühjahr mit Gefäßen abgedeckt, sodass bleiche Triebe entstehen. Aber auch die grünen Triebe sind essbar. Udo wird auch japanischer Spargel genannt.

„Waren da nicht im vergangenen Jahr große helle Blütendolden dran?“

„Ja und im Herbst dunkele violette Beeren. Die sind aber nicht essbar. Wir nehmen nur die jungen Triebe und die Stängel. Die Stängel müssen allerdings geschält und kurz in Wasser oder Essigwasser eingelegt werden. Die Wurzeln werden in der traditionellen chinesischen Medizin mitunter als Ersatz für Ginseng eingesetzt.“

Meine Gartennachbarin Frau B. streicht versonnen über die Aralienblätter. „Was ihr alles habt.“

„Das ist neben Spargel, Rhabarber und ewigem Kohl unser viertes Dauergemüse, wegen der kleingärtnerischen Nutzung.“ Jasmin zwinkert uns verschwörerisch zu. Wir begleiten sie zum Grill.

„Und was ist das zwischen dem Grünzeug?“, fragt Frau B. und zieht sich die Happen direkt vom Schaschlikspieß in den Mund.

„Schmeckt wie Speck mit Pilzen“, schmatzt Hans-Georg.

„Das ist Tempeh, eine Masse aus fermentierten Sojabohnen oder anderen Bohnen.“

„Da werden Sojabohnen mit Schimmelpilzen geimpft“, informiert der Grillmeister.

„Schimmelpilze?“ Hans-Georg lässt seinen Spieß sinken.

„Jetzt tu nicht so, Blauschimmelkäse isst du doch auch.“ Seine Frau knufft ihn in die Seite.

„Der Schimmelpilz sorgt dafür, dass die Eiweiße der Bohne aufgeschlossen und die Oligosaccharide verringert werden, die Blähungen verursachen“, doziert der Grillmeister weiter.

„Hörst du, weniger Blähungen.“ Frau B. zwinkert ihrem Gatten zu.

„Wir haben 400 Gramm Tempeh in mundgerechte Streifen geschnitten und in 60 Milliliter Sojasoße, 30 Milliliter Sesamöl, je einem halben Teelöffel Kreuzkümmel und geräuchertem Paprika und einigen Prisen Rauchsalz mariniert und später im Wechsel mit Udo-Trieben auf die Holzspieße gesteckt. Hier haben wir noch einen Erdnussdipp.“ Das Fräulein Tochter schiebt ein Schälchen in die Mitte des Gartentisches. „Für den Dipp haben wir 160 Gramm ungesalzene Erdnussbutter mit 30 Millilitern Sojasoße, 60 Millilitern Rübensirup, 90 Millilitern Limettensaft, 60 Millilitern Wasser und vier gestrichene Teelöffel Chilipulver verrührt.“

Boule-Kohlrabi Bowl

„Ich denke Betonflächen im Garten sind verboten?“ Meine Gartennachbarin Frau B. grinst. Unser stellvertretender Vorsitzender Holger, den alle nur Bruce nennen, weil er aussieht wie der jungen Bruce Willis, hatte uns vom neuen Pétanque-Spielplatz berichtet, der neben dem Kinderspielplatz angelegt worden ist.

„Nicht Beton, Pétanque. Das ist eine Fläche zum Boule spielen.“

„Boule? Ist das sowas wie Boccia? Mit Kugeln?“

„Ja.“

„Karo, wollen wir uns das mal ansehen?“

Wir lassen Bruce stehen und gehen zum Vereinsheim. An einer mit Kiefernstämmen gerahmten und mit Splitt bedeckten Fläche steht ein Schild. Frau B. nestelt an ihrer Brille und liest: „Einfach zu spielen, schwer zu gewinnen.“

Pierre kommt des Weges. Er stellt seinen Erntekorb ab. „Donnerwetter,“ kommentiert Frau B., „um diese Zeit schon so große Kohlrabi?“ Pierre schmunzelt: „Jetzt zahlt sich aus, dass sie die ersten Wochen unter Glas standen. Ihr wollt wohl Boule spielen?“

Frau B. sieht sich hilflos um. „Bruce hat gesagt, Kugeln gibt es beim Wirt. Aber es scheint niemand da zu sein.“

Pierre fischt einen grünen Kohlrabi aus seinem Korb und entfernt die Blätter. „Damit würde es auch gehen. Als Ziel nehmt ihr einen Kieselstein und zum Spielen schenke ich euch diesen grünen und einen roten Kohlrabi.“

„Mit Essen spielt man nicht,“ tadelt Frau B., nimmt dem edlen Spender die Kohlknolle aus der Hand und stellt fest: „Obwohl, schön rund, das Teil.“

„Die werden doch sowieso geschält,“ sage ich und greife mir eine rote Gemüsekugel.

Nach zwei Runden kommt Bruce um die Ecke. „Ich kann Euch Stahlkugeln geben, wir haben ein Set im Vorstandsbüro.“

„Au ja, unser naturbelassenes Bouleset ist doch schon ganz schön ramponiert.“ Frau B. putzt Splittsteinchen von der Gemüseschale. „Willst du meinen haben? Hans-Georg verdaut die immer so laut.“

Ich bedanke mich. „Da mache ich mir eine schöne Bowl draus.“

„Bowl? Ich kenne nur Bowle. Aber die geht nicht mit Kohlrabi.“

„Bowl heißt ja erstmal nix weiter als Schüssel. Da ist dann eine kohlenhydratreiche Basis wie Reis oder Nudeln drin und darauf kommt eine Kombination aus Gemüsen, Kräutern und Soßen. Ich werde zunächst eine Zwiebel von zirka 100 Gramm schälen, fein würfeln und in wenig Öl zusammen mit einer Knoblauchzehe glasig dünsten. Dann schäle ich die Kohlrabis und schneide dünne Stifte. 400 Gramm Kohlrabistifte gebe ich zur Zwiebel und braten sie zirka zwei Minuten mit. Dann lösche ich mit 300 ml Gemüsebrühe und 400 ml Kokosmilch ab und lasse alles ca. 20 Minuten bei geringer Hitze offen köcheln, bis das Gemüse gar und die Soße sämig ist. Dann wird mit Pfeffer, Salz, Chili und gemahlenem Kümmel abgeschmeckt. In der Zwischenzeit bereite ich 400 Gramm Penne. Bis die Nudeln bissfest sind, ziehe ich mit dem Sparschäler dünne Streifen von einer Möhre und zupfe einige junge Blätter Giersch. Die kommen als Topping meiner Bowl zusammen mit kurz in der Pfanne geschwenkten Blütenknospen von Spitzwegerich und Löwenzahn über die Kohlrabisoße.

Die Mengen sollten für vier Portionen reichen.

Löwenzahnknospen schmecken nicht nur kurz angebraten, sondern können z.B. wie Kapern eingelegt werden.

Rhabarbercurry mit grünem Spargel

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“

„Soll das Kunst sein?“ Meine Gartennachbarin Frau B. beschattet ihre Augen mit der Hand und betrachtet skeptisch den Ostgiebel unseres Vereinsheims, an dem ein Baugerüst steht. Ihr Mann Hans-Georg zuckt mit den Schultern. Wenig unterhalb des Dachfirstes sind vier gelbe Knubbel an der Wand. In Höhe der Traufe ragt ein grauer Zylinder von der Größe eines Schnellkochtopfes aus der Fassade.

Ich bleibe stehen und lege ebenfalls meinen Kopf in den Nacken.

„Was guckt ihr?“ Rapunzel und Bruce gesellen sich zu uns.

„Wir fragen uns, was wir von der Fassadenkunst halten sollen.“ erklärt Hans Georg.

„Welche Kunst?“ Rapunzel hebt ratlos die Arme.

„Genau, welche Kunst?“ Lacht Bruce. „Wenn ihr die gelben Dinger meint, dass sind die Keramikisolatoren von der alten elektrischen Oberleitung, die die Maler abgeklebt haben.“

„Wirklich? Die sind mir noch nie aufgefallen.“ Meine Gartennachbarin Frau B. staunt. „Und was ist mit dem Topf weiter unten?“

„Das ist die Außenseite der Raumentlüftung, auch abgeklebt.“

„Schön, dass ich Euch alle hier treffe“, platzt mein Fräulein Tochter in die Runde, „Ich brauche noch Rhabarber, hat jemand welchen für mich?“

„Rhabarber kriegst du von uns“, sagt Hans-Georg großväterlich. „was hast du denn damit vor?“

„Ich will ein Rhabarbercurry machen.“  

„Das klingt interessant, verräts du das Rezept?“ Rapunzel kramt in ihrem Rucksack nach Zettel und Stift.

„Für vier Portionen nehme ich fünf bis sechs Stangen möglichst rote Stangen Rhabarber, weil die nicht so sauer sind.“

„Fünf bis sechs große oder kleine Stangen?“

„Es sollten so um die 450 Gramm sein, geschält und in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Dazu brauchst du 120 Gramm Zwiebelwürfel, 350 Gramm grob gewürfelte Süßkartoffel, 150 Gramm in kleine Stücke geschnittenen grünem Spargel und 100 Gramm abgespülte rote Linsen. Aber zunächst werden je ein Esslöffel Senfkörner, gemahlener Kreuzkümmel, ein Teelöffel gemahlene Kurkuma, je eine Teelöffelspitze Anissamen und Cayenne-Pfeffer sowie fünf Kardamomkapseln in einem Topf mit etwas Rapsöl angeröstet. Dann zwei Esslöffel Sojasoße und die Zwiebelwürfel dazugeben. Wenn die Zwiebel glasig gedünstet ist, werden je vier Teelöffel fein gewürfelten Knoblauch und Ingwer hinzugefügt. Immer wieder rühren, damit nichts anbrennt eventuell etwas Wasser angießen. Dann Rhabarber, Süßkartoffel, Spargel und rote Linsen dazugeben, mit 750 Milliliter Wasser auffüllen und eine halbe Stunde köcheln lassen.

Zum Schluss mit ein bis zwei Esslöffeln Rohrohrzucker und ein paar Prisen Salz abschmecken und mit Reis servieren.“

Rapunzel beendet ihre Notizen und fragt: „Hat jemand noch grünen Spargel für mich?“

„Da sollte sich auch noch welcher finden“, sagt Hans-Georg.

„Anstelle von Reis müsste doch auch Hirse gehen?“

„Ja, auch Quinoa oder Bulgur.“

„Na mal sehen, was der Vorratsschrank so hergibt.“

Unterdessen betrachtet das Fräulein Tochter die Baustelle am Vereinsheim. „Was sind das eigentlich für gelbe Dinger da oben?“

Wir sehen uns an und rufen gemeinsam: „Das ist Kunst.“