Willkommen!

Die die Mehrzahl der Texte dieses Blogs, wurden bereits in der Verbandszeitschrift des LSK (Landesverband Sachsen der Kleingärtner) „Sachsen aktuell“ veröffentlicht.

Dieser Blog dient dazu, die Geschichten und Rezepte auch einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

Außerdem wird es hier hin und wieder Beiträge geben, die nicht in der Zeitung standen.

Ich wünsche allen Lesern gute Unterhaltung.

Kommentare und Anregungen sind ausdrücklich erwünscht.

Karo-Tina Aldente

Kartoffelsalat mit Kurtchen

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„He, was suchen Sie in meinem Garten? Kommen Sie sofort da heraus oder ich rufe die Polizei!“

Die schrille Stimme gehört zu einem kleinen, hageren Mann. Auf dem Kopf trägt er einen Strohhut. Das gestreifte Hemd entpuppt sich bei näherem hinsehen als Schlafanzugjacke und auch die restlich Kleiderordnung ist mit langer Feinrippunterhose und rosa Plüschschweinchen-Hauspantoffeln eher unkonventionell.

Der Ruf nach der Polizei lockt einige Gärtner an die Zäune. Meine Gartennachbarin Frau B., Pierre, Kojak und auch Rapunzel recken die Hälse. Nur der eigentlich angesprochene Gärtner ignoriert das Lamento, das auf dem Weg zwischen unseren Gärten abgehalten wird oder er hört es nicht.

„Das ist eine Unverschämtheit. Sie können doch nicht einfach in fremder Leute Gärten die Kartoffeln ausgraben. Die will ich doch heute meiner Frau mitbringen.“, schimpft der Strohhutträger und dreht sich Hilfe suchend um.

„Hier sie, Frau äh?“

„Aldente,“ sage ich.

„Frau Aldente, sie kennen mich doch. Sagen sie bitte dem Herren dort, das er meinen Garten verlassen soll.“

In der Tat erkenne ich den Erzürnten. Es ist Opa Kurtchen, der vor neun Monaten den Garten, der auf der andern Seite des Weges meinem gegenüberliegt, aufgegeben hat. Als seine Frau gestorben war, zog er in eine betreute Senioren-Wohnanlage an den Stadtrand.
Sein Nachfolger auf der Parzelle, ein alleinstehender Mann namens Holger, sieht aus wie der Held in der ersten Folge von „Stirb langsam“. Deshalb bekam er den Spitznamen Bruce.

Endlich wird er auf Kurtchen aufmerksam. Bruce unterbricht seine Gartenarbeit, schnappt sich einen Spankorb mit Kartoffeln und schlendert mit einem breiten Grinsen auf den zeternden Gast zu.

Frau B. gefällt sich in der Rolle der Friedensstifterin und lädt mit großer Geste alle Umstehenden zum Kartoffelsalatessen ein.

Am Gartentisch versuchen wir mit vereinten Kräften, Kurtchen beim Erinnern zu helfen. Frau B. hängt ihm eine Decke über die Schultern. Der Grill wird angeheizt. Alle klappern mit Gläsern und Geschirr und plappern durcheinander.

Rapunzel ruft unterdessen beim Seniorenheim an, gibt Kurtchens Koordinaten durch und verspricht seine Rückfahrt zu organisieren.

Der Kartoffelsalat von Frau B. wird von allen gelobt und Kurtchen gibt keine Ruhe, bis sie alle Zutaten preisgegeben hat.

Zunächst werden 1,5 Kilogramm fest kochende Kartoffeln gekocht und gepellt. Wenn die Kartoffeln ausgekühlt sind, werden sie in kleine Würfel geschnitten. Vier große Zwiebeln ebenfalls in Würfel schneiden und in Olivenöl glasig dünsten. Vier bis sechs große saure Gurken und zwei bis drei herbe Äpfel in Würfel schneiden und unter die abkühlenden Zwiebeln heben. Jeweils zwei Hände voll Schnittlauch, krause Petersilie, Olivenkraut und frische Liebstöckeltriebe fein hacken und mit Zwiebeln, Gurken, Äpfeln und den kalten Kartoffelstücken vermengen. Eine Prise Salz und Pfeffer aus der Mühle runden den Salat ab. Wenn das Öl aus der Zwiebelpfanne für die Bindung nicht ausreicht, kann auch noch ein Schuss Öl hinzugegeben werden.

In der Erinnerung riecht es nach Fallobst und nach Fisch *

lieblingsreisetasche

„Was soll das denn werden?“ Der dicke Mann sieht mich besorgt an.

Zugegeben, ich gebe bei meinem Versuch, meine Lieblingsreisetasche vor meinem Schlafzimmerschrank zu fotografieren, vermutlich keine sehr gute Figur ab. Aber da ich mich nun einmal auf die Teilnahme bei der SBA 2016 eingelassen habe, komme ich um die Erstellung eines vorschriftsmäßigen Beitragsbildes nicht herum.

„Ich mach hier nur schnell ein Foto für die dritte Runde der Seppo-Blog-Auszeichnung 2016.“ erwidere ich fahrig.

lieblingsreisetasche

Der dicke Mann runzelt seine Stirn. „Was ist das überhaupt für einer, dieser Seppo?“

„Für mich?“ frage ich zurück. „Für mich ist es mein erster Follower.“

„Da bist du vermutlich nicht die Einzige.“

„Sei’s drum. Was die SBA 2016 angeht, wurde ich von Julia Heuser vorgeschlagen, von Sebastian Flotho nominiert und habe in vier mühevoll erstellten Beiträgen die Fragen der zweiten Runde beantwortet. Das ist eindeutig zuviel Aufwand, um jetzt nicht auch noch Runde drei hinter mich zu bringen.“

sbaaufgepeppt

„Und dazu brauchst Du ein Foto von Deiner Reisetasche?“

„Von meiner Lieblingsreisetasche. Ist sie nicht schön?“

„Ja. Schön schwarz.“

„Phantastisch, nicht wahr? Ein großer Trolley, der sich bei Bedarf in einen Rucksack umbauen lässt.“

„Ich kenne das Teil, wir waren schon ein paar Mal gemeinsam auf Reisen damit.“

Der dicke Mann wirkt mürrisch.

„Bist Du mürrisch?“

„Ich? Nein!“

Der dicke Mann schnappt sich meine Notizen und liest laut vor:
„Folgende Gegenstände befinden sich im gepackten Koffer: ein Nasenhaartrimmer, eine Duftkerze, eine Tür, ein „H&M“-Katalog, ein Zylinder, ein Volleyball-Schläger, eine Landkarte von Tasmanien und ein geheimnisvolles Kästchen.“
Er lässt den Zettel sinken. „Was für ein Quatsch.“

„Herrje, Seppo ist halt Irrelevanzlieferant. Was erwartest Du?“

„Und Du machst bei diesem Quatsch mit?“

„Ich bringe die Dinge halt gern zu Ende. Du kennst mich doch.“

„Auch wieder wahr, Ihro Sturheit.“

Der dicke Mann liest weiter vor: „Fügt dem (fiktiven!) Koffer einen (nicht zwei, sondern einen!) Gegenstand hinzu, mit dem Ihr etwas verbindet (nein, kein Kabel!). Schreibt, warum Ihr diese Gegenstände, auch die oben gelisteten, mitnehmt und vor allem: wohin mitnehmt! Das ist ein Ort Eurer Wahl und es muss nicht die klassische einsame Insel sein. Ein Ort, der für Euch steht. Ob es ein Frauen- oder Baumhaus ist, ein Museum oder eine Industrieruine, oder ob es sich um ein fernes Land oder Rutztekostan handelt – lasst Euren Gedanken uneingeschränkten Lauf, der Ort kann auch fiktiv sein.“

Wir schweigen. Der dicke Mann hält es nicht lange aus und fragt: „Wohin willst Du?“

„Keine Ahnung. Ist die Erinnerung ein Ort?“

„Du willst in die Erinnerung reisen? Dann pack eine Uhr dazu oder besser einen Kalender.“

„Zunächst muss ich schreiben, warum ich die anderen Gegenstände mitnehme.“

„Das ist einfach. Weil es so gefordert wurde.“

„Das ist zu einfach.“

„Du willst diese Runde nicht nur zu Ende bringen, sondern auch noch mit Inhalten füllen?“

„Nicht mit Inhalten, mit Irrelevanzen.“

„Das wird mir jetzt zu kompliziert. Also mal angenommen, Du reist in die Erinnerung, nimmst den vorgeschriebenen Kram mit und eine Uhr …“

„Ich würde dann doch lieber einen Kalender oder mein Feuerzeug …“

„Da musst du dich schon entscheiden.“

„Feuerzeug, ich wähle das Feuerzeug.“

„Also ich fasse nochmal zusammen: Du nimmst mit einen Nasenhaartrimmer, weil?“

„Weil Du mich begleiten wirst.“

„Auf eine Reise in die Erinnerung?“

„Ja.“

„Weiter, wozu eine Duftkerze?“

„Weil Du mich begleiten wirst.“

„Wie bitte?“

„Du weißt schon. Seit Du Dich vegan ernährst stinken Deine Fürze fürchterlich.“

„Das schreibst Du aber nicht mit auf.“

„Was? Das mit den Fürzen?“

„Nein, das ich mich vegan ernähre. Da fühlen sich manche Omnivoren gleich unter Druck gesetzt.“

„Aber deine Fürze stinken nun mal weil …“

„Das ist doch völlig irrelevant.“

„Eben.“

Der dicke Mann stöhnt.

„Weiter, wozu eine Tür?“

„Eine Tür ist immer gut zu gebrauchen. Ich kann sie aufreißen, sie jemandem vor der Nase zuschlagen oder einen Briefkasten daran aufhängen, damit mir ein Probeabo zugestellt werden kann.“

„Vielleicht solltest du einen Briefkasten mitnehmen, statt des Feuerzeugs.“

„Das ist eine Überlegung wert.“

„Weiter, was willst Du mit einem „H&M“-Katalog?“

„Das weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht – vielleicht Preise vergleichen?“

„Preise vergleichen? In der Erinnerung?“

„Warum nicht? Vielleicht schreibe ich dann was über den Zusammenhang von Inflation und Irrelevanz.“

„Wie Du meinst. Weiter, einen Zylinder, wozu brauchst du den?“

„Den setzt ich bei meinen Lesungen auf.“

„Bei welchen Lesungen?“

„Die aus meinem Buch über den Zusammenhang von Inflation und Irrelevanz.“

„Dann brauchst du den Volleyball-Schläger um aufdringliche Fans fern zu halten?“

„Zum Beispiel.“

„Die Landkarte von Tasmanien?“

„Gibt es Tasmanien in der Erinnerung nicht?“

„Doch, vermutlich schon.“

„Siehste! Stell dir mal vor, wir kommen in der Erinnerung durch Tasmanien und müssen dann andauernd nach dem Weg fragen. Das wäre doch nervig.“

„Sehr nervig. Aber noch nerviger ist die Fragerei auf dem Weg nach Tasmanien.“

„Dafür hab ich ein Navi.“

„Ein Navi für den Weg in die Erinnerung?“

„Ein Navi für den Weg nach Tasmanien, ein Navi für den Weg aus der Erinnerung. Was weiß denn ich. Haben wir jetzt alles?“

„Bliebe noch das geheimnisvolle Kästchen.“

„Da könnte der Briefkasten drin sein.“

„Oder das Navi.“

„Erstmal muss ich schreiben, warum ich das geheimnisvolle Kästchen mitschleppe. Warte, hier steht es ja, weil ich den Gegenstand, der sich im Kästchen befindet, einem Menschen übergeben soll, der ihn verdient hat.“

„Und wen triffst du?“

„Ich treffe dich.“

„Mich? Ich denke ich soll dich auf deiner Reise begleiten?“

„Damit ich dich treffen kann. Wir reisen schließlich in meine Erinnerung und da bist Du ja ein anderer als in deiner Erinnerung.“

„Dann ist also im Kästchen ein Navi?“

„Damit du wieder zurückfindest aus meiner Erinnerung.“

„Und welcher war der zusätzliche Gegenstand? Feuerzeug oder Briefkasten.“

„Mein Feuerzeug. Du hörst mir nie richtig zu.“

Der dicke Mann schaut versonnen aus dem Schlafzimmerfenster.
Er ist nicht wirklich dick. Ich habe ihn 2002 in einem Text mal den dicken Mann genannt, weil wir gute Freunde sind. Und dabei ist es dann geblieben. Ich hätte ihn auch ‚meinen Mitbewohner‘ nennen können oder auch ‚der Mann der in meiner Wohnung wohnt‘. Aber das hätte später zu Verwirrungen führen können, zu Plagiats-Prozessen gar.
Der dicke Mann blättert in einem Ordner mit Zeitungen von damals.

„Hier, schreib doch eine von den alten Geschichten ab. Dann hat dein SBA 2016 Beitrag sogar noch was mit Essen zu tun.“

Gar keine schlechte Idee.

Doch vorher verabschiede ich mich mit
weitgereisten Grüßen aus dem Garten.

PS: Wer wissen möchte, wie der dicke Mann gefälschten Fisch macht oder andere Geschichten aus meiner Erinnerung lesen möchte, der hinterlasse mir bitte einen dahingehenden Kommentar. Aber nun viel Spaß mit

essstabchen

Sushi interruptus

Die Volkshochschule bot Ikebana-Kurse an. Meine Kollegin Barbara und ich schrieben uns ein. Selbermachen ist geil. Leider bekamen wir die Mitteilung, der Kurs sei ausgebucht. Alternativ können folgende Kurse belegt werden:

1. Origami – Von Laternen und Drachen
2. Tourist in Japan – Was sollte ich wissen?
3. Gefaltetes Metall – Japanische Schwertschmiedekunst zwischen Tradition und Gegenwart

Der dicke Mann linste mir über die Schulter und fragte: „Mit Kamikaze ist nichts dabei?“

„Nein, und damit du nicht weiter fragst, Harakiri steht auch nicht im Programm.“

„Und was macht ihr jetzt?“

„Hier steht noch 4. Sushi und die moderne japanische Küche. Diesen Kurs werden wir wohl nehmen.“

„Sushi, ist das nicht mit rohem Fisch?“

„Ich will da nichts essen, ich will da was lernen.“

In der Volkshochschule entpuppte sich alles als graue Theorie. Schon wegen der Hygienevorschriften, argumentierte unser Lehrer, könne er keine Kochshow präsentieren. Dafür warf er verschiedene Messer, Algen und Fische an die Wand, via Videobeamer.
Am Ende der Veranstaltung erhielten alle Kursteilnehmer ein paar Essstäbchen mit echten japanischen Schriftzeichen und eine Visitenkarte mit der Adresse der Sushi-Bar unseres Lehrers.

„Ich dachte, es geht mehr um die Zubereitung von Essen,“ nörgelte Barbara auf der Heimfahrt. „Statt dessen weiß ich jetzt eine Menge über Messer und Religion.“

„Tja,“ sagte ich und zuckte mit den Schultern. „Ich werde morgen nach der Arbeit mal in den Asia-Shop am Hauptbahnhof gehen und nachschauen, ob es dort Umeboshi-Pflaumen, Noriblätter und den ganzen anderen Kram gibt, den ich mir heute notiert habe.“

Leider wurde der Asia-Shop seinem Namen nicht gerecht. Ich hatte die Auswahl zwischen Porzellanschnickschnack, asiatischen Fertiggerichten und Gemüse schlechtester Qualität. Die restlichen drei Viertel der Ladenfläche wurden von einem umfangreichen Getränkeangebot eingenommen. Wenigstens Ingwer fand ich, kaufte eine große Wurzel und fragte nach Noriblättern. Der Kassierer lächelte und fragte: „Sushi maken?“
Irgendwie kam es mir komisch vor diese Frage mit ja zu beantworten. Doch ich tat es und erhielt eine Plastiktüte mit der Adresse eines Asia-Großmarktes.

Am nächsten Tag wurden alle meine Wünsche erfüllt. Der dicke Mann kramte nach meiner Heimkehr sofort in meinem Rucksack.

„Was ist denn das?“ fragte er und hielt eine kleine Bambusmatte hoch.

„Das brauchst du zum Maki-Sushi machen. Hat jedenfalls der Verkäufer gesagt.
Der dicke Mann stöberte weiter. „Nori,“ las er, „Seetang – für Sushirollen, Mirin – fermentierter Reiswein, Aonori – Algenflocken zum Garnieren. Umeboshi – grüne japanische Pflaume in Salz eingelegt, Wasabi – grüner Meerettich (sehr scharf).“

„Schau, ich habe bei zwanzig Euro Umsatz noch eine Packung Wakame dazu bekommen,“ sagte ich.

„Brauchst du die denn?“

„Nein, aber der Mann an der Kasse hat gesagt: Gut für Suppe.“

Der dicke Mann hatte preisgesenkte Möhren, Paprika und Gurken aus dem Bioladen angeschleppt.

Wir hätten unseren Sushi-Versuch starten können.

Aber irgendwie sind wir dann doch zuerst im Bett gelandet.

* Zitat Gerhard Schöne (Liedermacher)

 

Schopska-Salat ohne Schafskäse

Schopskasalat 1

Ich sitze an der Laube und putze Paprikafrüchte. Kipirr, es scheppert an meiner Gartenpforte. Seit Jahren signalisiert mir dieses Geräusch Besucher und oft kommt mir dabei folgende Begebenheit in den Sinn:

Wenige Wochen nachdem ich meine Kleingartenparzelle gepachtet hatte, erklärte ich meiner Gartennachbarin Frau B., dass ich einen Urlaub in Bulgarien zu verbringen beabsichtigte.
Frau B. musterte mich eine Weile stumm. Dann fragte sie: „Bulgarien? Urlaub? Im September?“

Arglos antwortete ich: „Ja, warum?

„Warum?“ Frau B. rang sichtbar um Fassung. Dann brach es aus ihr heraus: „Wieso fahren sie überhaupt noch in Urlaub? Sie haben doch jetzt einen Garten.“

Sie sollte auf seltsame Art Recht behalten. Im nächsten Sommer brachte ich das Fräulein Tochter zur Welt und seither sind wir ausnahmslos außerhalb der Gartensaison in den Urlaub gefahren.

Damals jedoch, ließ ich den Garten Garten sein und besuchte das schöne Städtchen Nessebar am Schwarzen Meer. Dort entdeckte ich auf einem Markt eine kleine Kugel aus Messing. Der Verkäufer bemerkte mein Interesse. In seinen Händen entpuppte sich die Metallkugel als Schelle. Er bimmelte damit herum, deutete auf eine paar Schafe am Straßenrand und machte: „Böhh, böhh.“ Ich hatte mein Souvenir gefunden.

Wieder zu Hause angekommen band ich in Ermagelung eines Schafes, die Messingbimmel an mein Gartentor.

Das erste Kipirr des heutigen Tages verursachte Fräulein Tochter, im Schlepptau hat sie ihren bärtigen Freund mit dem Dutt.

„Na“, frage ich, „was macht die essbare Stadt?“

„Pfft“, macht das Fräulein Tochter, „alles abgeerntet und aufgegessen Mama. Wie sieht es bei Dir aus?“

„Ein paar Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Paprika hab ich noch.“

„Das paßt prima. Wir haben Tofu wie Feta mitgebracht.“

Das Fräulein Tochter will mit ihren Freunden aus unserem Heimatort nicht nur eine essbare Stadt machen, sondern viele der jungen Leute verzichten auch auf alle Nahrungsmittel tierischer Herkunft.

„Tofu wie Feta?“

„Ganz einfach, Mama. 200 Gramm Tofu fein zerkrümeln. mit drei Esslöffel Hefeflocken, dem Saft einer halben Zitrone, zwei Esslöffel Olivenöl, einer gepressten Knoblauchzehe und einer Prise Salz mischen.“

„Fehlt ja nur noch das Gemüse für einen schönen Schopskasalat.“

Wir schnibbeln eine Schlangengurke, vier Tomaten, eine gelbe Paprikaschote, eine Zwiebel und geben eine gepresste Knoblauchzehe, drei Esslöffel Olivenöl, eine Handvoll gehackte, glatte Petersilie, Salz und Pfeffer dazu. Ich verschließe die Schüssel und sage:

„Für das optimale Aroma, muss das Gemüse mindestens zwei Stunden ziehen. Ihr könnt mir ja einstweilen im Garten helfen.“

Nach der Gartenarbeit, schneiden wir Weißbrot, mischen den Tofu unter das Gemüse und lassen es uns munden.

Meine Nachbarin Frau B. lugt zu unserem Gartentisch herüber, wünscht guten Appetit und fügt hinzu: „Ah, der junge Mann mit dem Dutt.“

„Das ist kein Dutt, das ist ein Man Bun“, klärt das Fräulein Tochter auf.

„Man Bun“, Frau B. schüttelt ihren Kopf und knurrt: „Könnte auch Kraut heißen, so wie es oben von der Rübe absteht.“

Prophezeihung eingetroffen

50._Lichterfest_EGA_Park_2016

„Liebster Award“ # 5 und kein Ende in Sicht

Am 20.Juni behauptete ich frech: „Letzter Liebster Award“ Denn die Zahl meiner Follower war über die 300er-Marke geklettert.

Da prophezeite mir Bernhard:

„… Dieser Award ist wie eine unheilbare Krankheit. …“

Er sollte recht behalten.

Kiki Lain nominierte mich, denn die von ihr verwendete Award-Variante verzichtet auf eine festgelegte Followerzahl der nominierten Blogs.

Ich bedanke mich für die Nominierung. Ich fühle mich geehrt.

 

Aber ich breche alle anderen Regeln.

Es wird von mir keine Nominierungen, keine Fragen, keine Regeln und keinen Award-Button mehr geben.

So werde ich es auch in Zukunft halten.

Nun aber die Antworten auf Kiki Lains Fragen:

1. Wie bist du zum bloggen gekommen?

Wie ich an anderer Stelle schon einmal schrieb: Eher zufällig.

2. Was symbolisiert dein Blog Name?

Diese Frage habe ich hier beantwortet. Beinahe jedenfalls ^^.

3. Ohne welchen Gegenstand würdest du im Leben nicht die Wohnung / das Haus verlassen?

Nie ohne Schlüssel, damit ich schnell wieder rein kann, um mir was anzuziehen.

4. An welchen Ort gehst du, um dem Alltagsstress zu entfliehen?

In meinen Garten.

5. Was ist dein liebstes Reiseland und was macht es für dich so besonders?

Griechenland. Insbesondere die Inseln. Die Mythologie, das Meer, das Essen.

6. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – was sind deine liebsten Reiseziele zu der jeweiligen Jahreszeit?

(zeitiger) Frühling – Griechenland,

Frühling, Sommer, Herbst – mein Garten (zugegeben keine sehr weite Reise ^^)

(später) Herbst – Griechenland,

Winter – Kanaren.

7. Du gehst auf eine Roadtrip – welche drei Dinge dürfen dabei nicht fehlen?

Ein Automobil, mein Pass, Geld

8. Süß oder Salzig – wofür würdest du dich bei einem Dessert entscheiden?

Sühühüssauer.

9. Buch oder Film – bist du eine Leseratte oder eher ein Filmjunkie?

Alles zu seiner Zeit.

10. Welches ist deine liebste App auf dem Handy?

VEBU

11. Was macht dich glücklich?

Gutes Essen.

Visualisierung und Dimension 4

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MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

in dieser Woche hat doch tatsächlich eine Person versucht sich via Rechtsanwältin in mein Leben zu drängen.

Nein, nicht mein Nachbar vom Planeten Dings. Den habe ich allerdings gebeten, mal nachzusehen, ob jene Person vielleicht auch vom Planeten Dings kommt.

Aus meiner Welt ist sie jedenfalls definitiv nicht.

Die Korrespondenz mit der Anwältin beschäftigte mich mehr als wünschenswert und so geriet alles um mich herum ein wenig in Vergessenheit.

Auch der MitmachBlog.

Bis eben, als mein Nachbar vom Planeten Dings bei mir klingelte und fragte, wann denn nun endlich was zum Thema Weltall von mir erscheint.

Ich zuckte nur müde mit den Schultern und sagte:

„In dieser Woche schreibe ich vielleicht nichts.“

„Ja, hahaha,“ sagte mein Nachbar,„das wäre ja dann auch was zum Thema. Das Weltall bestünde ja im Wesentlichen aus Nichts, wer wüsste das besser als er.“ 

Er sah mich eine Weile mitleidig an. Dann sagte…

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Gefüllte Zucchiniblüten

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Ich schlendere mit meiner Gießkanne durch die Beete. Was ist meiner Gesundheit wohl zuträglicher, die Entspannung beim Gießen oder der Verzehr des Salates, den ich gerade beträufele? Plötzlich reißt mich die Stimme meiner Gartennachbarin Frau B. aus den Gedanken.

„Willst du noch ein paar Zucchini?“

Frau B. erwartet nicht wirklich eine Antwort auf diese Frage. Ich winke müde ab. Wir alle hatten im vergangenen Frühling vorsichtshalber ein paar Zucchinikerne mehr in die Ansaattöpfchen gesteckt. Schließlich fallen erfahrungsgemäß einige der jungen Pflanzen den Schnecken zum Opfer. Aber wenn von 20 Pflanzen 15 durchkommen ist eine opulente Ernte unausweichlich.

Das Ergebnis unserer gärtnerischen Bemühungen konnte sich sehen lassen und führte dazu, dass alle in unserer Kleingartenanlage keine Zucchini mehr sehen mochten.

Es gibt viele Methoden, mit der Kürbisfruchtschwemme umzugehen.

Einige Gärtner beglücken jeden, der nicht schnell genug „Nein danke“ sagen kann. Die meisten aber beschenken die Menschen in ihrer Verwandtschaft und Nachbarschaft, denen freilich nach dem ersten halben Zentner auch langsam die Rezepte ausgehen.

Andere haben diese Strategie schon aufgegeben, drapieren ihre Zucchini in einer schattigen Gartenecke zu einer meterlangen Schlange mit der sie Schnecken fangen.

Wieder andere ernten zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Größer als 20 bis 25 Zentimeter bei einem Durchmesser von maximal fünf bis sieben Zentimeter sollte ein Zucchini nicht werden. Die runden Sorten nicht größer als 15 bis 20 Zentimeter Durchmesser.

Ich ernte mitunter gleich die Blüten. Seit mir in der Vergangenheit durch Insekten immer mal wieder Zierkürbispollen eingekreuzt wurden und die daraus resultierenden Früchte zwar lustig anzusehen, aber ungenießbar waren, bestäube ich meine Zucchiniblüten mit einem kleinen Pinsel selbst und verschließe sie anschließend mit einem Bindfaden. Bei dieser Tätigkeit kann ich gleich die überzähligen Blüten pflücken, vorzugsweise natürlich die männlichen.

Sechzehn Stück reichen für vier Portionen, wenn man folgendermaßen vorgeht:

Die Zucchiniblüten vorsichtig waschen und den Stempel entfernen. Dreihundert Gramm Reis waschen und abtropfen lassen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und zunächst den Reis hineingeben und glasieren. Danach eine kleine, feingewürfelte Zwiebel unterrühren. Jetzt je eine Handvoll glatte Petersilie und Dill sowie eine reichliche Handvoll Lauchzwiebeln waschen, hacken und in die Pfanne geben. Zum Schluss wenig Wasser dazugießen, salzen und pfeffern und auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis der Reis körnig und bissfest gar ist.
Die Reis-Kräuter-Mischung wird in die Blüten gefüllt und durch zusammenfalten der Blütenblattspitzen entstehen kleine Päckchen. Diese werden in einen genügend großen Kochtopf nebeneinander gelegt. Wasser angießen, dass die Päckchen nicht ganz bedeckt sind und Olivenöl darüber träufeln. Das Ganze aufkochen lassen und wenn die Blütenpäckchen das Wasser aufgenommen haben, ist das Mahl bereit.

Wndrlmpe & Flschngst

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MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

heute schreibe ich quasi aus dem Nähkästchen, denn ich bin meine eigene Gebieterin. Dazu brauche ich nichts. Es ist zwar nicht schlecht, wenn eine Flasche da ist, damit ich mir einen auf die Lampe gießen kann, aber prinzipiell brauche ich nichts, um meine eigene Gebieterin zu sein. Noch nicht mal ein Nähkästchen.

Ich bin eine sehr besonnene Gebieterin. Kunststück, ich muss ja den ganzen Wunschkram auch selbst realisieren. Also lieber vorsichtig an die Sache heran gehen.

Bevor ich mir zum Beispiel ein Marmeladenbrot wünsche, sehe ich erstmal nach, ob noch Brot und Marmelade in der Speisekammer zu finden sind.

Anderer Leute Wünsche erfülle ich natürlich auch sehr gern.

Meiner Gartennachbarin Frau B. ein paar Sack Rindenmulch aus dem Baumarkt mitbringen? Gerne doch.

Beim Nachbarn vom Planeten Dings Blumen gießen? Kein Problem!

Der hat mir übrigens erzählt, das auf dem Planeten Dings auch Geschichten über Wunderlampen erzählt werden und…

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