Willkommen!

Die Gartengeschichten dieses Blogs, wurden bereits in der Verbandszeitschrift des LSK (Landesverband Sachsen der Kleingärtner) „Sachsen aktuell“ veröffentlicht.

Dieser Blog dient dazu, die Geschichten und Rezepte einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

Außerdem wird es hier hin und wieder Beiträge geben, die nicht in der Zeitung standen.

Ich wünsche allen Lesern gute Unterhaltung.

Kommentare und Anregungen sind ausdrücklich erbeten.

Karo-Tina Aldente

18, 20, weg

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

eben tobte da draußen vor dem Fenster noch Sturm mit Blitz und Donner. So schlimm, dass das Arte-Abendprogramm ganz pixelig wurde.

Sting sang Anfang April 2017 im Pariser Olympia.

Im August sendet Arte einen Mitschnitt. Das ist genau meine Aktualitätsspanne. Als ich Sting zum ersten Male hörte, so mit 18, 20 da hatte er noch die Polizei dabei.

Irgendwann, später erlebte ich ihn live. Da war ich gerade dabei herauszufinden, dass größere Menschenmengen immer Unheil bedeuten. Immer. Egal aus welchem Anlass sich Menschenmengen versammeln. Es kommt nie etwas wirklich Vernünftiges dabei heraus. Bestenfalls kommen alle unverletzt nach Hause und sagen: Das war aber ein schönes Konzert heute.

Und jetzt, wieder ein paar Jährchen später, sitze ich vorm Fernsehschirm und Sting singt: I’ll be watching you.

Dann schwenkt die Kamera ins Publikum und erfasst ein paar Französinnen, vielleicht sind es sogar Pariserinnen. Sie zücken ihre Smartphones, halten ein…

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Ein Tiefdruckgebietsintermezzo

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

ich habe gerade einen schönen Salat aus roten Linsen, Lauch, Paprika und Tomaten zubereitet. Keine Angst, jetzt kommt kein Rezept.

Der Text soll ja auf den Mitmachblog.

Und wer kommt beim Thema Mitmachblog meist um die Ecke?

Richtig, mein Nachbar vom Planeten Dings.

Er hielt sich in den vergangenen Wochen sehr zurück. Vielleicht hat er mich auch einfach nicht erreicht. Ich war nämlich viel unterwegs und vielbeschäftigt.

Heute habe ich den Salat gemacht. Nicht etwa nur für mich, nein, das werden locker dreißig Portionen. Ich will nämlich meinen Gartenfreunden beim Vereinsfest eine Alternative zum üblichen Bratwurst-und-Fischbrötchen-Einerlei offerieren.

Aber jetzt steht erstmal mein Nachbar vom Planeten Dings in meiner Küche und guckt vorwurfsvoll.

„Ich weiß ja,“ sage ich, nachdem er alle Wochenthemen aufgezählt hat, zu denen ich nichts veröffentlicht habe.

„Statt mal was im Mitmachblog zu schreiben, machst du bei diesem Freitagstexter mit.“

„Ach das, das hat sich so…

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Pikante Heidelbeerkonfitüre

Obwohl meine Heidelbeerernte recht zufriedenstellend war, ließ ich mich von meiner Gartennachbarin Frau B. und Rapunzel zu einer Landpartie überreden, um auf einer nahe gelegenen Plantage noch ein paar Beeren zu pflücken. Denn ich will ein Rezept ausprobieren, zu dem ein Kilogramm Heidelbeeren nötig sind, und so viel kriege ich mit meinen paar Sträuchern beim besten Willen nicht zusammen, weil ich beim Pflücken immer zu viele Beeren nasche.

Als wir zur vereinbarten Zeit am Vereinstor zusammentreffen, schließt sich Pierre spontan unserer Runde an. Wir schwingen uns auf unsere Fahrräder und eine knappe halbe Stunde später biegen wir auf den Feldweg ein, der zur Heidelbeerplantage führt.
Der Landwirt hat ganz auf Entertainment gesetzt. Neben dem üblichen Schild „Selbst pflücken“ und der Preistabelle am Kassenhäuschen sitzt ein Mann mit Cowboyhut auf einem Barhocker. Er hat ein Mundharmonikagestell um, zupft auf einer zwölfsaitigen Gitarre herum und singt dazu Lieder von Bob Dylan und Jonny Cash.

Nebenan hat der Bauer für frisch Verliebte und Familien ein Labyrinth ins Maisfeld gesät. Darin kann ein Wissensquiz absolviert werden. Ersten Preis eine Flasche Heidelbeerwein, zweiter Preis eine Jumbo-Tüte Tortilla-Chips, dritter Preis freier Eintritt ins Maisfeldlabyrinth im nächsten Jahr.

Wir lassen uns nicht ablenken und steuern geradewegs auf die Reihen der Heidelbeersträucher zu.

Nur der Beschallung aus dem Kofferverstärker des Alleinunterhalters können wir nicht ausweichen. Der Countrybarde schmückt seinen Vortrag mit kleinen Ankündigungen. Bereits als wir ankamen fragte er uns nach Wunschtiteln, was von Pierre, ohne lange zu überlegen, mit: „Strawberry Fields forever“ beantwortet wurde.

Scheinbar hat unser Kleinkünstler Pierres Wunschtitel nicht im Repertoire, denn er spielt das Lied der Beatles nicht. Stattdessen säuselt es zu uns herüber: „Im nächsten Lied geht es um einen jungen Mann, der in die Welt hinausziehen möchte. Er macht sich Sorgen, dass er eine Familie niemals wieder sehen wird, und als er sich von seiner Mutter verabschiedet, sagt sie …“
„… dann nimm mal gleich den Müll mit raus.“, ergänzt Frau B. weise.

Wir grinsen und pflücken. Nach ungefähr einer Stunde haben wir über sechs Kilo Blaubeeren in unseren Körben, bezahlen und treten zufrieden die Heimfahrt an.

Zu Hause wasche ich ein Kilogramm Heidelbeeren uns tupfe sie trocken. Mit einer Gabel stelle ich einen Fruchtbrei her, gebe den Saft einer Zitrone, eine Messerspitze gemahlener Gewürznelken, eine kräftige Prise Muskat, zwei Lorbeerblätter, schwarzen Pfeffer aus der Mühle, eine aufgeschnittene Vanilleschote und eine kleine Zimtstange sowie ein Kilo Gelierzucker hinzu und lasse alles in einem verschlossenen Topf eine Nacht lang stehen.

Morgen werde ich den Fruchtbrei unter ständigem Rühren langsam zum Kochen bringen. Nach zirka vier Minuten sprudelndem Kochen entferne ich die Zimtstange, die Lorbeerblätter und die Vanilleschote. Dann fülle ich angewärmte Schaubgläser, verschließe und stürze sie.

Blind-Date Edition #2 “Summer Wine”

Liebe LeserInnen,

was kommt dabei heraus, wenn sich 11 GartenbloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen? Unter dem Motto „Summer Wine“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von Nancy Sinatra geschrieben.
Wir wissen nicht was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind:

Gartenbaukunst 

Hauptstadtgarten 

Beetkultur 

Rienmakaefer 

Der kleine Horrorgarten 

Ye olde Kitchen 

Laubenhausmädchen 

Meineeine 

Cardamonchai 

Sind im Garten 

Milli Bloom 

Viel Spaß beim Lesen & abwegige Grüße aus dem Garten

Ein Wintertraum

„Heide“, sagt Waltraut, legt ihrer Freundin beide Hände auf die Schultern und sieht ihr lange in die Augen. „Heide, du solltest das alles aufschreiben. Am besten im Internet. Da gibt es diese Blogs. Das ist alles ganz einfach. Und wenn du es aufschreibst, kann jeder darauf zugreifen und es lesen.“

Heide Rose hatte vor Kurzem einen Garten gepachtet und erzählt Waltraut beinahe täglich von ihren Gartenplänen. Mehr als Pläne machen, könne sie noch nicht, findet Heide, denn es ist Mitte Dezember und der Garten liegt unter einer dicken Schneedecke.

Die Freundinnen setzen sich vor Heides Laptop und schon nach kurzer Zeit ist ein Blog eingerichtet. „Heide Roses Gartenblog“, liest Waltraut laut vor und lehnte sich zufrieden zurück.

„Ich weiß nicht.“ Heide zögert.

„Du kannst ja später den Namen noch ändern, wenn dir etwas Originelleres einfällt“, beschwichtigt Waltraut.

Heide veröffentlichte fortan regelmäßig Texte und Fotos. Schon im Januar stellen sich die ersten Follower ein. Christrose veröffentlicht täglich einen Sinnspruch aus der Bibel. Winterjasmin postet Gedichte über seine Beziehung zu Zäunen.

Schon bald finden sich Winterling, Schneeglöckchen 2000 und Krokus Safran im Kreise der Follower ein. Bereits im März meldet sich Tulipa Tulpe mit ihrem bunten Blog voller Lebensweisheit und verleiht Heide Rose einen „Liebster Award“.

Mit jedem warmen Frühlingstag nimmt die Zahl der Follower zu. Ende April vermeldet WordPress: Du hast bereits 100 Follower. Neben Lonicera Kamschatka und Erdbeermieze liken und kommentieren auch Salvia, Minzekatze und Pfefferkraut Heide Roses Beiträge.

Heide Rose verknüpft ihren Facebook-Account mit dem Blog und meldet sich bei Twitter an. Sie läd sich die WordPress-App auf ihr Smartphone und kann nun auch beim Jäten und Harken sofort auf das Bloggeschehen reagieren.

Erdbeermieze ruft mit Kirschgut und Rebenstolz zur Fruchtwein-Blogparade und Heides Vernetzung wächst und wächst.

Längst vergessene Lieder werden aus den Tiefen des Internets gefischt und als Song des Tages serviert.

Löwenzahn und Giersch bloggen mutig gegen Diskriminierung.

Magnolia gibt Tulipa Tulpe und all den anderen Frühblühern Fitness-Tipps.

Angelika Engelwurz testet Räucherwerk und postet tausend Küsse an ihre Follower auf Facebook.

Lunaria beobachtet die Farne und Moose in ihrer Umgebung und ruft ab und an zu einem Gewinnspiel auf.

Heide Rose ist wie im Rausch. Tag für Tag verbringt sie ein paar Minuten mehr im Internet. Verwundert nimmt sie zur Kenntnis, dass Schneeglöckchen 2000 und Krokus Safran ihr zwar noch folgen, aber selbst keine Beiträge mehr veröffentlichen.

Tulipa Tulpe annonciert Mitte Juni eine Blogpause bis zum nächsten Februar.

Der Sommer beginnt.

Johannis Beer veröffentlicht seine Marmeladenrezepte.

Eichblattsalat und Gurkenzelt wetteifern mit Giersch und Löwenzahn um das beste Rezept für grüne Smoothies.

Angelika Engelwurz sendet Küsse und testet Mixer.

Das tränende Herz ist in eine Hummel verliebt. Heide Rose spendet Trost und Likes.

Alte Lieder werden neu aufgenommen. Gecovert heißt das, denkt Heide Rose. Sie googelt und recherchiert, sie harkt und pflanzt und erntet und konserviert. Sie postet Rezepte, Blumenbilder und Gestaltungsideen.

Die Welt um Heide Rose beginnt sich zu drehen. Zunächst langsam. Dann schneller und schneller. Es ist ein Taumel.

„Heide“, sagt Waltraut und rüttelt ihre Freundin, “du bist eingenickt.“

Heide Rose reibt sich benommen die Augen. „Was, wie?“

„Bloggen solltest Du, hab ich gesagt“, wiederholt Waltraut.

„Ich weiß doch gar nicht, wie das funktioniert. Wenn der Schnee weg ist, fange ich mit der Gartenplanung an.“ Heide Rose blickt sehnsüchtig aus dem Fenster.

„Das kriegen wir schon hin. Gib mal deinen Laptop rüber. Zuerst brauchen wir einen Titel. Wie wäre es mit ‚Heide Roses Gartenblog‘?“

Freitagstexter Siegerehrung

Liebe LeserInnen,

ich bin überwältigt. Insgeheim hatte ich zwar trotz der Sommerferienflaute auf rege Beteiligung gehofft, aber dass es der Freitagstexterbeitrag auf 30 Kommentare bringen würde und der Like-Knopf 105 mal betätigt werden würde – nun ja, ich schrieb es ja schon, ich bin überwältigt.

Herzlichen Dank, an alle, die sich beteiligt haben.

Doch genug mit den Lobhudeleien, ich schreite zur Siegerehrung.

Auf Platz 3

Frau Körb  mit:

Wer zuerst zwinkert, hat verloren.

Platz 2 verbunden mit dem Sonderpreis der Vereinigten Augenärzte

ein User namens Hubby, den ich leider nicht verlinken kann, da der Pfad seines Kommentars ins Leere führt, mit:

Neldas Netflixsucht führte zu einer veritablen Konjunktivitis

und Platz 1 verbunden mit dem 3-sat – ähm Quatsch – verbunden mit dem Karo-Tina-Aldente-Publikumspreis und damit

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SchafPirat

mit:

„Der hat Tomaten auf den Augen“, bemerkte Henk trocken. „Ist das wie Gurken, damit man schöner wird?“, fragte Koksi und stapfte einmal um den Glork herum.
„Es ist extrem unhöflich, jemanden zu kommentieren, der sich nicht dagegen wehren kann“, ermahnte Teddyz die Beiden.
„Dem stimme ich zu“, meinte der Glork. Koksi erschreckt sich darüber derart, dass er einen halben Meter in die Höhe sprang. „Es… er spricht!“, stammelte er und beugte sich so weit nach hinten, dass er gerade nicht umfiel.
„Du solltest mehr essen“, sagte Henk und bot dem Glork einen Keks an, „du wirkst etwas klapprig.“
„Herzlichen Dank“, sagte der Glork und nahm den Keks entgegen. Er biss zu. Er kaute. Betrübt schauten die drei Teddies zu, wie aus dem schönen Keks ein Haufen nasser Krümel wurde, der sich am Fuße des Glorks bildete.

Herzlichen Glückwunsch!

Featured Image -- 2025

Feierliche Grüße aus dem Garten

Freitagstexter 28 KW 2017

Liebe LeserInnen,

es ist an der Zeit etwas Neues auszuprobieren. Das heißt, eigentlich habe ich schon etwas Neues ausprobiert; Genau betrachtet habe ich mich hinreißen lassen. Ich konnte mal wieder meinen Senf nicht halten und gab ihn bei der wunderbaren Frau Spätlese  zu einem Bild.

Aus dem Kreise der versammelten Senfspender kürte Frau Spätlese meinen Beitrag zum Sieger.

Das wiederum hat zur Folge, dass mir die Ehre zufällt, das nächste Foto zu veröffentlichen. An dieser Stelle recht herzlichen Dank an den Fotografen, für die freundliche Genehmigung.

So, und nun ist es an Ihnen, hochverehrtes Publikum, getreu dem Motto „Die tun nix, die wollen nur schreiben“ in den Kommentaren eine Bildunterschrift zu formulieren. Oder, wie der Wortmischer es in den Regeln des Freitagstexters etwas drastischer sagt:

„Egal ob kurz oder lang, ob lustig, traurig oder ätzend verletzend. – „Ein Bild. Keine Limits“.

Die Siegerehrung findet am Mittwoch, dem 19.07.2017 statt. Alle bis zum Dienstag, dem 18.07.2017 um 23:59 Uhr eingehenden Kommentare sind im Rennen.

Gespannte Grüße aus dem Garten

Tomatenaugen

Fragen und Antworten

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

ich höre eine aufgeregte Stimme.

„Es ist schon wieder Sonntag.“ Mein Nachbar vom Planeten Dings fuchtelt mit seinem Zeigefinger in der Luft herum, als hinge über unseren Köpfen ein Kalender.

Ich blicke demonstrativ in die von ihm gewiesen Richtung.

„He, nicht träumen,“ protestiert er. „Du musst nach Hause gehen und einen Beitrag schreiben.“

„Was lautet das Wochenthema?“

„Das muss sein!“

„Das sagtest du schon. Vielleicht schreibe ich ja was, aber hilf mir doch mal schnell mit dem Wochenthema.“

„Das Wochenthema lautet: Das muss sein!“

„Ach so, da beantworte ich mal die Fragen zur Mitmachblog-Blogparade Juni-August 2017 von Fräulein Ich. Das muss nämlich wirklich sein.“

Wie bist du auf den Mitmachblog gekommen?

Wenn ich mich richtig entsinne, waren esSacking Bob, Zeilenende und der Aushilfsjedi, die die Idee seinerzeit hatten. Wenn ich hier jemanden vergessen habe, möge mir bitte verziehen werden.

Ich trug mich zwar relativ…

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Chefsalat light

„Du machst was?“ Meine Gartennachbarin Frau B. verzieht ihr Gesicht. Halb bewundernd halb angewidert ruht ihr Blick auf Bruce, der sich am Kopf kratzt, auf Pierre zeigt und sagt:
„Der da hat mich überredet.“

„Einer muss die Arbeit machen“, grinst Pierre, „und der Chef ist schon ganz schön alt.“

„Wer ist schon ganz schön alt?“ fragt Rapunzel, die sich eben zu uns gesellt hat.

„Unser Vorstandsvorsitzender“, schnaubt Frau B. und fügt mit einer Kopfbewegung Richtung Bruce hinzu: „Und der da wird unser neuer Vorsitzender.“

„Stellvertretender Vorsitzender“, korrigiert Pierre, „erstmal wird er Stellvertreter.“ Pierre klopft Bruce auf die Schulter.

„Vielleicht werde ich ja nicht gewählt“, sinniert Bruce.

„Nicht gewählt, nicht gewählt“, äfft Frau B. Bruce nach. „Die werden dich schon wählen, weil sie froh sind, dass sie es nicht selber machen müssen. Das ist doch immer dasselbe. Erst will es keiner machen und kaum findet sich einer bereit, hacken alle auf ihm herum.“

„Ihr hackt doch nicht auf mir herum!“ Bruce wirkt entschlossen. Ich höre ihn schon zu dem streitsüchtigen Alten im letzten Garten unseres Weges sagen: „Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke.“

„Wir nicht“, beschwichtigt Frau B. „aber hier gibt es ja noch zweihundert andere Gärtner.“

Pierre, Rapunzel und ich nicken.

„Aaah, unser neuer Vorsitzender“, ruft Kojak schon von weitem. Kojak ist schon seit ein paar Jahren stellvertretender Vorsitzender und hat offenbar keine Ambitionen, selbst Vorsitzender zu werden.

„Stellvertretender Vorsitzender.“ antworten Rapunzel, Pierre und Bruce im Chor.

„Weiß ich doch“, sagt Kojak.

„Wenn er gewählt wird“, fügt Frau B. mit ernster Miene hinzu.

„Wird er schon.“ Kojak winkt ab. „Da kann er dann gleich mal, dem da hinten“, Kojak deutet auf den verwilderten Garten am Ende unseres Weges, „sagen, dass wir hier Obst und Gemüse anbauen und nicht Schuppen und Koniferen.“

Wir schmunzeln.

„Da mache ich euch zur Feier des Tages einen schönen Chefsalat.“ verkünde ich.

„Aber braucht es dazu nicht Eier und Schinken?“, fragt Rapunzel.

„Wenn wir Eier hätten, könnten wir Eier mit Schinken machen, wenn wir Schinken hätten“, lamentiert Frau B. und verdreht ihre Augen.

„Keine Sorge, ich kriege auch ohne Eier und Schinken einen Chefsalat hin“, lache ich in die Runde.

Für acht Portionen zerteile ich zwei Köpfe Eisbergsalat in mundgerechte Stücke. Dazu gebe ich zwei Salatgurken, acht Tomaten, acht getrocknete Tomaten und zwei Avocado, die ich zuvor in Würfel geschnitten habe. Aus 250 g Räuchertofu schneide ich feine Streifen und hebe sie unter das Gemüse. Zu guter Letzt rühre ich aus 200 g Hummus, gehackter Petersilie, Pfeffer, Salz und Olivenöl ein dickflüssiges Dressing. Noch einmal hebe ich alles mit dem Salatbesteck um, streue einige Oliven darüber, nehme die Schüssel und geselle mich wieder zu den anderen.

„Ich nenne es einfach Chefsalat light“, sage ich während ich Portionen in kleinen Schüsseln austeile.

Frau B. reicht den Brotkorb herum und fügt hinzu: „Kunststück, es sind ja nur die stellvertretenden Chefs da.“

Dreidimensionalität

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

ich muss mich bei meinem Nachbarn vom Planeten Dings bedanken. Er hat meinen Garten sehr gut gegossen. Ich nehme einen selbst gebackenen Kuchen und klingele an seiner Wohnungstür.

Es dauert eine Weile, aber die Geräusche aus dem Innern der Nachbarwohnung werden lauter. Nach zirka drei Minuten rumpeln und poltern wird die Tür aufgerissen.

„Ah, die Frau Aldente.“ Mein Nachbar tritt einen Schritt zurück und taxiert mich.

„Vielen Dank fürs Gießen.“ Ich halte ihm den Kuchen mit ausgestreckten Armen hin.

„Oh, für mich? Das wäre doch nicht … das war doch alles ganz einfach. Ich habe jeden Tag gegossen und dann kam ja auch schon das Gewitter.“

„Ja, die Fässer sind jetzt wieder voll und die Kirschen hat der Sturm auch vom Baum gefegt.“

„Hm, teilweise mitsamt den Ästen. Ich hab es im Fernseher gesehen. Apropos – ich hab jetzt 3D.“ Mein Nachbar winkt mich herein.

Ich folge ihm…

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Das Gießdienstangebot

MitmachBlog

Liebe LeserInnen,

vielleicht ist es Ihnen ja schon aufgefallen, ich habe zur Zeit ein Zeitproblem. Also eigentlich habe ich …

Moment, ich fang nochmal von vorn an.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich nur sehr schlecht NEIN sagen kann?

Ja, ältere LeserInnen werden sich erinnern, ich kann nur schlecht NEIN sagen.

Als GärtnerIn war es in den vergangenen Tagen und Wochen sowieso schon schwer genug. Es war viel zu trocken. Also wird gegossen und gegossen und gegossen.

Und weil ich bisher gut gegossen habe, wächst und gedeiht alles prächtig.
Und weil alles prächtig gedeiht, muss geerntet werden.

Gerade werden die Süßkirschen reif.

Mit dem Ernten der Maibeeren bin ich zum Glück fast durch.

Die ersten Himbeeren und Erdbeeren müssen gepflückt werden, bevor sich die Insekten darauf stürzen.

Die schwarzen Johannisbeeren brauchen vielleicht noch zwei Wochen.

Die ersten roten Johannisbeeren blitzen auch schon durch das Blattgrün.

Und sei das alles…

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